"Wat Arun" in Bangkok - Tempel aus Porzellanscherben

Thailand ist auch als das "Land der tausend Tempel" bekannt. Rund 30.000 sogennante "Wats" sind über das ganze Königreich verteilt, die als Mittelpunkt des buddhistischen Lebens gelten. Jede Stadt hat eine Anlage, die besonders aussergewöhnlich und beliebt ist. THAIZEIT stellt die schönsten Tempel vor. Heute: "Wat Arun" in Bangkok.

Der wohl berühmteste Tempel in der "Stadt der Engel" ist der Wat Arun, auch bekannt als der "Tempel der Morgenröte". Paradoxerweise ist er jedoch im Sonnenuntergang und in den Nachtstunden besonders prächtig anzusehen, wenn er im Glanz von tausend Lichtern erstrahlt und aussieht wie ein goldener Palast aus einer anderen Welt.

Wat Arun ist nach dem hindischen Gott Aruna, dem Gott der Morgenröte benannt, und symbolisiert das buddhistische Universum. Er liegt im Ortsteil Bangkok Yai / Thonburi am westlichen Ufer des Chao Phraya Flusses und unterscheidet sich insofern von allen anderen typischen Thai-Tempeln, weil er turmähnlich, nach den Vorbildern im alten Khmer-Reich, gebaut wurde. Diese Türme, die sich nach oben hin verschlanken, nennt man Phrangs.

BESONDERHEIT:

Der gesamte Komplex ist mit einem Mosaik aus buntem chinesischen Porzellan, Muscheln und Glasstückchen überzogen - insgesamt etwa eine Million Teile, die sich zu Blumenmustern arrangieren. Der Sage nach hatten die Erbauer ursprünglich nicht genügend Porzellan, um das große Bauwerk komplett zu dekorieren, und so rief König Rama III die Bevölkerung dazu auf, jedes Stück zerbrochenen Porzellans abzuliefern. Die Untertanen hielten sich daran, lieferten große Mengen von Scherben an. Somit konnte der Tempel schliesslich fertig gestellt werden.  

Am 9. November 2012 rückte der Tempel besonders in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Bei der äusserst seltenen, prächtigen Prozession der königlichen Barken, offerierte die königliche Familie (diesmal vertreten durch den Kronprinzen) den Mönchen des Tempels Wat Arun neue Roben und Speisen anlässlich des Ok-Phansa-Tages, der das Ende der buddhistischen Fastenzeit markiert. Thaizeit berichtete...

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GESCHICHTE:

Der Tempel entstand nach der Zerstörung Ayutthayas und beherbergte ursprünglich den Smaragdbuddha, der später auf die andere Uferseite "umzog" und heute als Nationalheiligtum auf dem Gelände des Königspalastes zu besichtigen ist. Als König Taksin nach der Zerstörung von Ayutthaya die neue, vorläufige Hauptstadt in Thonburi gründete, stand bereits an dieser Stelle ein älterer Tempel mit dem Namen Wat Chaeng. Dieser wurde nach zahlreichen Reparaturen und Vergrösserungen erst unter der Regierungszeit von Rama III (1824 - 1851) fertiggestellt und in Wat Arun umbenannt.

Mittelpunkt der Tempelanlage ist der Phra Prang, wie der zentrale Turm ehrfurchtsvoll genannt wird. Er ist rund 80 Meter hoch und  der Umfang bemisst sich auf 234 m. Gitterförmig übereinander gelegte Teakholzstämme und ein Gemisch aus Steinbrocken und Tonerde bilden das stabile Fundament auf dem schwammingen Boden in Flussnähe.

Vier steile Treppen an vier Seiten verbinden insgesamt vier Ebenen, auf denen der Phra Prang umrundet werden kann. Die Treppenaufgänge sind jeweils von übergroßen steinernen Wächterstatuen chinesischer Krieger flankiert, die die Eingänge bewachen. Jede Ebene des Turms wird von verschiedenen Göttern und Fabelwesen getragen, zum Beispiel von Dämonen, Garudas, Affen, dreiköpfigen Elefanten und sogennanten Kinnari Figuren (mythologische Wesen - halb Mensch, halb Vogel).

Zwischen diesen Ebenen sind kleine Nischen eingerichtet, in denen wichtige Stationen im Leben des Buddha abgebildet sind - von seiner Geburt bis zur Erleuchtung.  Auf der Spitze des Turms ist - wie traditionell für einen Prang üblich - eine goldene Krone angebracht, die ursprünglich für eine Buddha-Statue vorgesehen war. Auf dem Gelände ebenfalls sehenswert: Der Torbogen mit Krone, die Ordinationshalle, die chinesischen Pavillons und der "Mondop" mit zwei dreistöckigen Glockentürmen.

Der Wat Arun ist nicht nur eines der höchsten religiösen Bauwerke Thailands, sondern auch das bekannteste Wahrzeichen Bangkoks.

THAIZEITS INSIDER-TIPP: THE DECK

Am Schönsten anzusehen ist der Tempel vom gegenüberliegenden Ufer. Dort sollte man sich zur Happy Hour in der Bar "The Deck" einfinden, die sich auf der Dachterrasse der Arun Residence befindet - einem kleinen Hotel umgeben von uralten thailändischen Shop-Häusern.

Den Tempel der Morgenröte im Sonnenuntergang zu bewundern, wenn auf dem glitzernden Chao Phraya River die traditionellen Longtail-Boote und Dschunken vorbeischippern... - dieses Szenario gehört sicherlich zu den ganz besonders unvergesslichen Momenten bei Ihrem nächsten Besuch in Bangkok.

Von: Nathalie Gütermann Photos: Nathalie Gütermann

Info

Anfahrt:

Wer den Königspalast, den Wat Pho und den Emerald Buddha besichtigt hat, findet den Wat Arun genau auf der gegenüberliegenden Uferseite des Chao Praya Flusses. Es gibt eine eigene Expressbootlinie am ThaTien Pier nach Thonburi. Die Überfahrt mit dem Wassertaxi dauert 5 Minuten und kostet 5 Baht / Person. Alternative: Mit dem Auto über die Arun Amarin Road.

 

Eintritt in den Tempel: 50 Baht / Person

 

Angemessene Kleidung ist obligatorisch. Zu kurze Röcke und Shorts bei Frauen sind verboten, Schultern müssen bedeckt sein. Für 20 Baht Pfand kann ein Schal am Eingang des Wats ausgeliehen werden.

 

TIPP:
Bar & Restaurant "The Deck"
(schönster Blick auf den Wat Arun):
Arun Residence, 36 - 38 Soi PratuNokyung, Maharat Road.
T: +66-(0)2-2219158-9; Web: ArunResidence.com