Thailands Top-Ziele

Chiang Mai - Die Rose des Nordens

Im Norden Thailands gelegen befindet sich die nach Bangkok zweitgrößte Stadt des Landes. Chiang Mai ist mit seinen mehr als 350.000 Einwohner in etwa der Einwohnerzahl von Bremen vergleichbar. Jedoch wohnen die Menschen in Chiang Mai gerade einmal auf 15 % der Fläche Bremens. Somit kommt auch eine entsprechend hohe Bevölkerungsdichte zustande. Die Provinz Chiang Mai erstreckt sich auf über 20.000 km² und ist nach Nakhon Ratchasima die zweitgrößte Provinz Thailands. Mehr als 1,5 Millionen Menschen leben hier.

Ein Großteil der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig und gilt als eine der stärksten Branchen für die komplette Wirtschaftsleistung des Landes. Außerdem gilt die Provinz Chiang Mai durch die den anliegenden Ping River, der hügeligen Bergregion und den unterschiedlichen Landschaftsformen als eines der vielfältigsten Reiseziele Thailands. Insbesondere für abenteuerlustige Urlauber ist der Norden von Thailand ein absolutes Highlight.

Chiang Mai – Wie alles begann

Die Geschichte von Chiang Mai reicht zurück bis ins dreizehnte Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurde ein Baby namens Mangrai geboren. Mangrai war Sohn des damaligen Herrschers Tai Yuan, dessen Thron er nach seinem Ableben übernahm. In der Folge übernahm Mangrai Unmengen kleiner Dörfer, bis er schließlich den damaligen Staat Lawa unter seine Kontrolle brachte. Die dadurch erworbene Macht erlaubte es Mangrai ein Königreich mit dem Namen Lan Na zu bilden. Wörtlich übersetzt bedeutet Lan Na „Land der Millionen Felder“. Daraus lässt sich schließen, dass das heutige Chiang Mai schon vor 700 Jahren durch Landwirtschaft geprägt war.

Eine List, die den König zu Fall brachte

Mit einem ausgeklügelten Plan schickte sich der junge König Mangrai in der Folge an, weitere Landstriche zu besetzen, um sein Königreich zu vergrößern. Das Königreich Haripunjaya, welches im heutigen Thailand Lamphun lautet, war zu dieser Zeit eines der wohlhabendsten Königreiche Thailands. Mangrai entsandte einen seiner Untertanen mit dem Auftrag, den amtierenden König zu infiltrieren und sein Vertrauen zu gewinnen. Unter niedrigsten Umständen zwang Ai Fa, der entsandte des Königs Mangrai, die Bevölkerung von Haripunjaya ein riesiges Bewässerungssystem anzulegen.

Derweilen bekam der amtierende König von den Bauarbeiten trotz ihrer Größe nichts mit. Erst als die Unterdrückung überhandnahm, prasselte der Zorn des Volkes auf den König ohne jede Vorwarnung ein. Mangrai nutzte diese Situation geschickt für sein Vorhaben aus und übernahm mit einem Putsch die Geschicke des Königs. Mangrais Königreich war in der Folge eines der größten und wohlhabendsten Reiche in ganz Thailand.

Die neue Stadt

Die Jahre danach waren geprägt von Macht und Reichtum. Sein Königreich wuchs beständig. Anderen Orts gab es aber noch andere reiche Männer und mächtige Könige. Um seine Position nicht zu gefährden, ging er mit Ramkhamhaeng (Sukhothai), sowie Ngam Mueang (Phayao) und weiteren Königreichen Thailands ein Bündnis ein. Neben wirtschaftlichen Hintergründen hatte die Vereinigung auch einen militärischen Hintergedanken. Die stetige Bedrohung durch die Mongolen wuchs und somit die Angst Mangrais sein Königreich abgeben zu müssen. Ende des dreizehnten Jahrhunderts gründete er dann das heutige Chiang Mai, was übersetzt „Neue Stadt“ bedeutet. Dies und viele heute noch erhaltene Sehenswürdigkeiten, sind die letzten Relikte seines Schaffens ehe der Krieg gegen die Mongolen über ihn hereinbrach und ihn für die letzten Jahre seines Lebens beschäftigen sollte.

Das Ende einer Dynastie

Nach dem Ableben Mangrais zu Beginn des vierzehnten Jahrhunderts, regierten vornehmlich seine Söhne das Lan Na Reich, ehe die Dynastie von deren Gefolgschaften weitergeführt wurde. Erst 200 Jahre später sollte das Reich völlig umstrukturiert werden und einer neuen Herrschaft folgen.

Ab dem siebzehnten Jahrhundert bildete sich ein neues Reich, welches heute unter dem Namen Siam bekannt ist und gleichzeitig als Vorreiter des heutigen Thailands gilt. Ursprünglich noch als grenzübergreifendes Reich, galt der Norden Thailands spätestens Ende des achtzehnten Jahrhunderts als Teil des Königreichs Siam. Auch die neue Stadt Chiang Mai wurde ein Teil davon, allerdings ohne dabei seine Souveränität gänzlich einzubüßen. Dies sollte jedoch mit der Gründung der Monthon (höchste Verwaltungsebene der Siam) zu Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts ein Ende haben.

Die Monthon teilten das Land in mehrere Provinzen und Distrikte ein. Auch Chiang Mai wurde mit seiner Stadt als Provinz in die Register aufgenommen. Unter König Rama dem VII. wurden dann ein Teil der Monthon aus wirtschaftlichen Gründen zusammengelegt. Aber auch die neuen Strukturen sollten nur wenige Jahre Bestand haben. Die „Siamesische Revolution“ wurde in den dreißiger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts eingeläutet, um die bestehende absolute Monarchie durch König Rama VII zu beenden.

Die Krönung des großen Rama

Dank des geglückten Militärputsches des Königreichs Siam, zog in Thailand eine konstitutionelle Monarchie ein. Dies bedeutete, dass der König von nun an nicht mehr alleine durch sein Handeln Thailand lenken konnte, sondern sich durch eine Verfassung an Regeln zu halten hatte. Dennoch behielt Chiang Mai und die dazugehörige Provinz noch lange autonomen Status. Erst mit der tatsächlichen Umbenennung des Reiches Siam zu Thailand, der aktualisierten Verfassung von 1946 und der Krönung von Bhumibol Adulyadej, dem großen Rama IX, wurde die komplette Eingliederung Chiang Mais vollzogen.

Klima und Natur in Chiang Mai

Die Landschaft in und um Chiang Mai, gezeichnet durch Flusslandschaften, grüne Wiesen, dichte Wälder und etliche Gebirgsketten, gehört zu den beeindruckendsten Regionen Thailands. Nicht weniger vielfältig ist auch das Klima in Chiang Mai. Hier wechselt das Wetter aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit meist ziemlich schnell von heißen Temperaturen zu starken Regenfällen. Insbesondere zur Regenzeit (zwischen Juni und Oktober), sind heftige, teils monsunartige Regenschauer nicht selten. Meistens halten diese aber kaum länger als 30 Minuten an.

Etwa ab Mitte März klettert das Thermometer ohne Weiteres täglich auf 35°C und höher. Selbst die Sonnenanbeter unter den Thailand Urlaubern sollten es trotzdem halten wie die Thais und bei starker Mittagshitze unbedingt kühle, schattige Plätze aufsuchen. Vor allem Urlauber mit kleinen Kindern oder im gediegenen Alter sollten die pralle Sonne vermeiden, hierfür bietet sich Chiang Mai eher im November bis Februar an. Bei durchschnittlich 28°C kann man sich hier entspannt durch den Dschungel im Norden Thailands schlagen.

Dank der klimatischen Bedingungen, befinden sich in Chiang Mai nicht nur Kokospalmen, sondern auch besondere Arten von Rosen, Äpfeln und Erdbeeren. Rund um den Mae Nam Ping, einen der vier größten Flüsse in Thailand, erwartet den Urlauber eine unbegreiflich schöne Vielfalt an exotischen Pflanzen. Generell sucht die Natur im Norden Thailands ihres gleichen und gerade in Thailand ist sie beispiellos.

 

Feiertage & Festlichkeiten

In der Winterzeit (November bis Februar) Thailands fangen Orchideen, Rosen und viele andere Blumen an zu blühen, sodass die ganze Stadt in einem farbenprächtigen Blumenmeer liegt. Zu ehren dieser Blütenpracht wird am ersten Wochenende des Februars ein Blumenfest in Chiang Mai veranstaltet. Neben einer riesigen Parade mit bunt geschmückten Umzugswagen wird auch eine Blumenkönigin gewählt, sämtliche Tempel werden geschmückt und unzählbare große und kleine Märkte bieten feine Leckereien und Handgemachtes aus der Region an. Über die Jahrzehnte hinweg hat sich übrigens daher der liebevolle Name „Rose des Nordens“ entwickelt. Chiang Mai gilt daher auch als das Zentrum der Botanik.

Mitte April wird in Thailand das traditionelle Neujahrsfest namens Songkran gefeiert. Songkran bezeichnet hierbei übersetzt den Übergang der Sonne in ein neues Tierkreiszeichen, womit der Brauch der Waschungen verbunden ist. Den Experten zufolge gefielen die Festlichkeiten den Touristen Thailands am besten in Bangkok und Chiang Mai. Neben dem traditionellen Charakter feiert man das Songkran Festival aber vor allem mit jede Menger Wasserpistolen, Eimern und allem was sonst noch beim bespritzen der Leute behilflich sein kann.

Wenn man also eine ganz besondere Erfahrung in Thailand machen möchte, lohnt es sich zu Zeiten dieser oder anderer Festlichkeiten nach Chiang Mai zu kommen. Aber auch ohne diese Feste biete die Stadt im Norden Thailands allerlei Möglichkeiten zur Gestaltung eines unvergesslichen Urlaubs.

Sehenswertes Rund um Chiang Mai

Die größten Touristenanstürme haben in Chiang Mai die knapp 200 Wats (Tempel) – die Wahrzeichen der Religion und Kultur der Thais - zu bewältigen. Die zwei Bekanntesten und auch Interessantesten sind zum einen der Wat Chiang Mai, welcher der älteste Tempel Chiang Mais ist und zwei heilige Buddha Statuen beherbergen. Zum anderen der Wat Doi Suthep, welcher hoch über der Stadt als Wahrzeichen Chiang Mais prangert. Von Letzterem hat man vor allem in den frühen Morgen- und späten Abendstunden einen wundervollen Blick über die Stadt. Neben diesen gibt es aber noch jede Menge weitere Tempel zu besichtigen.

Hier eine kleine Auswahl:

  • Wat Lok Mo Li - Tempel aus dem 14 Jahrhundert
  • Wat Umong - Gelegen inmitten der Wälder der Provinz Chiang Mai und am Rande der Stadt
  • Wat Chedi Luang –Die Chedi, Teil eines buddhistischen Tempels, bedeutet soviel wie „inbestimmter Art und Weise anordnen“. Der Wat Chedi Luang wurde zwar Mitte des sechzehnten Jahrhunderts durch ein Erdbeben zerstört, dennoch ist die Ruine einen Besuch wert.
  • Wat Phra Singh – Ein Tempel Bestück mit einer Vielzahl traditioneller Holzschnitzereien und edelsteinbesetzten Statuen
  • Wat Buppharam – Traditionell und dennoch durch seine burmesischen Stilelemente einzigartig

Der Doi Inthanon ist Thailands höchster Berg, den man besteigen kann. Eine Straße führt vorbei an Wasserfällen und Dörfern der Bergvölker bis hinauf zum Gipfel. Um den Berg herum wurde 1972 ein 500 km² großer Nationalpark gebaut. Inmitten des Nationalparks entspringen Flüsse, wie der Mae Nam Ping oder der Chao Phraya, sowie der Golf von Thailand. Außerdem ist der Nationalpark das ideale Urlaubsziel für all diejenigen, denen das durchschnittliche Wetter in Thailand und Chiang Mai zu warm ist. Im Doi Inthanon National Park liegen die Temperaturen durchschnittlich einige Grad niedriger als bspw. in Chiang Mai. Besonders nachts können die Temperaturen auch unter den Gefrierpunkt fallen. Inmitten des für die Region typischen Regenwalds leben viele traditionelle Stämme in Dörfern fern ab unserer technologischen Zivilisation.

in weiteres kulturelles Highlight der Stadt ist das „Three Kings Monument“. Dieses befindet sich in der Altstadt und ist ein Denkmal für die drei Könige, die die Stadt angeblich zusammen gegründet haben sollen, unter Ihnen auch König Mengrai, sowie Ramkamhaeng Sukothai und Ngam Muang Payao.

Aktiv durch Chiang Mai

Auch Kulturbanausen kommen in Chiang Mai auf ihre Kosten. Sehr beliebt unter Chiang Mai-Besuchern ist vor allem das Trekking, welches meist geführte Wanderungen durch einen Nationalpark oder das Umland von Chiang Mai meint. Ebenso „Bamboo-Rafting“, bei welchem man auf einem Bambus-Floß einen reißenden Fluss abwärts fährt, gehört zu den beliebten aber etwas extremeren Ausflugsmöglichkeiten.

Wem das nicht zusagt, sollte sich an die diversen Wildtouren halten. Die ortskundigen und größtenteils ausgebildeten Tourleiter zeigen dem Urlauber Pfade durch das Dickicht des Urwalds der Provinz Chiang Mai. Auf den Spuren von wilden Tigern, unzähligen Insektenarten und dickhäutigen Elefanten lassen sich noch so einige andere Tierarten entdecken. Wer etwas Glück mitbringt, kann vielleicht sogar einen Panda in freier Wildbahn erleben. Als Alternative werden in dieser Region aber auch Elefanten-Trekking-Touren angeboten. Abenteuerlustige sollten sich einmal auf den Rücken eines Elefanten trauen, eine wackligere Erfahrung kann man kaum machen. Noch viel mehr Tiere zu bewundern gibt es übrigens im Zoo von Chiang Mai.

In Chiang Mai gibt es eine derartige Fülle verschiedenster Möglichkeiten für Aktivurlauber, dass die Auswahl einen erschlagen kann. Wer sich für das Angeln begeistern kann, ist in Chiang Mai ebenso willkommen wie die Fahrradfahrer unter den Urlaubern. Sehr interessant ist auch der „Flight of the Gibbon“ ein Drahtseilakt, bei dem man über den Dschungel Chiang Mai hinweg schwebt und die Wälder von oben betrachten, kann. Und sollte über den Bäumen doch zu hoch sein, bieten viele Unternehmen Klettertouren durch die Bäume oder die Höhlen Chiang Mais an.

Shopping & Stadterlebnisse

Bei so vielen sportlichen Aktivitäten sollten auch die Shoppinggelüste gestillt werden. In puncto 

Einkaufsmöglichkeiten lässt Chiang nämlich beinahe keine Wünsche offen. Der „Handicraft Highway“, welcher auch unter dem Namen San Kamphaeng Road bekannt ist und von Chiang Mai nach San Kamphaeng führt, ist eine Straße mit allerlei kleinen Läden, die Kunsthandwerke, Seide oder Schmuck verkaufen. Besonders einzigartig in dieser Region sind die für Thailand berühmten Holzarbeiten, die es ebenfalls in dieser Straße zu kaufen gibt. Interessierte Touristen besuchen neben dieser Straße auch noch das Ban Tawai Village, welches das Zentrum schlechthin für Holzschnitzereien ist.

Vor allem Nachtaktive kommen in Chiang Mai auf ihre Kosten. Neben den vielen Märkten (z.B. der Warorot-Markt), findet jeden Samstag ein Walking Street Market an der Qua lai Road statt. Viele Schätze der Region und des Umlands warten nur auf die Besucher. Traditionelle Musik der Einheimischen gehört ebenso zur Unterhaltung des Night Marktes wie auch das unvoreingenommene Probieren der kulinarischen Köstlichkeiten der Region. Wir empfehlen mit leerem Magen hinzugehen, ansonsten ist schnell kein Platz mehr bei den ganzen Leckereien.