„Sacred Tattoos"- Exklusiv:

Thailands heilige Tattoos

Haben Sie schon mal von Sak Yan Tätowierungen gehört? Sie sind bekannt als stark spirituell gefärbte Tattoos, die wie Amulette auf der Haut getragen werden. Seit hunderten von Jahren werden sie von Mönchen per Hand gestochen, und der Träger glaubt, dass sie Schutz und Glück bringen.

Alle Fotos: Dan White. Foto-Veröffentlichung in unserer Bildergalerie aus dem Bildband "Sacred Tattoos of Thailand" mit ausdrücklicher Genehmigung des Buchautors Joe Cummings.

Eins vorweg:

Wir reden hier nicht von "Gangster-Tattoos" oder den Kitsch-Bildchen mit Rosen, nackten Frauen und Liebesnamen, die sich die jungen Leute von heute in jedem Billig-Laden auf ihre Haut stechen lassen! In diesem Bericht - und in einem außergewöhnlichen Bildband, den wir Ihnen ans Herz legen möchten -, geht es um die uralte Kunst des Tätowierens. Und um die tiefe Bedeutung, die hinter jedem "Ornament" steckt.

Porentiefe Magie

Als Yantra-Tätowierung "Sak Yan" (auch: "Sak Yant") wird eine sakrale Form der Tätowierung bezeichnet, die in Südostasien – vor allem in Kambodscha, Laos und Thailand – weit verbreitet ist. Diese "magischen Tattoos" besitzen in der Tat eine eigentümliche Anziehungskraft.

Das fand auch Schauspielerin Angelina Jolie, die sich einen Tiger und diverse mystische Symbole im legendären "Tattoo Tempel" WAT BANG PHRA auf den schönen Rücken stechen lies und  "Sak Yan" in der ganzen Welt bekannt machte. Hier geht's zum ausführlichen Bericht! Selbst diejenigen, die diese "Kunstform" sonst rigoros ablehnen und das Bebildern der Haut als völlig unsinnigen Trend der Neuzeit abtun, sind für Augenblicke bezaubert, wenn sie das Bilderbuch von Joe Cummings und Dan White durchblättern...

Mönche, Meister, Mirakel

Wer sich in die Hand eines Tätowiermeisters begibt, erlebt ihm wahrsten Sinne des Wortes sein "blaues Wunder", denn mit bläulichen Flecken und Rötungen muss schon mal gerechnet werden. Doch wer "weise" werden will muss leiden, und das Ergebnis entschädigt meist für alles. Ein gewisses Gefühl von (Über)sinnlichkeit erfüllt den Träger nach jeder Session, denn er glaubt, dass ihn die Glückszeichen und ihre verschlüsselten Botschaften beschützen, und ihm möglicherweise auch Gesundheit, Geld und Glück in der Liebe bescheren.

Jedes Jahr im März pilgern daher Anhänger aus aller Welt zum heiligen "Magic Tattoo Festival" am Wat Bang Phra.  

Laut Überlieferung soll das Yantra die Aufgabe haben, (psychische) Kräfte in einem bestimmten geometrischen Muster zu konzentrieren und diese durch magische Sprüche oder religiöse Handlungen nutzbar zu machen. Diese Aufgabe kann nur durch einen "heiligen Mann" erledigt werden, also einem buddhistischen Mönch oder einem traditionellen Heiler, dem sogenannten "Acharn Sak". Die bedeutet soviel wie "ehrenwerter Tätowier-Lehrer".

Ersatz für den Talisman

Zum Stechen werden traditionelle Tätowierinstrumente ("Mai Sak") benutzt. Entweder ein langer, angespitzter Bambusstab, oder ein Stock mit Metallspitze ("Khem Sak), der in dicke chinesische Tinte getunkt wird - meist gemischt mit zermahlener Haut eines Mönches oder anderen (magischen) Substanzen. Um ihre volle Macht entfalten zu können, werden die Tattoos durch Schläge des Tätowiermeisters auf die noch wunde Stelle "versiegelt", während er gleichzeitig heilige Lehrtexte oder Mantras rezitiert. "Autsch"...

Der etwas andere Körperkult

Fasziniert von diesem Hokuspokus, aber auch von dem "Sex-Appeal", den diese Form von Body-Art offenbar ausübt, begab sich der renommierte Buchautor Joe Cummings (u.a. sämtliche "Lonely Planet City Guides" in Südostasien) mit Fotograf Dan White auf den Weg ins übersinnliche Niemansland. Nach einer 18-monatigen Forschungsarbeit entstand der Bildband „Sacred Tattoos of Thailand: Explore the Magic, Masters and Mystery of Sak Yan“ („Die heiligen Tattoos von Thailand: Entdecke die Magie, Meister und Geheimnisse von Sak Yan“).

Es ist das erste illustrierte Buch, das die Geschichte und den Ursprung der traditionellen, thailändischen Tätowierkunst beschreibt und den Lesern diese fazinierende - und leider auch häufig missinterpretierte - Tradition näherbringt.

Bildband: "Sacred Tattoos of Thailand"

„Diese Körperkunst hat spirituelle Wurzeln, die in den Religionen des Buddhismus, Brahmanismus und Animismus verankert sind, " erklärt Joe unserem THAIZEIT-TEAM. "Die Technik und vor allem die Stärke, mit der atemberaubende Bilder auf dem Körper verewigt werden, faszinierten mich! Ich begann deshalb, Bücher auf Thai zu lesen und mich mehr und mehr mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Im Tempel Wat Bang Phra habe ich schließlich meine erste „Sak Yan“ Session live miterlebt". 

Mit dem Fotografen Dan White, der 2012 plötzlich verstarb, unternahm Cummings zahlreiche Reisen nach Thailand, Kambodscha und Laos.

"Mit fundierten Texten und wundervollen Body Art-Fotos wollten wir dem eigentlichen Kern dieser Tätowierkunst ein Denkmal setzen". THAIZEIT meint:


Das ist den beiden meisterlich gelungen. "Sacred Tattoos" ist ein Buch, das uns unter die Haut geht...!

>>> Exklusiv: Fotos aus dem Bildband "Sacred Tattoos"

Von: Nathalie Gütermann/Quelle: Joe Cummings; Fotos: Dan White

Info

Joe Cummings, mit aktuellem Wohnsitz in Bangkok, gilt als bekanntester und bester Guide-Buchautor der Welt. ("Perhaps the hardest working, best known, and most successful guidebook writer in the world". Thailand & Indochina Traveller). Als Mick Jagger Thailand privat besuchte, wurde der gebürtige Amerikaner Joe sein persönlicher Guide. Web: joecummings.com

Im Jahre 1977 reiste Cummings erstmals nach Thailand, um hier sein Wissen über die Lehre des Buddhismus zu erweitern. Zwei Jahre später schrieb er sich für das Masterstudium der südostasiatischen Kunstgeschichte an der Universität von Berkeley, Kalifornien, ein.  Er ist nicht nur Autor sämtlicher "Lonely Planet"-Publikationen im Raum Asien, sondern hat auch über 40 Bücher über Asien und Nordamerika geschrieben, u.a. über buddhistische Archäologie, thailändisches Design und verwandte Themen.

Der britische Fotograf Dan White († er verstarb im September 2012) hat sich zwei Jahrzehnte lang ausschließlich auf Süd- und Südostasien spezialisiert.

Besonders bekannt war er für seine Arbeit über hinduistische Asketen in Indien.

Joe Cummings und Dan White haben zusammen auch das Buch „Buddhist Temples of Thailand: A Visual Journey Through Thailand - The 40 Most Historic Wats” produziert. Eine visuelle Reise durch Thailands Tempelwelt.

INFOS ZUR BESTELLUNG

Sacred Tattoos of Thailand
Ausgabe in Englisch.
In alle Buchläden Thailands erhältlich.
Web: sacredtattoosofthailand.com

Joe Cummings / Dan White
Verleger: Marshall Cavendish International (Asia) Pte Ltd
ISBN: 9789814302548

Bestellung über Web:
noqstore.asia (Special Features)
oder über Amazon.com

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