Königin-Sirikit-Staudamm

Flut in Thailand:

Die Ursachen für die Flut

Warum erlebt Thailand die schwerste Flut seit 60 Jahren? Ungewöhnlich starke Regenfälle sind nur eine Erklärung – die Katastrophe ist auch von Menschen verschuldet.

Mit der Regenzeit kommt leichtes Hochwasser: Daran ist man in Thailand gewöhnt und die Bewohner haben sich darauf eingestellt. Dass sich diese vorhersehbaren Überschwemmungen in eine Naturkatastrophe verwandelt haben, hat unter anderem folgende Gründe:

  • 2011 fiel in Thailand zunächst ungefähr gleich viel Regen wie in den vergangenen Jahren. Ab August gab es jedoch langanhaltende und schwere Regenfälle. In diesem Zeitraum mussten die betroffenen Teile des Landes eine 45 Prozent höhere Niederschlagsmenge als gewöhnlich verkraften.
  • Vom Norden fließt das Wasser über Zentralthailand durch die Flüsse Jeen, Bang Pakong und Chao Praya und bei Bangkok schließlich  in den Golf von Siam. Ein Großteil der Regenmassen der Monsunzeit wird vom Boden aufgesaugt und versickert in den Wäldern. Weil in den vergangenen Jahren aber immer mehr Flächen abgeholzt und versiegelt wurden, kann auch weniger Wasser einfach vom Boden absorbiert werden. Viele Überschwemmungsflächen neben Flüssen, die als Wasserreservoirs dienten, wurden ebenfalls bebaut. Die natürlichen Ablaufwege des Wassers wurden durch Dämme und Deiche verändert und von Menschenhand modifiziert. In Bangkok wurden über die Jahre zahlreiche Kanäle zugeschüttet oder sind von Abfällen verstopft.
  • Der Leiter der thailändischen Natural Disaster Warning Foundation, Smith Dharmasaroja, erhebt zudem schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen des Wassermanagements: Zu Beginn der Regenzeit sei zuviel Wasser in den Dämmen gestaut worden, sagte er gegenüber der New York Times. Als es immer heftigere Niederschläge gab, seien aus den Dämmen riesige Wassermassen entleert worden. Erst dadurch sei es zu den immensen Ausmaßen Flutkatastrophen gekommen.
  • Die Regierung wollte (und musste) strategisch wichtige Gebiete in Bangkok, wie den Suvarnabhumi-Flughafen oder das Stadtzentrum, vor der Flut schützen. Die Wassermassen lassen sich jedoch nicht kontrolliert umleiten, ohne dass andere Gebiete den Preis dafür zahlen. Die Folge sind aufgebrachte Bürger, die sich ungerecht behandelt fühlen und Deiche sabotieren. 

Bis Thailand die Flut überstanden hat, wird es noch Wochen dauern. Dann liegt es an der Regierung, die Schlüsse aus der Katastrophe zu ziehen. Premierministerin Yingluck Shinawatra hat bereist eine üppige Initiative angekündigt. Projektname: "Neues Thailand". Investitionen in Höhe von 600 bis 800 Milliarden Baht sollen in die Neustrukturierung der Wasserentsorgung aus den Hochwassergebieten fließen.

Der größten Volkswirtschaft Südostasiens bleibt nichts anders übrig - für die Wiederherstellung der natürlichen Eindämmungen des Monsuns ist es zu spät.

Von: thaizeit

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