Gefahr unter Palmen:

Kokosnuss-Tragödie! Bitte Vorsicht...

Dies ist leider kein Witz! Wer im Urlaub unter einer Palme am Strand ein schattiges Plätzchen sucht, oder aber beim Trekking im Urwald durch Palmenplantagen schreitet, der sollte aufpassen und erst mal nach oben schauen.

MERKE: Sind die Nüss noch grün... keine Sorge! Hängen aber reife, braune Früchte in der Palmkrone, dann lieber nichts wie weg! Denn herabfallende Nüsse sind eine ernst zu nehmende Gefahr für Menschen. Immer wieder hört man von Urlaubern, dass sie bei Unachtsamkeit von einer Kokusnuss schwer verletzt oder sogar erschlagen wurden. Sie meinen, das ist ein Scherz? Von wegen! 

Leider wird das Thema viel zu oft "unter den Sand gekehrt", denn wer Urlaub in einem pardiesischen "Bounty-Land" macht, denkt zunächst an die wunderbaren Vorteile, die ihm die Früchte von einem "Baum des Lebens" bescheren: gesundes, köstliches Kokoswasser und schneeweisses Kernfleisch, oder auch duftende Seifen oder Cremes.

Doch wie im Paradies, ist nicht alles nur ein Schlaraffenland, und gerade in der exotischen Ferne lauern Gefahren, an die man niemals denkt. Wir sprechen nicht etwa von gefährlichen Quallen oder einem Stich oder Biss durch Schlangen, Spinnen oder gar Skolopender. Nein. Wir sprechen von "Verletzungen aufgrund fallender Kokosnüsse".

Vorsicht, Lebensgefahr!   

Genau zu diesem Thema veröffentlichte der kanadische Unfallpräventionsforscher Peter Barss bereits im Jahre 1984 in der Fachzeitschrift "Trauma" eine Untersuchung, schreibt die Tageszeitung "Die Zeit" auf ihrem Web-Portal unter dem Titel "Die Killer-Kokosnuss". Zitat von Barrs: 

Die Kokosnuss wiege bis zu vier Kilo, erreiche 80 Stundenkilometer beim Fall aus 25 Meter Höhe und übe beim Aufprall mehr als eine Tonne Druck aus. Jedes Jahr würden weltweit mindestens 150 Menschen von Kokosnüssen erschlagen, sagt Barss. 

Die Kokosnuss, Inbegriff und Lebensgrundlage der Tropen: ein grausamer Killer? "Machen Sie mit Ihrer Schwiegermutter einen Spaziergang unter Kokospalmen", empfiehlt ein beliebtes Sprichwort auf den Inseln im Pazifik. Quelle: zeit.de/2003/47/Urlaubsgefahren

"Auf den ersten Blick wirkt eine Kokosnuss alles andere als bedrohlich", schreibt auch das Portal Coconut-Project.eu. Nichts ist weiter auffällig an ihrem haarigen Äußeren. Und doch besitzt die Frucht der in der Fachsprache als Palmengewächs bezeichneten Kokospalme ein für ihre Gefährlichkeit verantwortliches Attribut: Sie ist hart. Steinhart.
Quelle: coconut-project.eu/touristensterben-durch-kokosnussunfaelle/

Aktuelles Beispiel: In Thailand fast erschlagen

Am 19. Januar 2018 berichtete "Welt.de"-Autor Christoph Hornef von seinem "Kokosnuss"-Erlebnis auf Koh Phangan in Thailand.

Dieser Urlaub jedenfalls endete nicht sehr gut. "Das Geschoss kam aus heiterem Himmel", schreibt der Autor. Auch er fühlte sich sicher: "Wer denkt schon im Paradies an die dort lauernden Gefahren ... der Paradiesfrucht, nicht in Form eines Apfels, sondern einer Kokosnuss.

"Wenn überhaupt fürchtet man sich vor Moskitos, Tsunamis, Spinnen, Schlangen oder Haien. Aber vor Kokosnüssen? Droht man beim Schlürfen des frischen Kokos-Wassers am Strohhalm zu ersticken? Oder sich beim Versuch, die dicke Faserschale der tropischen Frucht mit der Machete zu öffnen, ein paar Finger abzuhacken? Nein, gemeint ist die Gefahr der Kokosnuss als gefährliches, vielleicht tödliches Geschoss".

Kokosnuss-Bombe: "Streifschuss von der dummen Nuss"

"Und dann trifft es mich aus heiterem Himmel", schreibt Christoph Hornef weiter. "Mir gehen kurz die Lichter aus. Nach kurzem Blackout finde ich mich am Boden liegend wieder. Irgendwie habe ich noch mitbekommen, dass etwas auf meinen Kopf geknallt ist und die Zähne geknirscht haben. Verwirrung. Gebiss abtasten. Noch alles da. Neben mir liegt eine Kokosnuss im Sand. Langsam dämmert es im ramponierten Schädel. Mir tropft Blut bei 34 Grad ins Auge. Ich ertaste den Einschlagkrater auf meiner Stirn..."

Und weiter: "Währenddessen schaue ich bei Onkel Google nach. Suchanfrage: Unfälle Kokosnuss. Ergebnisse: „Die Killerkokosnuss“, „Touristen sterben durch Kokosnussunfälle“, „150 Menschen jährlich erschlagen“, oder auch „Killer Nr. 7 in der Natur“.

Da habe ich ja Schwein gehabt!"* 

Ja, das hat der "Welt"-Autor in der Tat. Deshalb möchte das Thaizeit-Team nochmals explizit auf diese Gefahr hinweisen. Sie müssen sich keinesfalls Ihren Urlaub vermiesen lassen, sondern einfach achtsam sein! Wie immer gilt: Aufklärung und Vorsorge sind besser als Nachsorge.

Und hier im Anschluss etwas super Positives (was klar überwiegt!). Nämlich: was die Kokosnuss alles für Ihre Gesundheit tun kann: 

>>> Die Kokosnuss: Alles über die "Wunderfrucht" 

Von: Nathalie Gütermann

Info

*Quelle & Foto des verletzten Autors Christoph Hornef:
welt.de ("Koh Phangan in Thailand: Ein Geschoss aus heiterem Himmel", 19. Januar 2018)

Hier noch ein weiterer interessanter Artikel zum Thema auf Wikipedia (in Englisch):
https://en.wikipedia.org/wiki/Death_by_coconut

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