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Flugpersonal aus Thailand:

Professionell und Charmant in Blau und Gelb

Auf den Strecken zwischen Deutschland und Thailand setzt die Lufthansa auch auf thailändische Flugbegleiter.

Bei strahlend blauem Himmel gleiten wir an Bord des Lufthansa-Fluges LH 783 von Frankfurt via Bangkok in Richtung Kuala Lumpur. In der Business Class bereitet Frau Supaporn Peratanasumran die Mahlzeiten für die Fluggäste zu. Die Gäste in der Economy Class werden von Herrn Woraphat Anaworayan versorgt. Als das Flugzeug einige Zeit später in Kuala Lumpur landet, haben wir Gelegenheit, mit den beiden thailändischen Flugbegleitern zu sprechen. Wir machen es uns in den breiten, weichen Sitzen der Lufthansa-Economy-Class bequem.

Khun Supaporn und Khun Woraphat, erzählen Sie unseren Lesern bitte etwas über Ihre Aufgaben.

Khun Suraporn: Unser Team besteht aus drei thailändischen und dreizehn deutschen Flugbegleitern. Ich betreue die Gäste der Business Class, aber wenn es weniger zu tun gibt, dann helfe ich natürlich auch hinten mit aus. Wir haben fünf Serviceversprechen: Persönliche Hinwendung, spürbare Sicherheit, Liebe zum Detail, Respekt vor Status und Kultur und Professionalität im persönlichen Erscheinungsbild und Auftreten.

Khun Woraphat: Ich betreue die Gäste in der Economy Class. Eine unserer wichtigen Aufgaben als thailändische Flugbegleiter ist die Betreuung der asiatischen Passagiere, die sich freuen, auch thailändische Gesichter zu sehen. Das schafft Vertrauen. Und für Gäste aus anderen Kulturen repräsentieren wir die asiatischen Servicementalität.  

Khun Suraporn: Ja, das ist ein Vorteil einer deutsch-thailändischen Crew, der Mix der Kulturen – die Kombination aus deutscher Sicherheit und thailändischem Service.

Welche Schwerpunkte hat Ihre Arbeit? Was ist ein typischer Arbeitsablauf?

Khun Woraphat: Die Lufthansa ist vor allem bekannt für Sicherheit. Sicherheit und Service sind Bestandteile eines bestimmten Zeitablaufes: Bevor das Flugzeug startet, muss alles sorgfältig überprüft werden. Im zweiten Schritt kommt dann der Service. Wir bereiten in der Küche die Speisen vor und versorgen die Passagiere mit allem, was sie benötigen, um sich wohl zu fühlen. Eine weitere Sicherheitsprüfung folgt, wenn das Flugzeug gelandet ist.

Was schätzen Sie an Ihrem Job?

Khun Woraphat: Die Arbeitszeiten gefallen mir gut, die Arbeitsatmosphäre ist lebendig und der Job macht Spaß. Es ist ein Traumjob, weil man soviel von der Welt sieht. Und ich darf diese schöne Uniform tragen ...

Erfüllt die tägliche Arbeit des Flugbegleiters Ihre Vorstellungen vom Traumjob?

Khun Suraporn: Es gibt viele angenehme aber auch sehr anspruchsvolle Aspekte. Es ist ein harter Job mit großer Verantwortung, aber es ist ein spannender Job und wir sehen viel von der Welt. Ich treffe ständig neue Leute, sehe Gesichter aus unterschiedlichen Kulturen, lerne neue Sichtweisen kennen.

Khun Woraphat: Viele sehen in der Arbeit eines Flugbegleiters nur einen Job. In Wirklichkeit ist es ein respektabler Beruf. Wir arbeiten in einer Firma mit einem guten Namen und haben die Möglichkeit, uns betriebsintern weiterzubilden. Lufthansa ist ein sicherer Arbeitgeber, nicht nur über den Wolken.

In wirtschaftlichen Krisen kann vieles gekürzt werden, aber am Kunden wird zuletzt gespart. Mitarbeiter und Management ziehen auch in der Krise an einem Strang. Entlassungen konnten so fast immer vermieden werden. Man ist Teil einer großen Familie und treibt seine Karriere voran. Ich bin seit 13 Jahren bei der Lufthansa.

Khun Suraporn: Genau wie ich, seit gestern sind es genau 13 Jahre.

Welche Fähigkeiten helfen, eine solch lange Laufbahn erfolgreich zu gestalten?

Khun Suraporn: Wir haben ganz unterschiedliche Profile. Jeder trägt mit seinem Hintergrund etwas zum Unternehmenserfolg bei. Zum Beispiel kenne ich einen deutschen Kollegen, der neben seinem Studium Krankenpfleger gelernt hat. So eine Ausbildung hilft natürlich an Bord.

Khun Woraphat: Ich denke, das ist das Besondere an der Lufthansa. Unterschiede werden als Bereicherung wahrgenommen. Wir wollen kein homogenes Team mit identischem Erscheinungsbild und Persönlichkeitsprofil sein. Bei der Lufthansa darf man sein, wie man ist. Individualität ist quasi ein informeller Unternehmenswert. Natürlich haben wir Standards, Prozesse die gleich ablaufen müssen, aber wir haben auch Spielraum, um unsere Dienstleistung persönlich zu gestalten. Ein Flugbegleiter sollte extrovertiert sein und die Fähigkeit besitzen, auf viele unterschiedliche Menschen und Kulturen offen zuzugehen.

Welche zusätzlichen Trainings mussten Sie absolvieren?

Khun Suraporn: Jeder Flugbegleiter der Lufthansa wird zwei Monate lang trainiert, um die Serviceabläufe und die Sicherheitsaspekte zu lernen und die Unternehmenskultur zu verstehen.

Khun Woraphat: Das Training konzentriert sich vor allem auf Sicherheitsaspekte und Notfall-Situationen. Wir werden auf verschiedene Szenerien vorbereitet und auf die unterschiedlichen Flugzeuge geschult. Einmal im Jahr gibt es ein Training zum Auffrischen.

Welche Teile des Trainings finden Sie besonders wichtig?

Khun Suraporn: Das Erste-Hilfe-Training. Das ist nicht nur an Bord wichtig, sondern auch im Alltag. Wir können mit unserem Training jedem Menschen helfen, auch außerhalb eines Flugzeugs.

Khun Woraphat: Das Wichtigste, was ich gelernt habe, ist die Bedeutung der schnellen Redaktion. Das Training hilft, schwierige Situationen schnell in den Griff zu bekommen.

Was gefällt Ihnen in Deutschland besonders gut?

Khun Woraphat: Das Nachtleben ist toll in Deutschland. Es gibt es viele Bars, die bis in den Morgen geöffnet sind. Die Leute wandern von einer Kneipe zur nächsten. So lernt man viele unterschiedliche Menschen kennen. Außerdem mag ich die Städte mit ihren alten, gut erhaltenen Gebäuden. Überall finden sich Postkartenmotive!

Khun Suraporn: Ich mag den deutschen Sommer, die Luft ist so trocken, so angenehm. Dann sitze ich draußen und genieße den Sonnenschein und esse einen Apfelstrudel.

Und was gefällt Ihnen an der Mentalität der Deutschen?

Khun Suraporn: Die Deutschen sind sehr direkt. Das kann sehr positiv sein, zum Beispiel um Probleme schnell zu lösen. Das kann aber auch schwierig sein für Thais, insbesondere auf der persönlichen Ebene – wir sind da etwas sensibler. Direktheit kann konstruktiv sein, aber auf Asiaten auch unhöflich wirken.

Sprechen Sie Deutsch?

Khun Suraporn: Ein wenig. Zu Beginn unserer Arbeit wurde uns die Möglichkeit angeboten, einen Sprachkurs zu absolvieren.

Von: Christin Grothaus Fotos: Apichon Rattanapayon

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