Abschied von Rama IX.:

Königs-Kremation steht fest

Mitte April wurde der offizielle Termin für die Beisetzung des im Oktober 2016 verstorbenen thailändischen Königs Bhumibol Adulyadej bekannt gegeben. Nun stehen auch die wichtigsten Details für die Trauerfeier fest.

Seit der geliebte Monarch König Rama IX. im Herbst letzten Jahres nach langer Krankheit im Alter von 88 Jahren und einer Amtszeit von 70 Jahren das Zeitliche segnete († 13. Oktober 2016), wurde aus dem Land des Lächelns ein Land der Tränen. Nach wie vor dauert die unermessliche Trauer der Untertanen an. 

Jeden Tag pilgern Tausende zur symbolischen Urne und Gedenkstätte von König Bhumibol in der "Dusit Maha Prasat Throne Hall" des "Grand Palace". Bislang, so gab der Hof bekannt, erwiesen insgesamt 6.39 Millionen Menschen ihrem stets hoch verehrten Landesvater die letzte Ehre, und bis heute trägt die Mehrheit der Thais schwarze Kleidung oder eine schwarze Schleife.

Diese Respekt-Bezeugung wird auch noch bis Oktober 2017 andauern, denn erst nach der Bestattung des Kult-Königs - und nach der offiziellen Krönung seines Sohnes König Rama X. - wird wohl wieder eine gewisse "Normalität" in Thailand einkehren.  

 

Termin der Beisetzung: 
25. - 29. Oktober 2017

Dieses Datum gab Vize-Premierminister Prawit Wongsuwan gegenüber der Presse bekannt. Wobei der wichtigste Tag der 26. Oktober sein wird (ein offizieller Feiertag!), denn dann wird die eigentliche Einäscherung vorgenommen.

Zu der fünftägigen Zeremonie werden unzählige gekrönte und ungekrönte Häupter aus aller Welt erwartet; der Event wird von lokalen TV-Sendern übertragen. Vorgesehen sind zahlreiche religiöse und royale Zeremonien, so dass Thailand in Würde Abschied nehmen kann. 

Für die Feuerbestattung wird ein eigens dafür errichtetes, prunkvolles königliches Krematorium im Sanam Luang Park in Bangkok zur Verfügung stehen, an dem seit November letzten Jahres gearbeitet wird. Die Königstochter Prinzessin Sirindhorn wurde von ihrem Bruder, dem heutigen König Maha Vajiralongkorn Bodindradebayavarangkun beauftragt, die Beerdigung - und die damit verbundenen Prozessionen - zu organisieren, und Ihre Königliche Hoheit war auch maßgeblich an der Erstellung der Schrein-Designs namens "Phra Merumat" beteiligt.

500 menschengroße Skulpturen...

...werden derzeit von der Abteilung für schöne Künste in Nakhon Phatom erschaffen ("Fine Arts Department"). Faszinierende Kreaturen - zum Beispiel ein in majetätischer Pose hockender Löwe, kurz vor dem Sprung - oder mystische Fabelwesen werden das schloßähnliche Gebilde flankieren. Eine der auffälligsten Skulpturen ist der 2,75 Meter hoher Hindu-Gott Narayana, der auch einige deutliche Gesichtszüge des verstorbenen Königs aufweist. Basierend auf traditionellen Überzeugungen ist der König ein Avatar von Narayana.

Diese so unglaublich wichtige Veranstaltung für das Königreich ist eine einzigartige Möglichkeit für diese Handwerker, ihre sensationellen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Sie hoffen, dass ihre Skulpturen, zum Teil aus Ton, Fiberglas und Bronze gefertigt, später in einem Museum ausgestellt werden. Zeitgleich werden derzeit die königlichen Triumph- und Begräbniswagen im Nationalmuseum restauriert. 

Ein "Schloss-Schrein" im Park

Wenn er fertig ist, wird der auf vier Ebenen erbaute "Phra Merumat" mit seinem aufwendigen siebenstöckigen Dach exakt 50,49 m hoch sein, und vier Teiche werden ihn an den vier Ecken der Struktur einrahmen. Der Nordteich wird mit Elefantenherden, der Südteich mit heiligen Ochsen verziert. Am Westteich "weiden Pferde", und am Ostteich wachen Götter.

Man kann von einem beispiellosen Gesamtkunstwerk ausgehen, denn hier handelt es sich um einen Komplex mit insgesamt neun Gebäuden, verziert mit unzähligen mystischen Figuren und neun Türmen.

Ob das gesamte Bauwerk für Einheimische und Besucher nach der Bestattung erhalten wird und besichtigt werden kann, oder ob die gigantische Konstruktion am Ende komplett verbrannt wird, darüber wurde noch nichts offiziell bekannt. 

Sicher ist jedoch: Es wird auch ein 50 Meter hoher Scheiterhaufen errichtet, und viele Beobachter gehen davon aus, dass nach den königlichen und budhistischen Ritualen alles in Schutt und Asche versinkt. 

Ob dies wirklich so geschehen wird, und über die Einzelheiten des Programms, wird Thaizeit zum gegebenen Zeitpunkt berichten.

Zur Bildergalerie: Designs & Arbeiten

Ein Rückblick: Erinnerungen an König Rama IX.

Von: Nathalie Gütermann

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