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Koh Mak: Wochenende auf der Betelnuss-Insel

Die charmante Nachbarinsel von Koh Chang ist in rund drei Stunden bequem von Bangkok aus zu erreichen. Perfekt also für einen Wochenendtrip.

Ich hatte es dringend nötig, mal wieder meinen Bürostuhl gegen eine Sonnenliege zu tauschen. Und das möglichst schnell. Also wählte ich die "Luxusvariante" und fuhr nicht mit dem Auto nach Trat, sondern nahm den Flieger. 

Zwei Stunden später flitze ich an der Küste von Koh Chang entlang über türkisblaues Meer, und am Horizont zeichnen sich bereits die Umrisse des kleinen Paradieses ab, das mich für die nächsten paar Tage meinen Büroalltag vergessen lassen soll. „Wow!“ – denke ich mir nur, als unser Boot die weiße Sandzunge ansteuert und sich vor meinen Augen eine kleine Bungalow-Anlage aufbaut, die mich sofort in Backpackerzeiten zurückkatapultiert: „Koh Kham“ ruft einer der Bootsjungen und schon klettern vier Leute über die Reling aus dem Boot und waten durchs glasklare Wasser in Richtung Hängematte und Robinsonromantik. Das war also noch nicht "unsere Insel"...

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MMS als Beweis

Der Motor heult auf und wenige Minuten später liegen wir am Holzpier von Koh Mak, wo bereits ein Pickup-Fahrer auf die Gäste des „Good View Resorts“ wartet. „Welcome to Koh Mak“ begrüsst er uns und los geht die Fahrt, erst noch über eine Betonstraße, dann aber bald schon über eine holperige Piste, die langsam durch Gummibaum- und Kokosplantagen dem höchsten Punkt der Insel entgegen steigt. Und genau dort wollen wir hin: Da wo man die beste Aussicht hat und der Horizont über den Palmwipfeln im türkisblauem Meer versinkt.

Es muss wohl ein Reflex sein, aber unverzüglich knipse ich ein Bild mit meinem Mobiltelefon und schicke den Beweis hinaus in alle Welt: Es hat keine drei Stunden gedauert von Bangkok hierher und das Wochenende auf der Insel kann beginnen.

Noch während mich die neidischen Kurzmitteilungen von Freunden aus Europa erreichen, erledige ich die Check-In Formalitäten, um mich dann auch sogleich über ein kleines steiles Sträßchen zum Strand zu begeben. „Wenn schon Insel, dann muss auch ein Sonnenuntergang dabei sein“, denke ich mir, und die Lage des Resorts bietet ja genau den Vorteil, dass einem eigentlich gleich in drei Himmelsrichtungen Strände zu Füssen liegen. Zugegeben, keiner dieser Strände grenzt direkt ans Resort an, zu erreichen sind sie aber alle in Fußdistanz. Die Insel ist schließlich auch klein; noch ist sie nicht völlig überbaut und noch gibt es hier keine großen Hotelbunker. Go-Go Bars und Unterhaltungsmeilen haben es erst bis auf die große Schwesterinsel Koh Chang geschafft und auch von Jet-Skis ist man hier noch verschont. 

Gemütliche Familieninsel

Nach einer erholsamen Nacht in meiner Tropenvilla will ich nun endlich die Insel erkunden. Es soll hier einen Tempel geben, eine Schule und einen größeren Pier – und was mich vor allem beschäftigt: „Wo sind denn die Betelnuss-Bäume, die der Insel einst den Namen gaben?“

Yodying Sudhidhanakul, der Besitzer und Betreiber des „Good View Resorts“ kennt die Insel wie seine eigene Hosentasche, schließlich lebt seine Familie auch schon seit bald hundert Jahren auf dem Eiland. Er selber ist in Deutschland aufgewachsen und nur zwischendurch wieder hier, um seine Sippe zu besuchen und im Resort zum Rechten zu schauen. Seine thailändischen Wurzeln gepaart mit deutschem Geschäftssinn sind wohl die richtige Mischung, die es für ein erfolgreiches Familienunternehmen braucht.

Der Familienvater weiß genau, was Europäer suchen und kennt auch die Ansprüche von Reisenden mit Kindern. „Koh Mak soll eine gemütliche Familieninsel werden“ verrät er sein langfristiges Ziel. Noch ist dies möglich, wie sich mir bei meiner Inselrundfahrt per Motorrad bestätigt. Die gut 20 Resorts und Bungalowanlagen integrieren sich fast alle einigermaßen gut in die Umwelt und die wenigen Autos, die auf der Insel fahren, sind durchaus zu ertragen. „Hier kann man auch problemlos mit dem Fahrrad fahren“, sagt Yodying Sudhidhanakul. Er habe deshalb auch schon daran gedacht, Radrouten auszuschildern, um längerfristig das Fahrrad als Fortbewegungsmittel voranzutreiben. Was ihm auch vorschwebt, ist eine Art Inselbus, der fixe Runden dreht und die Badegäste von Beach zu Beach fährt. „Ich möchte damit vermeiden, dass hier auf der Insel eine lokale Tuk-Tuk-Mafia entsteht, wie das andernorts passiert ist.“

Gummibäume und Palmen

Yodying Sudhidhanakul liegt viel daran, dass Koh Mak anders bleibt, als andere thailändische Tourismusdestinationen. Die Betelnussinsel hat zwar schon eine lange Geschichte von Fremdeinfluss, bis jetzt blieb sie aber von der totalen Ausbeutung durch den Massentourismus verschont. Schon vor über hundert Jahren war Koh Mak das erste Mal in fremder Hand; damals waren es die Franzosen, die von Osten her ihr Indochinesisches Reich in Richtung Siam vorantreiben wollten. Übrig geblieben aus jener Zeit ist allerdings nichts mehr: Es gibt weder Kolonialbauten noch Baguette-Bäcker oder französische Alleen auf Koh Mak. Dafür umso mehr Gummibäume, denn wie ich nach längerem Suchen feststellen muss, ist leider der Name nur noch Mythos und Betelnüsse gibt es hier längst keine mehr. Die Vegetation wird denn auch maßgeblich von Gummibaum- und Kokosnussplantagen geprägt, was allerdings dem Gesamteindruck einer grünen Oase keinen Abbruch tut.

Wer allerdings die totale Abgeschiedenheit und Natur pur sucht, ist auf Koh Mak falsch. Denn es hat sich bereits herumgesprochen, dass es hier noch schöne weiße Sandstrände und gemütliche Ferienatmosphäre zu fairen Preisen gibt. Vor allem an Wochenenden ist die relative Nähe zu Bangkok bereits spürbar und gerade zur Hochsaison sind einige der Resorts ausgebucht. Als Geheimtipp gelten aber immer noch die kleinen umliegenden Inseln, wie etwa „Koh Rayang“ oder die Backpackerziele „Koh Kham“ und „Koh Wai“. Wer kein Problem hat, wenn die Ventilatoren nach Mitternacht zu summen aufhören und der Laptop nur von 18 bis 23 Uhr geladen werden kann, findet auf den kleinen Inseln rund um Koh Mak bestimmt eine romantische Bleibe, die an Thailand vor 20 Jahren erinnert.

Eine Nacht auf der Dschungelinsel

Ich entscheide mich für eine gute Mischung und verbringe meine letzte Nacht auf Koh Rayang. Nach zwei Nächten gehobenen Standards im „Good Time Resort“, bin ich reif für eine Nacht auf der Dschungelinsel. Rund eine Viertelstunde Bootsfahrt in einer kleinen Nussschale trennt Koh Rayang und Koh Mak voneinander. Eine Strecke, die viele auch per Kajak bewältigen, um sich dann für ein paar Stunden am blendend weißen Sandzipfel Rayangs in die Sonne zu legen.

Da ich erst gegen 17 Uhr auf der kleinen Insel ankomme, sind die meisten Tagesausflügler aber schon weg. Der Strand gehört einzig und allein mir und den Bewohnern der wenigen Bungalows, die es auf dieser Insel gibt. Was will man mehr: Ein Traumstrand und seine eigene Insel, da fehlt nur noch ein gutes Nachtessen und das Glück ist fast schon perfekt. Das „Rayang Island Resort“ kann aber auch diesbezüglich gut mithalten. Hervorragende Curry-Gerichte und einen gebratenen Fisch gibt es hier, und wenn dann zum Dessert auch noch die Sonne zwischen den Felsen im Meer versinkt, kann man auch für ein paar Minuten vergessen, dass morgen schon wieder das Speed-Boot zurück ans Festland fährt und einem letztendlich auch hier nur gut drei Stunden vom Bürostuhl trennen.

Von: Pascal Nufer Fotos: Pascal Nufer

Info

Lage

Koh Mak liegt in der Provinz Trat im Nordosten des Golfs von Thailand. Die Insel ist per Speedboot oder per Kursschiff ab Lem Ngop zu erreichen. Koh Maks Fläche beträgt 16 Quadratkilometer, sie ist damit die drittgrösste Insel der Provinz, nach Koh Chang und Koh Kut.

 

Klima

Auf Koh Mak herrscht eine Durschnittstemperatur von 28 Grad, die Regenzeit dauert normalerweise von Mai bis Oktober. Üblicherweise gibt es zur Regenzeit täglich kurze heftige Schauer, gefolgt von sonnigen und angenehm warmen Abschnitten.

In der kühleren Trockenzeit ist das Wetter geprägt von einer erfrischenden Brise und Temperaturen, die nachts bis auf 16 Grad Celsius sinken können.

 

 

Anfahrt

Flug

Bangkok Airways fliegt 2 x / Tag nach Trat: Von da Transfer zum Pier buchen und dann per Speedboot oder Kursschiff ab Laem Ngop.

 

Bus

Ab Ekkamai Busterminal bis Trat oder direkt nach Laem Ngop an den Pier. (mehrere Busse täglich)

 

Auto

Wer selber fahren will, muss das Auto beim Pier in Laem Ngop abstellen (es gibt bewachte Parkplätze)

 

 

Unterkünfte

Good Time Resort

Gehobenes Familienresort mit authentischer Thaiküche, Pool, Thaivillen in tropischem Garten. goodtime-resort.com

 

Koh Mak Resort

Gepflegte Bungalow-Anlage an langem weißem Strand, mit Strandbar, Kajakvermietung, Restaurant, direkt am Pier gelegen. kohmakresort.com

 

Makathanee Resort

Moderne Holzbungalows mit Terasse, direkt am Strand, kleiner Pool, Anlage eher eng. makathanee.com

 

Ao Kao Resort

Das erste Resort, das es auf der Insel gab, noch immer in Betrieb und gut erhalten, einfache Bungalows an wunderschönem Strand. aokaoresort.com

 

Koh Rayang

Alleine auf der Dschungelinsel... Bungalows an weißem Strandzipfel. Einfache aber gepflegte Anlage. rayang-island.com

 

Koh Kham

Und noch eine einsame Insel mit einfachen Bungalows am Sandstrand