Asia Superyacht Rendezvous: ein Treffen der Superlative

Mitte Dezember 2010 fand auf Phuket das alljährliche Yacht-Treffen statt, das Kapitänen, Crews und Gästen von Megayachten die Möglichkeit gibt, sich bei einer zweitägigen Regatta und glanzvollen Dinner-Partys kennenzulernen.

Von: Nathalie Gütermann Fotos: ASR

Wer hat die schönste, größte, schnellste, und luxuriöseste Yacht? Das sind meist die Fragen, die sich Bootsbesitzer stellen, wenn sie zum Schaulaufen der Superreichen in Marbella, St. Tropez, Sardinien oder St. Barth vor Anker gehen.

Auf Phuket dagegen gibt’s keinen Jahrmarkt der Eitelkeiten, denn die Insel ist (noch) nicht Ziel des internationalen Jetsets. Beim Asia Superyacht Rendezvous geht’s den Yachtbesitzern und ihrer Mannschaft eher um drei ganz bodenständige Dinge: Sport, Spiel und Spaß.

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schwimmende Paläste

Genau ein Jahrzehnt ist es her, seit sich eine Gruppe von Segelenthusiasten zusammentat, um ein sportliches Event mit gesellschaftlichem Vergnügen zu verbinden. Das „Rendezvous” ist mittlerweile eine maritime Institution in Thailand, und trotz anhaltender Weltwirtschaftskrise wurde das 10jährige Jubiläum besonders ausgelassen gefeiert.  „Ich habe selten Yachtbesitzer gesehen, die soviel Spass hatten”, kommentiert Mitbegründer Captain Charles Dwyer sein dreitägiges Event. Neun Megaschiffe gaben sich kurz vor Weihnachten ein festliches Stelldichein, unter anderem die 53m-Yacht Noble House, der 50m Segler Perseus und die 40.3m Motoryacht My Lady Arraya, deren französischer Besitzer die Eröffnungsparty schmiss. Von hier ging das Yacht-Hopping für mich und die anderen geladenen Gäste nahtlos weiter – ein  äusserst glanzvolles Ende des alten Jahres! Auch Hauptsponsor Feadship Royal Dutch Shipyards zog positive Bilanz und zeigte sich mit Veranstalter Asia Pacific Superyachts hocherfreut, als erstmals in der Geschichte ein echter Hochkaräter auftauchte – mit über 70 Metern! Besitzer: ein deutscher Entrepreneur – sehr kompetent, sehr erfolgreich, und sehr diskret.

Silberstreif am Horizont

Wie ein schneeweisser Schwan lag die Silver Zwei in der Andaman See – so edel, dass die Zaungäste am Ufer den Atem anhielten! Es ist das längste Schiff der Welt, das ausschliesslich aus Aluminium gebaut wurde. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 27 Knoten ist es wohl auch das schnellste – und grün noch dazu. „Yachtbesitzer sollten die Industrie herausfordern, umweltfreundlichere Schiffe zu bauen”, erklärt mir der Schiffseigner beim Rundgang durch sein prächtiges Reich. Er will inkognito bleiben und ich respektiere seinen Wunsch. Schon vor Jahrzehnten investierte der deutsche Visionär in erneuerbare Energien und baute eine eigene Werft in Australien, wo die Yachten seiner Träume entstehen. So sexy und majestätisch ist die Silver-Flotte, dass ihm ein arabischer Königssohn die Silver Eins schon abkaufte, als sie gerade vom Stapel lief. Derzeit führt die 163 Meter lange Yacht Eclipse des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch das Ranking der 200 größten Motoryachten der Welt an. Gebaut wurde sie bei Blohm & Voss in Hamburg, die neben der Lürssen-Werft aus Bremen zu den besten Adressen für maßgeschneiderte Luxusschiffe zählt.

Wo Geld keine Rolle spielt und es in der Welt der Superreichen ausschließlich darum geht, immer etwas mehr zu haben als der Nachbar, ist es für mich nur noch eine Frage der Zeit, bis eine der norddeutschen Schiffsbauer irgendwann auch die erste 200-Meter-Yacht auf Kiel legt.