Aufenthaltsdauer überschritten?

Alle Infos zum "Overstay"!

Verstöße gegen aufenthaltsrechtliche Bestimmungen sind in Thailand strafbar. Wer ins Königreich reist, sollte daher die bestehenden Gesetze ernst nehmen!

AKTUELLES UPDATE, 11.10.2018

Die thailändische Regierung hat seit dem 8. Oktober 2018 eine neue Niederschlagung gegen illegale Ausländer eingeleitet! Dazu gehören keineswegs nur Migranten ohne Visa und Arbeitserlaubnis, sondern ALLE, die ihren Aufenthalt im Königreich überziehen oder bereits überzogen haben.

"Ausländer mit Overstay raus" (Crackdown on illegal foreigners)! So lautet der aktuelle Befehl des stellvertretenden Ministerpräsidenten und Verteidigungsministers Prawit Wongsuwan. Die nationalen Sicherheits- und Einwanderungsbehörden haben nun 1 Monat Zeit, diesen "Clean-up" durchzuführen. 

Vor allem der neue Chef des Immigrationsbüros, Polizei-General Surachate Hakparn (Bild), hat angekündigt, besonders hart gegen Ausländer vorzugehen, die Thailand als sicheren Hafen für kriminelle Aktivitäten nutzen. Zudem sollen Tausende von Ausländer, die verdächtigt werden, ohne Aufenthaltsgenehmigung im Königreich zu leben, festgenommen und innert 30 Tagen deportiert werden.  

Sein Team von der Einwanderungsbehörde wurde angewiesen, das Gesetz strikt durchzusetzen!

Der Polizeikommandant hatte sich in den letzten Monaten als als Stellvertreter der Touristenpolizei einen Namen gemacht und über 1000 Ausländer bei mehreren Razzien festgenommen, die ihr Visum überschritten hatten. Darunter auch Deutsche. Da versteht "Big Joke" (Suchates Spitzname in der lokalen Presse) absolut keinen Spaß. 

Im März 2016 ging's los...

Im Namen der Behörden haben wir im Laufe diesen Jahres mehrfach auf Thaizeit.de darauf hingewiesen, doch einige Touristen scheinen diese "Warnungen" nicht ernst zu nehmen. Dabei ist's ein ernstes Thema  

Wöchentlich werden von Beamten der Immigration und Polizei landesweit Kontrollen durchgeführt - vor allem in Bangkok, Pattaya und auf Phuket. Zum Beispiel bei Straßen-Kontrollen, aber auch in Walking Streets, Bars und Nachtclubs. Dieser "Clean-up" begann bereits nach den Anschlägen im August 2016, und diese Razzien zeigen Wirkung. Mehrere Personen wurden geschnappt, die von der Interpol gesucht wurden, über 3 Dutzend wurden wegen Kriminal-Delikten verhaftet.

Allein im letzten Jahr wurden 9.265 Ausländer wegen "Overstay" in Gewahrsam genommen. Nach Angaben der Einwanderungsbehörde sollen sich derzeit rund 800.000 "Overstayer" in Thailand aufhalten - darunter viele Straßenarbeiter und Händler aus Bangladesch, Indien oder Afrika.

Doch auch Europäer, die länger durch Südostasien reisen und das 90 Tage-Visum überschreiten, oder "selbsternannte Studenten" die mit ED-Visum über einen Sprachkurs versuchen, länger im Land zu bleiben, als dies normalerweise für Touristen erlaubt ist, sind betroffen. 

Der Ablauf des Visums und somit der illegale Aufenthalt in Thailand ist strafbar. Darüber hatte Thaizeit hier detailliert berichtet.   

Infos für Touristen

Immer wieder wird die Thaizeit-Redaktion gefragt: Was passiert, wenn ich 3 oder 4 Tage länger im Köngigreich bleibe, als gesetzlich vorgesehen? Zunächst einmal raten wir: vermeiden Sie es unbedingt, die zulässige Aufenthaltsdauer zu überschreiten. Einer der schlimmsten Fehler, die ein Ausländer begehen kann, ist durch Unwissenheit oder Ignoranz die thailändischen Visa-Regeln zu brechen. Das ist im Königreich alles andere als ein Kavaliersdelikt.

Folgen des "Overstaying"

Beispiel: Der 20. November ist als Ausreisetag in Ihrem Pass gestempelt, sie halten sich jedoch am 21. November immer noch in Thailand auf. Damit überziehen Sie bereits ihre Aufenthaltsbewilligung. Das Auswärtige Amt betont: "Reisende mit "Overstay" riskieren Festnahme und Abschiebehaft, empfindliche Geld- und Haftstrafen, eine Abschiebung auf eigene Kosten und eine Wiedereinreisesperre".

Es gibt jedoch Situationen und Momente, die einen Rückflug erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich machen, zum Beispiel ein Krankheitsfall, oder man hat den Flug in den Nachbarsländern verpasst, oder, oder, oder...! Nun, wer ein paar wenige Tage länger bleibt, und einen guten Grund nachweisen kann, wird nicht gleich verhaftet - aber er muss zahlen. 

Zahlung notwendig - egal wie!

Hierzu die Deutsche Botschaft Bangkok: "Für „overstay“ bis zu längstens 40 Tagen wird zur Zeit eine pauschalierte Geldstrafe in Höhe von THB 500 je zusätzlichem Aufenthaltstag, maximal THB 20.000, erhoben.

Kann diese nicht bezahlt werden, folgt ein gerichtliches Verfahren, das im Regelfall zur Verhängung einer Geldstrafe oder einer Ersatzfreiheitsstrafe führt. Geldstrafen können auch bei Mittellosigkeit nicht auf deutsche öffentliche Mittel übernommen werden. Bis zur Abschiebung wird in der Regel Abschiebehaft angeordnet".

Grundsätzlich: Selbst bei ein paar Tagen "Overstay" verstehen die Behörden keinen Spaß mehr, denn unter der Militärregierung sind die Gesetze verschärft worden. Seit Oktober 2018, mehr denn je..!

Thaizeit rät:

  • Ist's doch mal passiert? Um jeglichen Ärger zu vermeiden, gehen Sie unbedingt vor Ihrem Abflug direkt zum Schalter der Einwanderungsbehörde (Bureau of Immigration) am Airport. Halten Sie das Geld parat und lassen Sie sich die Bezahlung quittieren. Also: 4 Tage overstay = 2000 Baht. Der Vorgang dauert meist nicht länger als 10 Minuten. 

  • Sollten Sie aus wichtigem Grunde länger bleiben müssen, melden Sie sich umgehend persönlich bei der Behörde, um Verhaftung zu vermeiden. Denn sollten Sie bei einem Routine-Check auf der Straße kontrolliert werden, und sie sind nur ein paar Tag "überfällig", werden Sie sofort in Gewahrsam genommen.

  • Personen, die mehr als 14 Tage überzogen haben, erhalten ab sofort einen Vermerk im Pass (und im Polizei-Computer), und müssen - ohne eine plausible Erklärung für den Overstay - mit Haft rechnen. Je nach Länge der Überziehung wird für die Betroffenen eine Einreisesperre von mehreren Jahren verhängt, und sie stehen auf der sogenannten "Blacklist".

    Derzeit gelten diese Regelungen (Foto rechts)...

  • Sollte eine Befragung der Beamten durchgeführt werden, sind Sie verpflichtet, nähere Angaben oder sogar Nachweise über die beabsichtigte Unterkunft zu erbringen. Auch muss die Ausreise durch ein gebuchtes Rückflugticket belegbar sein.

  • Es bleibt die Frage, wie sie agieren können, wenn Sie bereits im Gefängnis sind. Die Hoffnung, dass ein Freund hilft, ist absurd. Notieren Sie für alle Fälle die Rufnummer eines Thai Anwalts, rät Amnesty International, denn "Thai Gefängniss sind grausam und man kommt kaum wieder raus".

    Also am besten Sie vermeiden "Overstay" gleich von Anfang an...


Lesen Sie auch diesen interessanten Thaizeit-Artikel:

>>> Polizei-Kontrolle: Ihre Rechte im Überblick

Info

Quellen: 

The Nation (inkl. Foto vom neuen Chef der Einwanderungsbehörde) 
overstay.immigration.go.th/advice.html
bangkok.immigration.go.th/overstayorder_1.2558.pdf (Thai)

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