Kreditkartenverlust in Thailand:

Was sie jetzt tun sollten

Thailand gehört zu den beliebtesten Fernreisezielen der Deutschen. Pro Jahr reisen mehr als 700.000 Bundesbürger in das südostasiatische Land. Gründe dafür gibt es viele: auf das gute Wetter ist Verlass, das Preisniveau ist niedrig, die Menschen freundlich und das Essen auf der ganzen Welt berühmt.


Zudem gilt das Land als vergleichsweise sicher - was natürlich nicht bedeutet, dass es nicht zu einem Verlust der Kreditkarte kommen kann. Im Unterschied zum europäischen Ausland ist es dann allerdings nicht mehr möglich, mit EC-Karte zu bezahlen.
Seit der Umstellung auf die sogenannte V-Pay-Karten vor einigen Jahren können die konventionellen Girokarten nicht mehr von den dortigen Bankautomaten gelesen werden. Was sollte bei einem Kreditkartenverlust getan werden?

Kreditkartenverlust bemerkt: Karte sofort sperren lassen


Wenn zweifelsfrei klar ist, dass die Karte verloren oder gestohlen wurde, sollte eine sofortige Sperrung erfolgen. Dies ist je nach Kreditkartenbetreiber über das Onlineportal möglich, zudem kann auch der Sperrnotruf unter folgender Nummer verwendet werden:

Telefon: +49 116 116

Der Anruf aus Deutschland ist kostenlos, aus dem Ausland fallen allerdings entsprechende Gebühren des Netzbetreibers an. Sofern eine Prepaid-Karte genutzt wird, auf der nicht genügend Guthaben zum Telefonieren ins Ausland vorhanden ist, kann auch ein für den Anrufer kostenfreies R-Gespräch geführt werden. Hierfür gelten folgende Nummern:

VISA: +1 303 967 1096
MasterCard: +1 636 7227 111


Je nach Tageszeit ist womöglich keine sofortige Sperrung der Karte möglich, der sofortige Anruf ist dennoch wichtig. Ab dem Zeitpunkt der Sperranweisung sind mögliche Missbräuche der Karte versichert. Kommt es also jetzt zu einer Abbuchung, kann der Karteninhaber sich diese zurückerstatten lassen.
Außerdem sollte bei dem Verdacht des Diebstahls selbstverständlich auch die Polizei eingeschaltet werden. In Deutschland gibt es beim Kartenverlust zudem die Möglichkeit, im Rahmen der Anzeige eine Meldung vom Verlust der Karte aufnehmen zu lassen.
Danach ist eine Weiterleitung an KUNO möglich, wodurch die Karte von Unternehmen abgelehnt wird. Es handelt sich in um einen zusätzlichen Sicherheitsfaktor, der in Zusammenhang mit der Zahlung per Unterschrift wirksam wird. Denn während die Diebe natürlich nicht an die PIN-Nummer gelangen, lässt sich die auf der Karte befindliche Unterschrift sehr wohl fälschen. Erfolgt aber eine Sperrung über das KUNO-System, werden solche Zahlungen mit sofortiger Wirkung von der Karte nicht mehr akzeptiert.

Ersatzkarte im Ausland ausstellen: möglich, aber teuer


Doch zurück zum Thailand-Urlaub: Sobald die Sperrung der Karte abgeschossen wurde, stellt sich für den Reisenden natürlich die Frage, wie er an Bargeld gelangt. Einige Kreditkartenbetreiber ermöglichen die Ausstellung einer neuen Kreditkarte auch im Ausland. Dafür müssen allerdings hohe Gebühren von bis zu 100 Euro einkalkuliert werden. Einige Banken helfen mit einem Notfallbargeld-Service weiter.

Reisechecks als Sicherheit


Eine Alternative hierzu können Reiseschecks darstellen. Dabei handelt es sich nicht um Schecks im klassischen Sinne; vielmehr wird der jeweilige Betrag im Vorfeld an die Bank gezahlt. Wird der Scheck dann bei einem örtlichen Kreditinstitut in Thailand eingereicht, erhält der Reisende die entsprechende Summe in der jeweiligen Fremdwährung. Als Notfalllösung hat sich ein solcher Reisecheck durchaus bewährt, allerdings ist die Ausstellung mit hohen Gebühren verbunden.
Beachtet werden muss weiterhin, dass der Reisende sich selbstverständlich ausweisen können muss. Ist neben der Kreditkarte also auch der Reisepass verloren gegangen, kann die Nutzung der Schecks schwierig werden.

Postversand von Bargeld nicht zulässig


Auf den ersten Blick hält die Post eine Alternative bereit: Per Wertbrief kann im Inland auch Bargeld versendet werden, für den Versand ins Ausland ist ein Wert von maximal 5.000 Euro vorgesehen. Der Haken dabei: Für den Wertbrief international ist das Versenden von Bargeld strikt untersagt. Kommt es hier also zu einem Verlust, ist dieser nicht versichert - ganz abgesehen von der Problematik mit den langen Laufzeiten.
Wer seine Kreditkarte direkt in Bangkok oder möglicherweise in den nahe gelegenen beliebten Badeorten Pattaya oder Hua Hin verliert, wird möglicherweise auf die Idee kommen, sich an die deutsche Botschaft zu wenden. Tatsächlich ist es auf diese Weise möglich, zumindest an geringe Mengen Bargeld zu gelangen. Die deutsche Botschaft zahlt eine Überbrückungshilfe von 10 - 25 Euro am Tag - allerdings nur in Notfällen. Zunächst ist der Urlauber also auf sich alleine gestellt; lediglich wenn der Geldtransfer zu lange Zeit in Anspruch nimmt oder mögliche Verwandte nicht zu erreichen sind, kommt die Botschaft auf. Beachtet werden muss hierbei, dass die geleisteten Summen zurückgezahlt werden müssen.

Junges Startup als Banken-Alternative?


Ein junges Startup könnte hingegen eine interessante Lösung für die Bargeldproblematik liefern: Azimo erlaubt einfache, internationale Geldtransfers online. Kann in Thailand ein Bankkonto genutzt werden, lässt sich auf diese Weise zügig und unkompliziert Bargeld beschaffen. Außerdem fallen die Gebühren deutlich niedriger aus: Eine konventionelle Banküberweisung, bei der der europäische Zahlungsraum SEPA verlassen wird, wird hingegen zumeist mit zweistelligen Euro-Beträgen für die Bearbeitungsgebühren belastet.
Der Online-Dienstleister nimmt nur zwischen einem und drei Tagen für die Bearbeitung in Anspruch; neben einer Banküberweisung kann auch eine Handyaufladung gewählt werden. In anderen Ländern steht sogar eine Barauszahlung zur Verfügung, die durch Banken und Postämter abgewickelt wird.

Fazit: Kreditkartenverlust einkalkulieren


Am Ende zeigt sich: Wer in Thailand unterwegs ist, sollte sich Gedanken über einen möglichen Kreditkartenverlust machen. Ratsam ist es, über eine zweite Kreditkarte zu verfügen, die getrennt von der ersten Karte aufbewahrt wird. Für Langzeiturlauber besteht eventuell die Möglichkeit, ein eigenes Konto zu eröffnen; ansonsten hilft die Deutsche Botschaft oder möglicherweise auch das Hotel weiter.

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