Finnisches Restaurant, Bangkok, Thailand, Finnische Küche, Thailand, Karjalan Piirakka

Finnland:

Finnische Küche in Thailand

Vor nicht langer Zeit wurde mir erzählt, dass es ein finnisches Restaurant in Bangkok gibt. Und alles, was ich dazu sagen konnte, war: „Das ist doch nicht dein Ernst, oder?“

Finnland! Wir wissen, dort werden die tollen, weltklassebesten Nokia-Mobiltelefone hergestellt. Das Wort Sauna kommt aus dem Finnischen und aus Suomi (Finnland) kommen viele Formel-1- und Rally-Fahrer, die wir gerne als die „fliegenden Finnen“ bezeichnen. Ja sogar der Blockbuster-Hollywood-Regisseur Renny „Stirb langsam“ Harlin kommt aus Finnland. Aber Essen?!

Jacques Chirac, der französische Präsident sagte einst nach seinem Helsinkibesuch: „Nach Großbritannien ist Finnland das Land mit der schlechtesten Küche.“ Aber Dinge ändern sich. Das heutige Helsinki kann mit Vier-Sterne-Michelin-Restaurants prahlen und die Küchenchefs (ehemals Köche) haben mitterweile nationalen Promistatus erreicht. Hier in Bangkok, dem fernen Osten mit Unmengen an internationalen Essvariationen von arabisch Halal (Soi Nana), Irisch (Soi Convent), Südkoreanisch (MBK Center) bis Schweizerisch (Sukhumvit Soi 20), findet sich nun auch ein schickes neues Finnisches Restaurant namens „Aalto Kitchen“. „Aalto“ heißt übrigens „Welle“ auf Finnisch.

Von wegen Fish and Chips

Das Lokal von Aalto ist an der Silom Road, in einem kleinen Karree namens Sun Square versteckt, wo sich auch ein vornehmes Spa und eine Kunstgalerie befinden. In der Mitte des Piazza sind gerade mal vier Tische mit Stühlen. Aalto al fresco könnte man sagen, obwohl in der feuchten Regenzeit der Klimaanlagenkomfort drinnen zu empfehlen ist.

Im Erdgeschoss  gibt es ein kleines Café und ein Treppenaufgang führt zum eigentlichen Restaurant in der oberen Etage. Das Aalto Kitchen Design ist warm und elegant. Schwarz-weiße Fotografien stellen das finnische Archipel dar und ein langer, vertikaler Spiegel schafft zusätzlichen virtuellen Raum. Aus der Musikanlage besingt Miles Davis die Gäste und sorgt für ein angenehm sanftes Ambiente.

Es ist ein kultiviertes, kleines, städtisch- trendiges Restaurant, das den zwei jungen Finnen Juha Granfors und Sami Heikkinen gehört, die einen „Chef de Cuisine“ und Helsinki-Flughafen-VIP-Service-Hintergrund mitbringen. Juha, der Küchenchef, war vorher Koch für die finnische Marine. „Die Ostsee war kalt, nass und windig und der Hunger der Marinesoldaten sehr groß“, sagt Juha Granfors. Sami, sein Partner, sammelte seine internationalen Erfahrungen, indem er sich um die Mägen von Staatsoberhäuptern, Filmstars und Wirtschaftsführern bei HEL/VIP Air Terminal kümmerte.

Hors d‘Ouvre und SmØrrebrØd

Das erste finnisch/skandinavische “Hors d‘Œuvre”, eine Art belegte kleine Happen aus Lachs und Roggenbrot, auf Dänisch auch  „smørrebrød“ genannt, erinnerte mich an meine Großmutter, die mir immer diese kleinen, deliziösen Leckerbissen zuschob, wenn ich aus der Grundschule kam.

Unser zweiter Appetizer war ein finnischer „Karjalan Piirakka“ (Karelia Kuchen), ein kleines, hellbraunes Gebäck mit einer Roggenkruste und einer Reispuddingfüllung, garniert mit einer Mischung aus Ei, Butter und Lachs. Auch meiner Begleitung, die zum ersten Mal in den Genuss der finnischen Küche gekommen ist, fiel dazu nur eins ein: „Le-ck-er!“ Zum Essen begleitete uns ein gekühlter, weißer, trockener Pinot Grigio, der zusammen mit Lachs ein unzertrennliches Paar darstellt.Unser nächstes Gericht war eine cremige, aber dennoch leichte Lachs-Kartoffel-Suppe. Eine sehr köstliche, klassisch finnische Brühe, die mit Roggenbrot serviert wird. Wenn Sie also von französischer Zwiebelsuppe oder Tom Yam Gung gelangweilt sein sollten, probieren Sie doch einfach mal die finnische Lachssuppe. Sie werden es nicht bereuen!

Von Meeresfrüchten zu Kohlblättern

Als Hauptgang bestellten wir Kohlrouladen á la Finnland. Gehacktes vermischt mit Reis, eingewickelt in Kohlblättern und dazu Kartoffelbrei. Dieses kräftig aussehende nordische Gericht mit einer dunklen Sauce lag ganz und gar nicht schwer im Magen, und die gefüllten Kohlrollen waren perfekt al dente.

„Kaalikääryleet” ließ mich ebenfalls wieder in Erinnerungen an die Kochkünste meiner Mutter und Großmutter schwelgen. Die Rede ist hier von einem Apfelkuchen finnischer Art: Selbstgemachter Apfelkuchen bestreut mit Zimt und serviert mit einer Kugel Vanilleeis. Eine weiche, lockere Masse, nicht übersüßt und das perfekte Finale einer kulinarisch-finnischen Erfahrung.

Aalto Kitchen ist ein gelungener Neuzugang in Bangkoks pulsierender Restaurantszene. Es ist ein Restaurant, bei dem die Zutaten und der Service an erster Stelle stehen und die Einrichtung elegant städtisch- schick ist. Zu guter Letzt noch ein Tipp: Das Aalto Kitchen hat auch eine Happy Hour. Zweimal pro Tag von 15 - 18 Uhr und 21 -23 Uhr.

„Kippis“ – zum Wohl, Cheers oder Votre Santé auf Finnish. KIPP-IS!

Von: John Lindgren, Übersetzung: Agnes Deblond Fotos: Apichon Rattanapayon

Info

Aalto Kitchen

1035/6 Sun Square, Silom Road Soi 21

Täglich geöffnet: 11 - 23 Uhr

Tel: +66 (0) 22 53 59 53

www.aaltokitchen.com

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