THAIZEIT PORTRAIT Patrick Both:

Haben Sie noch keinen Phangan-Inselkoller?

Der deutsche Hotelmanager Patrick Both stammt aus Mainz und kann bereits als Mid-Dreißiger auf eine bemerkenswerte Hotelkarriere zurückblicken. Zuletzt auf den Malediven und danach als General Manager des "Anantara Rasananda Villa Resort & Spa" auf Koh Phangan tätig, wollten wir wissen: ist das Inselleben wirklich ein Traum, oder ist alles nur eine schöne Illusion?

Koh Phangan, April 2014

Es gibt wohl keine bekannte Hotelkette, wo Patrick Both (Jahrgang 1977) noch nicht gearbeitet hat. Nach einer fundierten Ausbildung zum Hotelbetriebswirt an der Hotelfachschule in Heidelberg sowie and der Business School in Bingen, begann er seine Laufbahn in Häusern von Hilton, Intercontinental, Langham, Kempinski, Okura und Mövenpick, bevor er zum Generaldirektor in diversen Hotels & Resorts der Anantara Hotelgruppe avancierte - darunter in Vietnam, auf den Malediven und auf Koh Phangan in Thailand.

Zum Zeitpunkt unseres Interviews lebt er mit seiner Frau und einer kleinen Tochter am Thong Nai Pan Beach und genießt das Leben unter Palmen - und die tägliche Herausforderung als Hotelier*. Nach 2 Jahren auf den Malediven und über einem Jahr auf Koh Phangan - da stellt sich für unser THAIZEIT-TEAM die Frage: Hat man nicht irgendwann "zuviel des Guten"? Jeden Tag nur Urwald, Wasser, Sand und Sonne um sich herum, keine Jahreszeiten, keine Einkaufzentren, keine internationale Schulen und nur ein kleines Krankenhaus - und dieses (ebenso wie die Kinderkrippe) rund 45 Minuten mit dem Auto entfernt. 

Wie hält man dies auf längere Zeit aus? Während unseres Aufenthalts am traumhaften Thong Nai Pan Beach im Nordosten der Insel, stand uns Patrick Both Rede und Antwort, und erklärte, warum er nicht unter einem Inselkoller leidet und gerade Koh Phangan so faszinierend findet.

 

Phangan-Impressionen eines Insiders

Ich kam nach Thailand, weil...

...mich gerade dieses Land schon immer reizte. Ich empfinde die Kultur und die freundliche, tolerante Mentalität der Menschen als äußerst angenehm. Insbesondere die Insel Koh Phangan ist noch sehr ursprünglich, kaum bebaut und deshalb sehr malerisch. Als ich das Angebot bekam, hier zu arbeiten, habe ich keine Sekunde gezögert. Dieses Hotel ist hervorragend gelegen - für mich ist der Thong Nai Pan Beach eines der schönsten Fleckchen dieser Erde. 

Was ich an Thailand besonders mag... 

...ist die hervorragende, vielseitige und auch leichte Küche. Noch nirgendwo auf der Welt habe ich erlebt, dass man mit süßen, sauren und scharfen Zutaten und entsprechenden Kräutern und Gewürzen eine wirklich kulinarische Köstlichkeit zaubern kann. Das ist in Thailand tatsächlich einzigartig. 

Was mich an Koh Phangan reizt...

...ist absolute Ruhe - zumindest fernab vom Party-Beach in Haad Rin und dem Hafenstädtchen Thong Sala. Diese Insel ist noch lange nicht so überlaufen wie viele andere Inseln in Thailand, und ich hoffe sehr, dass dies noch lange so bleibt. Die Chancen stehen gut, denn zahlreiche Straßen sind noch gar nicht ausgebaut oder unbefestigt, was Auto- und Mopedfahrer davon abhält, jeden Winkel zu erkunden. Auch ist Phangan größtenteils Naturschutzgebiet, so dass eine großflächige Bebauung nicht möglich ist - Beton- und Bettenburgen wird es hier nie geben. Phangan ist deshalb noch sehr urwüchsig und unverfälscht, und wer nicht Party, Entertainment und ständige Abwechslung sucht und nur nach absoluter Erholung strebt, ist hier genau richtig.

Was mich an Koh Phangan stört: 

Die viele streunenden Hunde, die jedoch zum Erscheinungsbild von Thailand gehören.
(Anmerk. d. Red.: Es gibt einen vorbildlichen privaten Verein, der dieses Problem seit 2001 versucht, in den Griff zu bekommen - wie zum Beispiel "Phangan Animal Care"/Pacthailand.org. Auch auf Koh Samui hilft "Samuidog.org" uneigennützig seit vielen Jahren, das Problem zu lösen). 

Von der Full Moon Party halte ich...

...nicht viel, aber sie gehört zu Koh Phangan wie die Sonne zum Mond. Sie ist vor allem ein Anziehungspunkt für junge Leute, die einmal eine "Megaparty" am Strand erleben möchten. Wir haben nur selten Gäste die auf die Full Moon Party gehen, jedoch diejenigen, die sich dorthin trauen, haben gute Erfahrungen gemacht. Leider leidet das Gesamtbild der Insel ein wenig unter dem Ruf der Vollmondnächte.  

Meine Lieblingsrestaurants & Bars auf Koh Phangan sind...

...natürlich unser "Bistro @ the Beach" im Anantara - ganz in der Nähe vom Pool (siehe Foto links); und die besten Weine bekommen Sie in unserer Lounge oder in "Don’s Cafe" serviert - auf Wunsch mit köstlichen Tapas. Wer sich unter die Einheimischen mischen möchte, braucht nur wenige Schritte ins Dorf zu gehen. Dort gibt es auch einige nette Lokale.

Die schönsten Sonnenuntergänge hat man...

...in Koh Mah, etwa 20 Minuten mit dem Boot von unserer Bucht entfernt. Diese Ecke gilt auch als beste Gegend zum schnorcheln. 

Die schönsten Strände &  Ecken auf Koh Phangan sind...

...der Strand direkt vor unserem Resort, der Thong Nai Pan Beach, und der Malibu Beach im Norden der Insel. Die Besonderheit dort ist der Zugang zu einer Art Halbinsel mit prächtigen Bäumen, die man durch eine kleine Holzbrücke erreichen kann. Dort gibt es auch ein kleines charmantes Beachrestaurant. Besonders empfehlenswert ist auch ein Bootsausflug zum Ang Thong Marine Park, denn dieses Archipel mit zahlreichen kleinen Inseln und völlig unberührten Stränden gehört zum Schönsten, was Thailand zu bieten hat.

Zum Shoppen gehe ich...

...nach Thong Sala. Man bekommt dort ziemlich alles, was man so braucht. Für Urlauber gibt's hübsche Strandkleidung, Handwerkskunst und Souvenirs. Vom Anantara Rasananda dauert die Autofahrt rund 40 - 45 Minuten, deshalb würde ich dies mit einem Ausflug ins Landesinnere verbinden, zum Beispiel zu den Wasserfällen. Zum richtigen Shoppen würde ich jedoch Bangkok empfehlen.

Besuch aus dem Ausland zeige ich auf jeden Fall...

...den Ang Thong Marine Park. Und ich organisiere gerne eine Rundreise um die Insel mit unserem "Island Guru", der jede Ecke auf Koh Phangan kennt. Dazu gehören auch idyllische kleine Fischerhäfen (Foto links) und Strandlokale.  

Urlauber im Anantara empfehle ich besonders...
 
...folgende Aktivitäten in unserem Hause: den höchst originellen "Dschungel"-Spa, der sich im Urwald hinter unserem Resort um Felsformationen und Teiche windet und so traumhaft romantisch ist, dass sich sofort ein absolutes Wohlgefühl einstellt. Wer länger bleibt sollte an unseren „Spice Spoons“-Kochklassen teilnehmen, oder auch an unserem Frucht- und Gemüseschnitzkurs. Diese Kunst wird meist nur in einigen wenigen Kochschulen angeboten...hier kann man dies auch unter freiem Himmel am Beach erlernen.

Ab und zu gönne ich mir...

...eine Zigarre in Don’s Cafe mit einem Single Malt Whiskey.

Das Leben auf einer Insel mit Familie ist...

...etwas Besonderes. Wir empfinden Koh Phangan als echtes Paradies, und meine Tochter wächst in herrlicher Natur und frischer, gesunder Meeresluft auf. Deshalb ist unser Hotel auch sehr kinderfreundlich. Wir unternehmen viele Ausflüge gemeinsam, und selbst nach einem Jahr entdecken wir immer neue Buchten und Aussichtspunkte mit wunderschönen Ausblicken über den Golf von Thailand. Natürlich ist der Aufenthalt hier nicht unbegrenzt. Als Hotelmanager sind alle zwei bis drei Jahre unterschiedliche Stationen geplant...(*) 

Mein schönstes Erlebnis in Thailand...

...ist und bleibt das Essen. In zahlreichen Restaurants (auch in Garküchen) habe ich Curry-Kreationen erlebt, die mich nachhaltig begeistert haben. Ich wünschte, ich hätte das Rezept zum nachkochen, aber das würde mir wahrscheinlich nicht ganz so perfekt gelingen... ;-)  

Hier geht's zur Bildergalerie: >>> Patrick Both zeigt "sein Koh Phangan"


Thaizeit Hotel-Tipp! Zu den Details :
Anantara Rasananda Resort

Von: Nathalie Gütermann; Fotos: Nathalie Gütermann

Info

*Update:
Nach Koh Phangan übernahm Patrick Both im Frühjahr 
2014 zunächst ein Wüstenhotel der Anantara Gruppe in den Vereinigten Arabischen Emiraten, nämlich das "Qasr al Sarab Desert Resort" in Abu Dhabi. 

Zwei Jahre später, im Juni 2016, wurde Patrick Both zum Generalmanager des "Anantara Siam" in Bangkok ernannt - das genaue Gegenteil eines Insellebens.


Thaizeit wünscht eine gute "Umgewöhnung" und weiterhin viel Erfolg.
 

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