Appel an Urlauber:

Helft unseren Korallen!

Thailand ist aufgewacht! Nach zahlreichen Appellen von Meeresbiologen und dem sichtbaren "Tod unter Wasser" behandeln die Behörden den Schutz der Korallen endlich mit höchster Priorität. "Aufreger des Monats" war ein Facebook-Foto von zwei Thailänderinnen...

... die sich in der Tiefsee mitten in einem Riff in Pose geworfen hatten und sich für ein Selfie gegen Steinkorallen lehnten. 

Was folgte war ein Sturm der Entrüstung auf sämtlichen sozialen Netzwerken und in den Medien. Vor allem Wissenschaftler verurteilten die beiden Reiseblogger aufs Schärfste, die wie Top-Modelle am Meeresboden der Surin Islands in der Mae Yai Bay posierten. Zumal diese Gegend wegen der fortschreitenden Korallenbleiche derzeit geschlossen ist, damit sich die zerstörten Riffe wieder erholen können. 

Jirapong Jeerawargsakul, ehemaliger Meeresforscher beim WWF Thailand, hatte die Bilder der beiden Frauen auf seiner persönlichen Facebook-Seite veröffentlicht, nachdem er sie im Reiseblog "Urlaub am Meer" mit folgender Bildunterschrift entdeckt hatte: "Ich sitze auf einem Felsen und mache eine kleine Schnorchelpause auf Koh Surin". Jirapong bezichtigte die Bloggerin der Dummheit und kommentierte sinngemäß:

"Wie blöd kann man eigentlich sein. Von wegen Stein..! Du weißt einfach nicht, dass dies ein Korallenriff ist".

Gegenüber den Medien erklärte er: "Der Mu Koh Surin Nationalpark hat laufend Probleme mit Touristen, die keine Ahnung haben." Und ein anderer Meeresbiologe, Khun Thon Thamrongnawasawat von der Kasetsart Universität, schrieb: "In der Vergangenheit waren die Similan Inseln und die Surin Islands wegen der dichten Korallenkolonien die schönsten Ort zum Tauchen. Die Korallen präsentierten sich wie Blumen... frisch und bunt. Aber auch hier machte die Korallenbleiche leider nicht halt." 

Insbesondere die Unterwasserwelt in der Mae Yai Bucht ist während des letzten Jahrzehnts durch den Tsunami, durch die Erwärmung und übermäßige touristische Aktivitäten zerstört worden. Deshalb ist diese Bucht geschlossen worden, um die Regeneration des Meereslebens zu ermöglichen. 

Eine andere Quelle kritisiert die Ignoranz der Touristen generell. Vor allem Chinesen würden sich "unmöglich verhalten", auf den Riffen "spazieren" gehen oder gar Stücke abbrechen, um diese als "Korallen-Souvenir" mit nach Hause zu nehmen. 

Dies ist übrigens strengstens verboten - ebenso wie Fische füttern in Schutzzonen!

>>> Hier geht's zum ausführlichen Thaizeit-Bericht

 

"Helft mit, unsere Korallenriffe zu schützen"

...schreibt Thon Thamrongnawasawat weiter und appeliert somit an ALLE Thailand-Urlauber. 

Er fügte hinzu: "Auf Korallenriffe zu treten oder darauf zu posieren ist unentschuldbar. Die Welt hat so viele Orte, wo man Fotos machen kann - ohne gegen die Gesetze zu verstoßen oder die Umwelt zu verletzen." Aussage eines weiteren Kommentators: "Gerade Blogger haben die Aufgabe, die Öffentlichkeit aufzuklären. Sie sollten Naturschutz promoten und nicht mit schlechtem Beispiel voran gehen", schrieb Pongpun Homsirikamol.

Nachdem die beiden thailändischen Bloggerinnen mit Medien- und Netizen-Kommentaren bombardiert wurden, veröffentlichten sie schließlich eine Stellungnahme auf ihrem Portal "Vacation on Sea": "Wir wussten es nicht besser", entschuldigten sie sich. "Es tut uns leid, und wir werden es nicht noch einmal tun. Die Parkbeamten haben uns bereits bestraft. "

Weitere Maßnahmen im Gange 

1. Wie Thai PBS berichtete, hat die Behörde für Meeres- und Küstenressourcen die Raumfahrts-Agentur GISTDA (Geo-Informatics and Space Technology Development Agency) unlängst gebeten, mit Hilfe von Satelliten den schwimmenden Müll in der Golfregion zu erfassen, um frühzeitig Säuberungsaktionen durchführen zu können. Immer wieder werden Plastikflaschen, Styroporbehälter, Bier- und Cola-Dosen sowie weiterer Unrat an Land gespült, insbesondere nach der Monsunzeit. Vor allem der Bezirk Prachuab Khiri Khan sei derzeit betroffen. Doch Dank der Satellitenaufnahmen soll das Müll-Problem nun besser in den Griff bekommen werden, um Korallen zu retten und Touristen nicht abzuschrecken.

2. Am Tubkaak-Strand in Krabi wurden 5 Luxushotels und ein Restaurant vom Amt für natürliche Ressourcen und Umwelt verwarnt, weil sie Abwasser ungefiltert ins Meer geleitet hatten. Sie wurden aufgefordert, ihre Abwasserrohre sofort aus dem Ozean zu entfernen und das Wasser zu klären. Ansonsten müssen die Betriebe mit heftigen Strafen rechnen. 

3. Seit 15. Februar 2018 dürfen nur noch 100 Touristen pro Tag die beliebte Insel Lawa Yai im Ao Phang Nga Nationalpark (Phang Nga) betreten. Ab 17 Uhr bis 6 Uhr früh wird sie komplett für Urlauber gesperrt. Desweiteren müssen grössere Boote mindestens 200 Meter Abstand vom Strand halten und nur an Bojen ankern. Touristen und Tourguides haben sich zudem strikt an die Regeln des Parks zu halten - das gilt auch für das Schnorcheln rund um Korallenriffe. Sollte dieses Umweltschutz-Projekt ein Erfolg werden, wird die Begrenzung von Urlaubern auch in anderen Marine Nationalparks des Landes angewendet.

4. Auch auf Koh Racha, eine südlich von Phuket gelegene Insel, gelten ab sofort strenge Vorschriften die verhindern sollen, dass Tauchboote, Taucher und Schorchler die Korallenriffe zerstören. Beamte des Marine Departments haben bereits Schilder aufgestellt, die Touristen über Umweltschutz und die damit verbundenen Regeln aufklären. 

5. Zu guter Letzt soll auch das brandneue Rauchverbot an zahlreichen Stränden dazu beitragen, dass keine Zigarettenkippen Sand, Land und Wasser weiterhin verunreinigen und somit vor allem das Meeresleben von "diesem Dreck" geschützt wird (Aussage eines Umweltschutzvereins). Wer sich nicht an das Rauchverbot hält, riskiert viel Ärger! (NG)

Hier geht's zum entsprechenden ausführlichen Bericht: 

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