Mit dem Zug durch Thailand:

Probier’s mal mit Gemütlichkeit ...

Thaizeits Führer durch Thailands Eisenbahndschungel. Und: die aktuellsten News 2018 mit den neuesten Verbindungen ab Bangkok.

Zugegeben, wer an europäische Hochgeschwindigkeitszüge gewöhnt ist, muss sich  auf einer Bahnfahrt durch Thailand in Geduld üben. Trotzdem lohnt sich eine Reise mit der State Railway of Thailand. Die Thailändische Staatsbahn ist nicht nur das zuverlässigste, sondern auch das älteste öffentliche Verkehrsmittel des Landes, und bietet garantiert nach wie vor die schönsten Begegnungen mit Land und Leuten. 

Neuigkeiten für 2018

Seit Januar 2018 gibt's ein paar aktuelle News für Urlauber, die gerne Bahn fahren: 

  • Mit Japan wird derzeit das Hochgeschwindigkeitszugprojekt "Bangkok-Chiang Mai" besprochen.

  • Ab März 2018 testet die thailändische Staatsbahn eine neue Zugverbindung von der Hauptstadt nach Pattaya. Damit sollen Tagestouren und Wochenendreisen gefördert werden. Immerhin gibt's in unmittelbarer Stadtnähe einiges Interessantes zu sehen... hier sind unsere 10 Highlights!

Testphase: Bangkok - Pattaya

Während der 6 Monate langen "Probezeit" werden erstmals - zusätzlich zur täglichen Verbindung während der Woche - jeweils auch am Samstag und Sonntag klimatisierte Züge eingesetzt. Ankunft in Pattaya: 9 Uhr morgens; die Rückfahrten nach Bangkok beginnen ab 15:50 Uhr. Fahrtzeit: ca 2 1/2 bis 3 Stunden. Wenn der Test erfolgreich erfolgt, soll die Wochenendverbindung dauerhaft angeboten werden.

Ausgangspunkt der meisten Reisen ist der Bahnhof Hua Lamphong, wie der Bangkoker Hauptbahnhof von den Einheimischen genannt wird. Das altehrwürdige Gebäude am Rande von Bangkoks Chinatown ist direkt an die U-Bahn angebunden und bildet das Herz des thailändischen Bahnnetzes.

Von hier aus verlassen die Züge die Hauptstadt in alle vier Himmelsrichtungen, wobei die wichtigste Linie seit je her die Nord-Südverbindung ist. Schon das allererste Stück der Thailändischen Bahn war Teil dieser Strecke und verband Bangkok mit der rund 135 Kilometer nördlich gelegenen ehemaligen Hauptstadt Ayutthaya. 

Noch heute führt eine Reise von Bangkok  nach Chiang Mai über diesen ältesten Streckenabschnitt, der vor über 110 Jahren vom damaligen König Chulalongkorn persönlich in Auftrag gegeben und eingeweiht wurde.

Des Königs deutscher Bahndirektor

Beeindruckt von seinen Reisen nach Europa, wollte der Monarch damals in Thailand ein Eisenbahnnetz aufbauen, das alle Landesteile miteinander verbinden sollte. Eines seiner großen Vorbilder war dabei die preußische Staatsbahn. König Chulalongkorn gelang es, den preußischen Bahnpionieren zwei Ingenieure abzuwerben und diese in die Dienste der neu gegründeten königlichen siamesischen Staatsbahn zu stellen. So  kam es, dass der erste Direktor der Royal State Railway of Siam ein Deutscher war, der Hua Lamphong (Foto rechts) und auch den bildschönen Bahnhof von Hua Hin maßgeblich prägte.

Wer allerdings heute mit der Thailändischen Bahn fährt, misst sie besser nicht an europäischen Standards. Es gibt immer mal wieder Entgleisungn, doch grundsätzlich ist das Wagenmaterial gut gewartet und entspricht je nach Buchungs-Klasse auch westlichen Vorstellungen von Reisekomfort und Sicherheit. 

Reise durch den Tarifdschungel

Welche Klasse soll es sein? Erste, zweite oder gar dritte? Was bitte ist denn der Unterschied zwischen einem Sprinter und einem Express-Train? Sollen wir wohl eher tagsüber fahren, oder taugen die Betten in den Schlafwagen etwas?

Wichtigstes Detail vorweg: Will ich nicht auf dem Bahnsteig mit Sack und Pack stehen bleiben,  buche ich mein Ticket besser schon ein paar Tage vor der geplanten Reise in einem Reisebüro oder direkt am Bahnhof. Gerade an Wochenenden und insbesondere an thailändischen Feiertagen sind die Züge hoffnungslos ausgebucht. 

Auf Holzbänken übers Land

Die Klassenwahl hängt nicht nur mit der Vorstellung von Komfort zusammen, sondern ist sehr direkt mit der Wahl des Reiseziels verbunden. Auf Nebenstrecken fahren oftmals nur Zweite- und Dritteklasse-Züge, während auf den Hauptverkehrsachsen alle Klassen verfügbar sind. Als Faustregel gilt: Für Reisen bis zu drei Stunden liegt der Abenteuerfaktor der dritten Klasse wohl noch unter der Schmerzgrenze eines durchschnittlichen europäischen Gesäßes;  alles was darüber ist, wird zur reinen Tortur. Viel größer ist die Auswahl an möglichen Reisevarianten auf den touristischen Strecken der Nord-Südachse: Von Bangkok nach Chiang Mai fahren beispielsweise täglich nicht weniger als sieben Züge,  in vier verschiedenen Buchungsklassen.

Wichtigste Frage bei dieser Reise ist zuerst, ob man lieber nachts oder doch eher tagsüber fährt. Abzuwägen gilt hier einzig, ob man gerne etwas von der Reise durch Dschungel, Gummiplantagen und Reisfelder mitbekommen will, oder ob einen die Zugfahrt schlicht und einfach von A nach B bringen soll. Tagsüber bieten sich zwei Möglichkeiten: Der Sonderexpresszug, der die Reise in zwölf Stunden bewältigt, auch „Sprinter” genannt oder der normale Schnellzug, der für die gleiche Strecke eine Stunde länger braucht. Beide Züge bieten gegen einen kleinen Aufpreis klimatisierte Wagenabteile, wobei für jene eine Strickjacke als Vorbeugung einer Erkältung zu empfehlen ist, da die Klimaanlagen der Thailändischen Bahn sehr effizient arbeiten.

Im "Rolls-Royce"-Zug durch die Nacht

Für eine lange Reise auf Thailands Schienen bieten sich die Nachtzüge besonders an. Selbstredend ist der Komfort nicht mit einem „Citynightline“ zwischen Berlin und Zürich zu vergleichen, das Prädikat „in Ordnung“ verdienen aber alle Klassen der Nachtzüge locker.

Die preisgünstige Variante im Nachtzug bilden die „Sleeper“ der zweiten Klasse: In diesen Grossraumwagen sind die zweistöckigen Schlafkojen entlang des Mittelgangs in Fahrtrichtung angeordnet. Ein Bisschen Privatsphäre bieten einzig Stoffvorhänge, mit denen man sich vor den Blicken der Mitreisenden und dem Licht im Wagen schützen kann. Ventilatore sorgen für etwas frischere Luft.

Die Reise im "Rolls Royce" der Staterailway of Thailand ist die erste Klasse, die es einzig und allein in den Schlafwagen gibt. Diese Variante bietet ein abschließbares Zweierabteil mit Etagenbetten und Waschbecken im Raum. Im Fahrtpreis inbegriffen ist bei allen Schlafwagen frische Bettwäsche. Das Beziehen übernimmt das Zugpersonal.

>>> Impressionen von der "Bummelfahrt"

Info

Buchen

Bahnfahrkarten können in den meisten Reisebüros in Thailand gebucht werden, sind aber auch am Hauptbahnhof in Bangkok erhältlich. Für Ausländer gibt es beim Eingang der Hua Lamphong-Station einen Informationsschalter mit Englisch sprechendem Personal. Um die Ticketwahl zu erleichtern, gibt es an diesem Schalter von jedem Zug und jeder Buchungsklasse ein Foto und eine Beschreibung. Gekauft werden die Tickets dann in der Schalterhalle an einem der drei Schalter, die speziell für Ausländer reserviert sind und vor denen sich hilfsbereite Studenten, die ihr Englisch aufbessern wollen, liebevoll um die ausländischen Bahnfahrer kümmern.



VERPFLEGUNG

Wenn auf längeren Bahnfahrten mal der Magen knurrt, ist das in thailändischen Zügen kein Problem. Auf Langstreckenzügen gibt’s immer ein Bordrestaurant, bei dem Essen und Getränke auch an den Platz bestellt werden können. Meistens ist eine Auswahl an verschiedenen thailändischen Speisen erhältlich. Außerdem verkaufen fliegende Händler an jedem größeren Bahnhof  Getränke und Snacks durchs Fenster oder kommen sogar in die Züge rein.

 


WEB: Offizielle Seite der Thailändischen Eisenbahn, mit Informationen zu Tarifen und Fahrplänen: railway.co.th

 

 

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