Smogalarm in Bangkok:

Gefährliche Luftverschmutzung!

Die Menschen in Thailands Hauptstadt leben derzeit leider (wieder) gefährlich, und nach den neuesten Meldungen wappnen sie sich gar für eine noch schlimmere Verschmutzung der Atemluft. Behörden raten, Mund-Masken zu tragen und sich möglichst in Innenräumen aufzuhalten.

AKTUELLES AUS BANGKOK, 15.1.2019


Eine Bitte vorweg:
wer jetzt in den Kommentaren auf unserer Facebook-Seite schreibt, "die Sonne scheint doch und alles ist in Ordnung".. oder so ähnlich... (so wie im letzten Jahr!), dann hat er oder sie keine Ahnung! Denn auch wenn es nicht allerorts so aussieht wie auf unseren Fotos, so bleibt doch die Tatsache bestehen: 

Seit über zwei Wochen herrscht in Bangkok im wahrsten Sinne "dicke Luft" - und es wird schlimmer.

Es ist ja wirklich nichts Neues - schon im Januar 2018 gab es dieses gravierende Problem. "Same, same - NOT different", könnte man sagen, und jeder, der in der Hauptstadt lebt, findet das gar nicht witzig. Die Bewohner und Touristen sind wieder einmal von der ungewöhnlich hohen Feinstaubbelastung betroffen. Krankenhäuser sind seit Tagen überfüllt, die Menschen klagen über Husten und Atembeschwerden!

"Ist doch alles klar". Von wegen!

Wer zur Zeit auf den Straßen unterwegs ist, mag das nicht sofort realisieren, dass hier eine Gefahr aus "heiterem Himmel" kommt. "Alles klar", mag der ein oder andere Besucher denken, aber dem ist leider nicht so! Also bitte: Keine irreführenden Informationen und Kommentare weitergeben, sondern lieber unsere News oder gerne auch die lokalen Zeitungen oder Online-Portale verfolgen!

Am heutigen Dienstag sprechen einige Tageszeitungen sogar von einer "Smog Airpocalypse" - und auch das Thaizeit-Team ist besorgt. Der Blick aus unserem Redaktionsfenster im Stadtteil Sukhumvit zeigt dicken Dunst über den umliegenden Hochhäusern und die Sonne kommt kaum durch! Das hat leider nichts mit "normalem Dunst" zu tun. 

Auch Expats nerven sich und machen ihrem Ärger Luft... zum Beispiel auf Facebook (siehe Bild oben links). Der Eintrag vom 13. Januar 2019 zeigt eine Grafik, garniert mit den sarkastischen Worten:

"Bangkok won the competition today" -- "Bangkok hat heute den Wettbewerb gewonnen!" 

Hier ein weiteres aktuelles Foto, am Vormittag aufgenommen in der Gegend von Srinakarin (Foto: Sigrid Stelling)

Heute morgen gegen 7 Uhr war die Hauptstadt wieder mit einer dicken Schicht Smog bedeckt. Fakt ist: Der Luftverschmutzungs-Index (AQI) stieg im Laufe der letzten 3 Wochen auf über 120 (vor 2 Wochen waren es "noch" 174). Quelle Grafik: air.plumelabs.com

Grundsätzlich gilt: der geltenden Grenzwert liegt bei 50.

Zahlen, die Sorgen machen

Gestern, am Montag, 14.1.2019, betrug der Feinstaubanteil im Durchschnitt bereits 134, heute früh - am Dienstag, 15.1.2019 -, fiel der Wert geringfügig auf 129. "All das ist extrem ungesund", schreien Medien und Ärzte und bitten die Bevölkerung dringend darum, wieder Atemschutzmasken anzulegen. Denn im Bezirk Bang Khen zum Beispiel wurde vor einigen Tagen gar der höchste Wert mit 396 (!!) gemessen!

Behörden bitten die Bevölkerung:

Sportliche Kinder, alte Menschen und Patienten mit Atemwegserkrankungen sollten es derzeit tunlichst vermeiden, ins Freie zu gehen. 

Eine wirkliche Hilfe ist dies zwar nicht, und konkrete Reaktionen sind rar. Das "Pollution Department" jedenfalls war für lokale Journalisten heute nicht für einen Kommentar zu erreichen!  

Informationen der WHO

Vor allem Feinstäube von einer Größe unterhalb 2,5 tausendstel Millimetern umfassen unter anderem Sulfate, Kohlenstoffpartikel und Nitrate. Laut WHO erreichen diese feinsten Partikel auch die tiefen Bereiche der Lunge und können asthmatische Erkrankungen, Herzinfarkte, Schlaganfälle und vor allem schwere Lungenentzündungen auslösen. Deshalb hat Greenpeace Thailand die Umweltschutzbehörde ausdrücklich aufgefordert, die Feinstaubpartikel konstant zu messen und zu bewerten. Laut Greenpeace hat eine solche Verschmutzung im Jahr 2015 bereits 37.500 Menschen im Land getötet.

Wer ist verantwortlich? 

Laut Thaloengsak Phetsuwan, Direktor des Departments für Luftqualität und Lärm-Management, ist die Problematik...

1. die derzeit extrem stagnierende Luft. Dieses Phänomen trete häufig dann auf, wenn es längere Zeit sehr warm und windstill ist - oft Anfang Januar bis Mitte Februar. Dadurch sammle sich die durch Fahrzeuge verursachte Verschmutzung in der Luft an. Diese sieht dann aus wie Nebel.  

2. Nicht nur Bangkok City, sondern der ganze Großraum von Bangkok ist betroffen. Auch Menschen in Pattaya und in anderen Provinzen klagen. Der Präsident der "Stop Global Warming Association", Khun Srisuwan Janya, macht insbesondere Bauern verantwortlich, die derzeit ihre abgeerntete Zuckerrohrfelder in Brand stecken. Er plant,  Klage beim Verwaltungsgericht gegen diese Landwirte einzureichen.

3. Auch das Verbrennen von Müll und die Auswirkungen von Bauarbeiten machen große Probleme. Dies soll zukünftig besser reguliert werden. Hoffentlich ist hier nicht nur der Wunsch der Vater des Gedankens!

Künstlicher Regen bald im Einsatz 

  • Soforthilfe versprechen die königlichen "Regenmacher" - eine Initiative des verstorbenen Königs Bhumibol. Flugzeuge sollen über der Hauptstadt eingesetzt werden, um so den Feinstaub in der Luft zu minimieren.

  • Die Straßen werden täglich gesäubert. Gleichzeitig werden große Mengen an Wasser in die Luft gesprüht.

Was ist los in der Atmosphäre? Sicher ist: diese Meldungen sollten von Bangkok-Besuchern und Einheimischen sehr ernst genommen werden. Mit anderen Worten:

Atme nicht zu viel... denn es gibt keine frische Luft! Und möglicherweise raubt einem der Smog auch in den nächsten Wochen noch den Atem. (NG)

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