"Selfie"-Etiquette in Thailand:

Vorsicht vor Strafen

Eigentlich sollte man über ein solches Thema nicht extra einen Ratgeber schreiben müssen. Offenbar aber doch, denn viele Touristen scheinen nicht zu wissen, was man in fremden Ländern so alles darf, oder auch nicht. Das betrifft auch Selfies!

Unsere treuen Leser kennen ja sicher unsere Rubrik: "Thaizeit Ratgeber: Do's & Dont's". Hier stehen die gängigen Regeln drin, die man im Gastland beachten sollte. Dass wir diese Liste eigentlich erweitern müssten, wird uns nach und nach klar. Was fehlt ist der Punkt: "Strafen wegen Selfies!".  

Ein paar Beispiele: Im Februar 2018 hatte Thaizeit einen Bericht veröffentlicht, der nicht nur hier auf unserem Portal - sondern landesweit in Thailand - Empörung hervorgerufen hat. 

2 Reise-Bloggerinnen hatten sich wie Top-Modelle am Meeresboden der Surin Islands inmitten eines Riffs "in Pose geworfen" und sich für ein Selfie gegen Steinkorallen gelehnt. 

Interessante Neben-Info: Die gesamte Gegend rund um die Mae Yai Bay ist seit Jahren wegen der fortschreitenden Korallenbleiche geschlossen, damit sich die zerstörten Riffe wieder erholen können.Die Ladies selbst glaubten, sie sitzen "auf einem Stein". Sie wurden daraufhin nicht nur der Blödheit bezichtigt, sondern auch verklagt. Auf Korallenriffe zu treten, oder darauf zu posieren, ist unentschuldbar. Es folgte ein Appel an Urlauber: "Bitte helft unseren Korallen". 

Doch nicht nur das: Ob Selfies mit Tigern (man denke nur an den unsäglichen "Tiger Temple"), Mutproben mit Elefanten oder das Foto mit dem kleinen exotischen - vom Aussterben bedrohten - Äffchen (die oft mit Beruhigungsmitteln sediert sind) - alles ein "no go". Der Tourist, der so etwas cool findet, trägt damit zur echten Tierquälerei bei.

 Hohe Strafe wegen Tempel-Bild

Aktueller Aufreger: Fünf asiatische Touristen, die im Geschichtspark der alten Königsstadt Ayutthaya eine historische Stätte bestiegen hatten, wurden zu einem Bußgeld von jeweils 5.000 Baht verurteilt. So geschehen am 1. März 2018. Auf den Fotos, die die zwei Frauen und drei Männer auf Facebook publizierten, sieht man sie vergnügt den weltberühmten und geschützten heiligen Tempel Wat Mahathat erklimmen, oder auf den Steinen sitzen. 

"Diese hätte womöglich beschädigt werden können", so der Leiter des Historischen Parks. Ein wenig Respekt kann man doch von allen Urlaubern erwarten, oder nicht?! "Wir haben schon genug Probleme durch Wind und Wetter, die unsere Tempel nach und nach zerstören. Um diese zu retten war im letzten Jahr ein deutscher Steindoktor am Werk, der hier Wunder vollbrachteImmerhin baten die "5 Kletterer" die Geister wegen ihrer "unverantworlichen Tat" um Entschuldigung, bevor sie zum Provinzgericht abgeführt wurden. Quelle & Foto: Thai PBS

Eigentlich hätten sie daraus lernen müssen, diese Thailand-Touristen. Ende 2017 wurden 2 Amerikaner verurteilt, die vor dem Wat Arun in Bangkok ihre Hintern ins Selfie-Bild streckten und auf Instagram veröffentlichten. 

2 Jahre zuvor posierten drei Franzosen in den heiligen Tempelanlagen von Angkor Wat im Nachbarland. Ganz nackt.

Das fanden die buddhistischen Mönchen nun wirklich nicht lustig. Die Franzosen wurden verhaftet und in Kambodscha zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Auch so kann's gehen...

 

Wichtig: Panoramafreiheit im Ausland?

Den wenigsten Menschen dürfte bewusst sein, dass sie mit ihren online gestellten Bildern von berühmten Wahrzeichen oder heiligen Stätten teure Abmahnungen riskieren, oder sich sogar wegen Verletzung des Urheberrechts strafbar machen. Das gilt übrigens auch in Europa!

Also lieber auf Nummer sicher gehen und zuvor eine Aufsichtsperson oder an der Information nachfragen, ob Fotos erlaubt sind - und in welchem Rahmen und Abstand zum Objekt.

Der "Selfie"-Wahn geht um

Trauriges Fazit: es dreht sich auf Reisen alles nur noch um sich selbst. Wie schade! Besonders Thailänder, oder Asiaten im Allgemeinen, scheinen eine besondere Vorliebe für diese Art von Selbstportraits zu haben. So ist zum Beispiel das Einkaufszentrum Siam Paragon ein höchst beliebtes Ziel und fast jedes Jahr die Nummer 1 auf Instagram, und speziell während der Weihnachtszeit auch die meist atemberaubende Dekoration rund um das Emporium, EM Quartier, das Central World und andere "Entertainment"-Treffs. 

Gefährliches Foto-Shooting

Nicht immer endet das "Posing" frisch, frei und fröhlich für den Hauptdarsteller. Auch hier ein paar Beispiele: Vor 1 Jahr hatte eine französische Touristin im Khao-Yai-Nationalpark den Wunsch, sich selbst mit einem Krokodil auf ein Foto zu bannen. Das aufgeschreckte Tier schnappte zu und biss der Frau ins Bein. Es kommt noch schlimmer: am 8. Februar 2018 wurde ein Pärchen von einem Zug überfahren, dass sich auf den Schienen abknipste.

Und  ein Trekking-Fan stürzte auf Koh Samui in den Tod, weil er sich selbst vor den Wassermassen fotografierte und auf den glitschigen Steinen wegrutschte. "Waterfalls" sind sowieso eine unterschätzte Gefahr.

Lesen Sie auch diesen interessanten Thaizeit-Bericht zum Thema: 

>>> Tierschutz Thailand: Finger weg von Souvenirfotos mit Tieren

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