Chiang Mai, Thailand, Goldener Buddha, Romantische, Flusslandschaft, Mae Pai River, Burma, Mae Sot 01

Im Herzen Thailands: Von Chiang Mai nach Koh Lanta

Zauberhafte Landschaften, verträumte Bergdörfer, menschenleere Strände. THAIZEIT begab sich auf eine Expedition ins Zentrum des Landes, das vor allem in seinem Inneren lächelt.

Von: Nathalie Gütermann Fotos: Nathalie Gütermann

Inselträume und Touristendestinationen wie Phuket oder Koh Samui spiegeln nicht das wirkliche thailändische Leben wider, ebensowenig das kosmopolitische Treiben in der Weltmetropole Bangkok. Daher hegte ich schon lange den Wunsch, einmal quer durch mein Lieblingsland zu reisen, meinen kulturellen Wissensdurst zu stillen und das „Unterwegs-Sein“ als Ziel zu definieren.

Sonnenstrahlen tanzen auf meinem Gesicht, als ich mit Vogelgezwitscher erwache. Das im Lanna-Stil erbaute Ayatana Hamlet & Spa Resort in Chiang Mai ist ein reizendes Boutique Hotel. Absolute Ruhe unter blühenden Bäumen, handbemalte Wände und geschnitzte Holztüren in allen 36 Räumen gehören zu den Highlights des Resorts. Ganz in der Nähe und ein kulturelles Muss: der Tempel Wat Phrathat Doi Suthep in 1500 Metern Höhe. Dieser ist nur über eine 300 Stufen lange Treppe zu erreichen, die von steinernen Schlangen flankiert wird. Im inneren Tempelhof befindet sich eine goldene Pagode, in der angeblich Teile der heiligen Relikte Buddhas aufbewahrt werden.

Ebenfalls einen Ausflug wert ist der tägliche Nachtmarkt. Im Vergleich zu anderen Märkten Thailands gibt es hier Antiquitäten, Kunsthandwerk und geschnitzte Möbel, die in den Werkstätten der Umgebung hergestellt werden und in Ausstellungsräumen auch tagsüber zu besichtigen sind.

CHIANG MAI – PAI – MAE HONG SON

Abfahrt in Richtung Pai nach Mae Hong Son. Die „Road of a 1000 bends“ liegt vor uns – die „Straße der 1000 Kurven.“ Um genau zu sein, es sind 1864! Vorsicht ist geboten, denn die Pass-Straße ist unübersichtlich. Erst auf einer Aussichtsplattform entspannen wir uns. Hier, 1600 Meter über dem Meeresspiegel, bieten Frauen des Bergstammes Lisu selbstgenähte Taschen an und musizieren auf Blockflöten. Nahe des charmanten Künstler-Dörfchens Pai kehren wir ein zum Mittagessen. Mitten in der Pampa steht die Belle Villa, ein traumhaftes Resort mit manikürten Gartenanlagen, englischem Rasen, romantischen Holzschaukeln und kleinen Häuschen auf Stelzen.

Die Gegend um Mae Hong Son ist durchzogen von spektakulären Tropfsteinhöhlen, doch die eigentliche Attraktion ist der Besuch des Paduang Hilltribe. Dieser Bergstamm ist bekannt für seine Giraffen-Frauen – ein fesselnder und zugleich erschreckender Anblick! Bereits in der Kindheit werden den Mädchen schwere Metallringe um den Hals gelegt. Es ist übrigens ein Märchen, dass die Metallringe den Hals der Trägerin verlängern. Vielmehr handelt es sich hier um eine optische Täuschung.

MAE SARIANG – MYAWADDY (BiRMA)

Picknick im Günen und Zwischenstopp im Kriegsmuseum von Khun Yuam – ein trauriger Vorgeschmack auf die Stadt Kanchanaburi und der damit verbundenen Geschichte der japanischen Invasion in Asien (1894 – 1945). Ein Kurzfilm über die hoffnungslose Liebesgeschichte zwischen einer Thailänderin und einem japanischen Kriegsverwundeten rührt zu Tränen. Bis heute lebt die alte Frau mit ihren Söhnen in diesem kleinen Ort. Von Mae Sariang windet sich eine winzige Straße die Bergkette hinauf – voller Schlaglöcher und loser Kieselsteine. Unser Ziel ist die Ortschaft Mae San Laep am legendären Saraween River. Der 2800 km lange Fluss entspringt in Tibet und bildet quasi die natürliche Grenze zwischen Thailand und Birma. Touristen können von Mae Sot für einen Tag in die birmesische Stadt Myawaddy hinüberlaufen und ihr 30-tägiges Visa auffrischen. Über die sogenannte „Freundschafts-Brücke“ schlendern wir in ein anderes Land, fahren auf Fahrrad-Rikschas zu weiss-goldenen Tempeln und einem Markt. Es ist bunt hier, sehr quirlig, ziemlich dreckig und die Fischpaste verbreitet einen ätzenden Geruch. „Ich liebe Thailand“, denke ich spontan. Auch wenn Grenzverkehr erlaubt ist, bin ich froh, als wir wieder heimischen Boden unter den Füßen haben und ich mir im eleganten Centara Mae Sot Hill Resort den Staub des Tages unter einer heißen Dusche vom Leib waschen kann. 

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SUKHOTHAI – KANCHANABURI

Die alte Königsstadt Siam ist heute als Sukhothai bekannt (wörtlich: Morgenröte der Glückseligkeit). Im Jahre 1238 aus einer alten Khmer-Siedlung gegründet, wurde sie wenig später für 120 Jahre Hauptstadt des Landes. Jahrtausend alte Steintempel prägen das Landschaftsbild und ein mehrstündiger Rundgang ist empfehlenswert. Mein persönliches Highlight: der Tempel Wat Si Chum. Allein die Sitzfläche der heiligen Figur Phra Achana hat eine Breite von 11,30 Metern, die Höhe beträgt etwa 15 Meter. Für ein Foto posiere ich neben der gigantischen, mit Goldfolie überzogenen Buddha-Hand, die um ein zehnfaches größer ist als ich.

Kanchanaburi ist berühmt für Relikte aus dem 2. Weltkrieg, die Brücke am River Kwai und die leider wahre Geschichte über die Eisenbahn des Todes, die später in Hollywood verfilmt wurde und mehrere Oskars gewann. Was allerdings nur wenige wissen: Neben ihrer historischen Bedeutung ist die Provinzstadt auch für Edelsteine bekannt – insbesondere für die Vorkommen von blauen Saphiren und dem schwarzen Onyx, einem vergleichsweise günstigen, aber sehr dekorativen Stein. Wenn man schon in dieser Gegend ist, sollte man unbedingt einen Abstecher zum Kloster Wat Pa Luangta Bua einplanen. Hier leben asiatische Tiger Seite an Seite mit buddhistischen Mönchen. Jeden Nachmittag kann man die Raubtiere unter Aufsicht streicheln und sich mit ihnen im Steinbruch fotografieren lassen. Obwohl der Tiger-Temple von der Regierung als Schutzzentrum anerkannt wurde, ist er wegen seiner kommerziellen Nutzung als Touristenattraktion bei Tierschützern umstritten.

CHUMPON KOH LANTA ISLAND

Genüsslich rollen wir an weitläufigen Obstgärten, Palmenhainen und Reisfeldern vorbei und erblicken bei Chumpon endlich das Meer mit menschenleererem, wildem Strand und einem einfachem Beach-Bistro mittendrin. Man stößt auch überraschend oft auf wunderschöne Hotelanlagen, selbst in den abgelegensten Winkeln des Königreichs. Besonders schick: das intime Tusita Resort mit seinen Holzbungalows auf Stelzen, umgeben von Teichen, Brücken, und Kokosnussplantagen. Die Einheimischen nennen die Kokospalme den „Baum des Lebens“, denn seine Früchte sind nicht nur Nahrungsmittel, sondern dienen auch der Seifen- und Kosmetikherstellung. In Thailand werden für das Pflücken der Kokosnüsse geschickte Makaken-Affen eingesetzt.

In der Provinz Krabi bringt uns eine Fähre nach Koh Lanta – der Inseltraum schlechthin,  vielleicht wie Koh Samui vor 20 Jahren! Ankunft im 5-Sterne-Resort Pimalai, das zweifellos zu den elegantesten Hotels Thailands gehört und oft und gern vom erfolgreichen deutschen Serien-Schauspieler Ralph Bauer gebucht wird, um dort Energie zu tanken. Auch ich atme Glück und lasse mich zum Abschluss unserer Reise auf einen Drink im Hill Club einladen – hoch oben auf dem Berg, mit Traumblick über die wunderschöne Bucht. Unvergesslich: Unser „Absturz“ in der Why Not Bar, nur wenige Meter neben dem Pimalai Resort. Mitten in Thailand sitzen wir wie Hippies barfuß auf schlichten Bastmatten, fühlen echtes Flower Power und ein Lächeln in unseren Herzen, während eine Reaggae Band vor sich hin rockt.

Info

Hotels

Chiang Mai:

Ayatana Hamlet & Spa Resort

 

Pai:

Belle Villa Resort

 

Mae Sot:

Centara Mae Sot Hill Resort

 

Sukhothai:

Heritage Resort (Bangkok Airways Hotel)

 

Kantchanaburi:

Felix River Kwai Resort

 

Chumpon:

Tusita Resort

 

Koh Lanta:

Pimalai Resort


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