Das 'Sonntag-Schlaraffenland': Bangkoks beste Brunches & Lunches
Bangkoks Buffets haben Bankett-Charakter, auch jeden Sonntag Vormittag. Wie bei einem Festmahl wird nur das Beste vom Besten aufgetischt – von altbewährtem Aufschnitt bis hin zu Austern, Kaviar und Champagner. THAIZEIT begab sich auf eine Schlemmertour in der Morgenfrische.
Butter, Brot und Beerenbowle? Von wegen! Mein Wort zum Sonntag beginnt mit einer alten Mär und der Frage: wie stellen Sie sich das Schlaraffenland vor? Richtig...als einen traumhaften Ort, wo alles im Überfluss vorhanden ist: “Auf Birken und Weiden wachsen frischgebackene Semmeln, und unter den Bäumen fließen Milch- und Honigbäche. Häuserdächer sind mit Pfannekuchen belegt, die Wände mit knusprigem Braten und die Türen mit Lebkuchen. Um jedes Haus steht ein Zaun, der ist aus Bratwürsten geflochten, und aus allen Brunnen fließt Wein oder süßer Saft”.
Nun, gebratene Tauben sind mir leider nicht in den Mund geflogen, dennoch präsentiert sich die Frühstückslandschaft im Land des Lächelns rundum märchenhaft. Über Wochen erlebte ich in Hotelrestaurants, Bistros und Cafés ein Morgenmahl der Superlative, das jeden Sonntag zu einem Sonnentag werden lässt.
Augenschmaus & Gaumenkitzel
"Frühstücke wie ein König, esse zu Mittag wie ein Edelmann und abends wie ein Bettelmann." Dieses alte Sprichwort wird von der modernen Ernährungswissenschaft bestätigt, und doch vernachlässigen viele die wichtigste Mahlzeit am Tag. Nicht so in Bangkok, denn hier ist der Wochenend-Brunch schon seit Jahrzehnten eine Institution. Der Spaß liegt darin, über einen längeren Zeitraum immer wieder kleine Portionen von allem Angebotenen zu verkosten und auch bei den süssen Verführern nicht halt zu machen. Die Wortkreuzung “Brunch” stammt übrigens aus dem Englischen und setzt sich aus “breakfast” (Frühstück) und “lunch” (Mittagessen) zusammen. In der westlichen Kultur hat sich vor allem das Wort “Sonntagsbrunch” verbreitet.
Die Welt am Sonntag
Der Sonntag (lateinisch: dies solis „Tag der Sonne“) ist ein besonderer Tag. In den meisten vom Christentum geprägten Ländern ist er ein Feiertag, denn, so steht es in den zehn Geboten Gottes: "Sechs Tage sollst Du Deine Arbeit tun; doch am siebten Tage sollst Du ruh’n...”. In Deutschland ist die “Sonntagsruhe” nicht nur heilig, sondern auch gesetzlich geregelt. Laut Gewerbeordnung vom 1. Juni 1891 unter Kaiser Wilhelm II. ist das Arbeiten zwischen Samstag und Montag offiziell nicht mehr erlaubt. Anno dazumal traf man sich also “im Sonntagsstaat” zum Gottesdienst, oder zu einem geselligen Stelldichein zum “Sonntagsbraten” im Familienkreis.
Diese Tradition ist längst passé. Wer heute auftrumpfen will und das nötige Kleingeld hat, lädt am Wochenende zum “brunchen” ein. Das ist hip und das ist schick. Und es schärft den Familiensinn. Für Hedonisten und Feinschmecker gehört dieses sinnesfrohe und mitunter feucht-fröhliche Mahl längst zur etablierten Esskultur, und das “all-you-can-eat”-Prinzip in Hotels und Restaurants zur festen Einrichtung. Heutzutage kann jeder nach Herzenslust schlemmen, und das zum Pauschalpreis.
Zu allen Jahreszeiten ein Genuss
Die städtischen Nobelherbergen sind der erste Anlaufpunkt, will man sein Frühstück in elegantem Ambiente, mit Stil und Butlerservice geniessen.
Für Langschläfer wie mich ist die Erfindung des Sonntagsbrunch höchst willkommen, denn das üppige Gelage beginnt erst am späten Vormittag. Ich bin kein Kostverächter und so beginnt meine gastrosophische Tour in Bangkoks 5-Sterne-Hotel 'Four Seasons'.
Die Erwartungen sind hoch und ich werde nicht enttäuscht. Nur das Beste aus Asien, Amerika und Europa dampft dekorativ auf Stövchen – wie in einem eleganten Food Court. Die themenbezogene Stände mit hausgemachter italienischer Pasta und Gänseleber-Variationen aus Frankreich sind ebenso beeindruckend wie die Theke mit Spezialitäten aus dem Mittleren Osten, die “Spice Corner” oder die farbenfrohen Leckereien am weitläufigen Dessertbuffet. Vollkornbrot, Müsli und Obst? Bloss nicht! In diesem feudalen Rahmen stürze ich mich lieber auf das, was ich mir sonst nie leiste:
Lachs-Carpaccio, diverse Sushi-Sorten, Risotto mit Garnelen und zum Abschluss einen Klecks Kaviar, passend serviert am Fischteich der “Aqua Lounge” im Parichart Court. Dort sitzen wir open-air im Schatten blühender Bäume und ergötzen uns am goldenen Überfluss der vier Jahreszeiten. Der gereichte Champagner tut sein Übriges. Wer zuvor noch müde und matt war, fühlt sich nach diesem Energieschub erfrischt und hellwach. Wer will schon Kaffee zum Hauptgang?
Edle Tropfen adeln das Mahl
Längst ist es Mittagszeit und zur Feinschmeckerei gehören nun mal baccantische Wonnen. Einen heiteren Tag darf man ruhig auch mal angeheitert geniessen. Bei den vorherrschenden tropischen Temperaturen sind vor allem spritzige Schaumweine der Renner in den Top-Hotels der Stadt. Allein im Centara Grand Hotel werden bis zu 100 Flaschen Champagner beim Surf & Turf Brunch ausgeschenkt, darunter Mumm, Perrier-Jouët und Lombart Champagne. “Zuviel von allem ist ungesund”, sagte einst F. Scott Fitzgerald. “Aber ein Schluck zuviel Champagner ist gerade richtig”. Und auch Marlene Dietrich konnte ihrem prickelnden Begleiter viel abgewinnen. “Champagne makes you feel like it’s Sunday and better days are just around the corner”. Und so erheben auch wir unser Glas und trinken auf die guten Tage, die da (hoffentlich weiterhin) auf uns zukommen mögen.
Besonders feudal geht’s im Intercontinental Hotel zu. Hier wird im “Espresso Restaurant” nicht nur Espresso serviert, sondern jeden Sonntag ein Champagne & Seafood Brunch regelrecht zelebriert. Wer das “free flow package” erwirbt, für den fliesst Veuve Cliquot, Dog Point Sauvignon Blanc, oder Terrazzas Malbec in Strömen. Doch damit nicht genug! Eine meisterlich gemixte Bloody Mary hebt die Stimmung nochmals um ein Vielfaches und ist die perfekte Hang-over-Medizin für Nachtschwärmer, die in der Nacht zuvor zu lang’ gefeiert haben.
Doch ich bleibe beim Glas Champagner, denn der Prickler passt nun mal perfekt zu Meeresfrüchten. Laut Hotelpromotion gibt’s gleich “12 gute Gründe”, um im Interconti auf seine Kosten zu kommen: Hummer, Alaskakrabben und Fine De Clair Austern, Sushi und Sashimi, Neuseeland-Muscheln, Chinesische Fischsorten und Tigergarnelen von der Französischen Riviera, Gänseleber “Rougie Foie Gras”, Prime Rib Steaks von Wagyu-Rindern, Australische Lammkotellets, italienische Wurstwaren und eine grosse Auswahl an französischen Käsesorten.
Na, läuft Ihnen da nicht das Wasser im Munde zusammen? General Manager Markus Platzer aus Österreich kann sich jedenfalls über regen Zulauf in seinem Hotel freuen, und auch beim Kollegen Felipe Gotor kommt alles Sonntage wieder Freude auf. Ich treffe den Marketing Direktor des Crown Plaza Hotels, das ebenfalls von der “InterContinental Hotels Group (IHG)” betrieben wird, im verglasten “Panaroma Restaurant” mit herrlichem Blick auf Bangkoks Skyline.
Lukullische Krönung im Crowne Plaza
“Unser Hotel ist vielen Einheimischen und Geschäftsleuten noch als Pan Pacific bekannt”, erklärt mir der 45jährige Deutsche, der früher für die Kirchgruppe als Jurist tätig war. “Seit 1. Januar 2011 heisst es nun Crowne Plaza. Damit ist diese Marke erstmals in der thailändischen Hauptstadt vertreten”. Vor allem asiatische Kunden schätzen das 4-Sterne Geschäftshotel am Lumpini Park, und so gibt es schon zum Frühstück Spezialitäten aus dem “Land der aufgehenden Sonne”.
Einzigartig ist die Pallette an hochwertigen Produkten, die wie in einer Markthalle präsentiert und anschliessend à la minute in offenen Küchen zubereitet werden. Dieses “live kitchen”-Erlebnis ist ein innovatives Gastrokonzept, das ich bislang in ähnlicher Form nur im “Mantra” in Pattaya erlebte. Ich mag die Atmosphäre und Ausstattung hier. Warme Erdtöne dominieren und überall blitzt schwarzer, auf Hochglanz polierter Granit.
Das Crowne Plaza setzt dem Lukull die Krone auf! Mit grösstem Vergnügen stelle ich mir verschiedene Köstlichkeiten aus Japan, China, Indien und Thailand zusammen und bekomme kurz darauf meine Speisen von der Feuerstelle frisch auf den Tisch. “Nach der nuklearen Katastrophe in Japan beziehen wir Sushi und andere Fische aus Australien, Skandinavien und Indonesien”, betont Felipe. In der Tat ist das sehr beruhigend. Ebenfalls erwähnenswert ist die Kinderecke, in der jeden Sonntag Zauberer und Clowns die kleinen Gäste unterhalten, um den Eltern eine willkommene Auszeit vom Alltag zu verschaffen.
Ein virtuoses Spiel mit den Sinnen
Meist sind Genussmenschen auch der leichten Muse zugetan. Einzigartig in Bangkok ist der Jazzy Sunday Brunch im Sharaton Grande Sukhumvit. Schnallen Sie sich an, denn hier erlebt man eine aufregende Reise durch die Küchenkulturen aller Kontinente – gut gewürzt mit einem ordentlichen Schuss Jazz. Über die gesamte zweite Etage erstreckt sich das gigantische Buffet, und sogar in der Halle wird gespeist. Von der Peking Ente über Antipasti aus Italien bis hin zum unaufhörlich fliessenden Springbrunnen aus Schweizer Schokolade – auch hier gibt es nichts, was es nicht gibt.
Die Jazzband trägt spielend zur Entspannung bei, doch sind es vor allem die Improvisationen der virtuosen Kochkünstler, die mich beindrucken. Der Sunday Jazzy Brunch ist eine sorgfältig aufeinander abgestimmte, meisterlich inszenierte kulinarische Symphonie, die das Beste aus aller Welt an einem Platz vereint. In 80 Tellern um die Welt, denke ich lächelnd. Warum also in die Ferne schweifen...?
Weitere Hot Spots auf Bangkoks kulinarischer Schatzkarte: The Sukhothai (Spezialität: “Sunday Roast Buffet”), das JW Mariott (Spezialität: Japanisches Megabrunch mit 150 Gerichten aus beiden preisgekrönten Restaurants “Tsu” und “Nami”), das Peninsula (Spezialität: Käse & Dessert-Buffet) und das Shangri-La (Spezialität: Nudelbar und Mongolisches Barbeque).
Crêpes & Co. und anderswo...
Bei aller Brunch-Euphorie: jede Medaille hat zwei Seiten. Buffets sind nun mal nicht jedermanns Sache. Ständig muss man aufstehen, sich selbst bedienen und ziellos umherirren, bis man endlich findet, wonach einem der Sinn steht. Oft verlieren die Speisen im Laufe des Tages an Gestalt, Glanz und Geschmack, obwohl sie eigentlich frisch, knusprig und heiss auf den Tisch kommen sollten.
Eine wunderbare Alternative bieten kleinere, charmante Cafés oder Bistros, die mit ihrem Angebot nicht minder entzücken und dabei den Geldbeutel schonen. “Crêpes & Co” in der Sukhumvit 12 ist für Familien mit Kindern ideal. Unter der (An)leitung des Franzosen Serge Bruttin werden die besten Pfannkuchen der Stadt gebacken, herzhaft gefüllt oder einfach mit Nutella, Marmelade oder Zucker bestrichen. Ob süss oder sauer... man kann aus fast 100 Variationen wählen. Reservieren Sie frühzeitig einen Platz im dschungelartigen Garten oder eine romatische Sitzecke auf der Holzterrasse.
Kuppa:
Hier sieht es aus wie in einer alten Fabrik im Loft-Stil: grosszügig, hell und durchsetzt mit Holz- und Stahlstrukturen. Eine riesige Bar in das Herzstück des Raumes. Schwarze Menutafeln und Kellner mit langen weissen Schürzen erinnern mich an das Flair französischer Bistros in Paris. Vor 10 Jahren eröffnete dieses schicke Kaffeehaus in der Sukhumvit 16 und bis heute ist Kuppa eine Erfolgsstory. Hier gibt’s zwar kein Brunch, aber Frühstück und Lunch, und dies à la carte zu vernünftigen Preisen. Ein Hit sind die frisch gebackenen Torten und Kuchen, vor allem aber der hauseigene Röstkaffee.
Bei Otto:
Ein typisch deutsches Frühstück gefällig? In der populären Schwarzwaldstube findet jeden Sonntag der beliebte Familienbrunch statt. Ich entscheide mich für das Bauernfrühstück mit Bratkartoffeln, Eiern und Speck; meine Freunde für Bayerische Weisswürste mit Brezeln und süssem Senf. Das Brot kommt aus der eigenen Bäckerei und auch der Fleischsalat sowie sämtliche Wurstsorten sind hausgemacht. Otto...find’ ich gut!
Dean & Deluca:
In New York ein Renner, sorgt der berühmte Sandwich Shop nun auch in Bangkok für Furore. Wer sich etwas ganz Dekadentes leisten möchte, lässt sich sein Brötchen mit Hummerstückchen, Königskrabben oder schwarzen Trüffeln belegen. Preis: satte 2500 Baht. Das Dean & Deluca New York Breakfast Menu ist die günstigere Variante: Omelette mit Steak oder Lachs, Waffeln mit frischen Waldbeeren, oder Honig-Buttermilch-Pfannkuchen mit Ahorn Syrup.
“Und Ihr, liebe Gretel und lieber Hans, Ihr wisst nun wie es in einem Schlaraffenland zugeht. Macht Euch auf zum Semmelbach, doch vergesst nicht: das Land ist von einer Mauer aus Reisbrei umgeben und wer hinein will, muss sich erst durchessen!”
Wie schön, dass die Wirklichkeit in Thailand anders aussieht. Eine Reservation genügt, und schon ist man mitten drin im Morgenland der Schlemmerei. Ganz gleich ob mit Familie, guten Freunden oder einfach zu zweit: lassen Sie sich ruhig einmal von Bangkoks Engeln und guten Geistern ins Paradies der “Gourmandises” entführen, denn schliesslich ist die Kunst des Genießen die größte Tugend der Bewohner im Schlaraffenland...
Info
Four Seasons:
2450 Bht++ inklusive “free flow” (Champagner); T: 02-1268866; W: fourseasons.com/bangkok
Intercontinental:
1699 Bht++ ; plus 1199 Bht++ “free flow” (Champagner); T: 02-6560444; W: dining-experience.com
Shangri-La:
2450 Bht++ inklusive “free flow” (Champagner), T: 02-206 8677-8;
W: shangri-la.com
Sheraton Grande Sukhumvit:
2700 Bht++ inklusive "free flow" Bier, Wein & Cocktails
1300Bht++ pro Kind
T: 02-6498888; W: sheratongrandesukhumvit.com
Crowne Plaza:
1530 Bht++; T: 02-632 9000; W: crowneplaza.com
The Sukhotai:
2,500 Bht++; T: 02-3448888; W: sukhothai.com
JW Mariott:
1690 Bht++, T: 02-6567700; W: mariott.com
Peninsula:
1200 Bht++; T: 02-8612888; W: peninsula.com
Bei Otto:
555 Bht++; T: 02-2594560; W: beiotto.com
Crêpes & Co:
T: 02-6533990; W: crepesnco.com
Kuppa:
T:02-6630450-4; W: kuppa.co.th
Dean & Deluca:
MahaNakhon Pavilion, W: deandeluca.com/international
Brunchzeiten: Sonntags, 12 – 15 Uhr. Preise sind pro Person und ohne Gewähr. Bitte erfragen Sie aktuelle Informationen bei Reservierung.
Photos: Nathalie Gütermann / Hotel PR ©










































