Razzia an Straßenständen:

„Clean-up“ von Piratenmarken!

Die nächsten 4 Monate werden 27 "red zones" im ganzen Land von gefälschten Produkten gesäubert. Die meisten Straßenstand-Händler in Thailand werden wohl dran glauben müssen, und auch die Verkäufer in einigen beliebten Shopping-Malls.

Bangkok, 4.8.2016

Eins vorweg: Das Thaizeit-Team liebt Märkte, und wir haben ein Herz für Straßenhändler. Deshalb haben auch wir mit einem weinenden Auge mitgetrauert, als am berühmten Blumenmarkt "Pak Khlong Talat" die Verkäufer alle Gehwege räumen mussten. Der charmante Charakter ist hin. ABER: wenn es um Marken- und Produktpiraterie geht, verstehen auch wir keinen Spaß.

Klar ist für viele Touristen die aktuell angesagte Prada-Tasche, eine Edeluhr zum Spottpreis, die schicke Sonnenbrille, das Polo-Shirt für den Herrn oder das traumhafte Chanel-Kleid für die Dame ein nettes Erinnerungsstück an schöne Ferientage. Weil eben super günstig und ein "Fake". 

Dabei sollten Sie jedoch nie vergessen: Hier wird das Marken- oder Designrecht extrem verletzt, das Image von international bekannten Herstellern wird angekratzt (z.B. Davidoff, Polo Ralph Lauren, Cartier, Louis Vuitton, Rolex und von vielen mehr). Und - das ist sicherlich das Schlimmste und am wenigsten bekannt: "Oft stecken kriminelle Netzwerke dahinter. Sie legen keinen Wert auf faire Arbeitsbedingungen und beuten häufig Minderjährige aus", so der Verein "Stop Privacy" in der Schweiz. 

Wie die Tageszeitung "The Nation" berichtete, zielt nun die Militärregierung in enger Zusammenarbeit mit dem thailändischen Handelsministerium darauf ab, unerlaubt hergestellte Waren in 27 "roten Zone" bis Ende Dezember 2016 zu beschlagnahmen und den Schutz von geistigem Eigentum im Land zu verbessern.

Nach der Zustimmung des Kabinetts soll anhand einer "road map" mit der großen Säuberungsaktion begonnen werden.

27 "rote Zonen" im Visier

Im Focus der Beamten sind vor allem 27 Gebiete im Land, die wegen des Verstoßes gegen Copyrights "berüchtigt" sind. Im Vorfeld wurden bereits die Gebäudeeigentümer vom MBK, dem Chatuchak Markt und der State Railway schriftlich informiert, dass sie fortan nicht mehr befugt sind, Piratenmarken in auf ihren Märkten oder in Malls zu verkaufen. 

Zu den als besonders berüchtigt geltenden Gebieten zählen: 

In Bangkok: MBK, Patpong Markt und Chatuchak (JJ Market), IT City, Computer Plaza Department Store, The Icon Mall, Pantip Plaza, Klong Thom, Baan Mo, Rinkhum Markt und die Sukhumvit Road. Außerdem: Die Patong und Karon-Strände auf Phuket, der Rong Kluea Markt in Sa Kaew, der Nachtbasar in Chiang Mai, der Hua Hin Market in Prachuap Khiri Khan, Koh Samui in Surat Thani; Ao Nang in Krabi; Pattayas Märkte und der Santisook Markt und Kimyong Markt in Songkhla.

Image des Landes aufpolieren,
Bewußtsein bei Touristen schärfen

"Wenn die thailändische Regierung den vorgesehenen Clean-up-Plan durchsetzt, können wir das Image des Landes bei ausländischen Investoren verbessern. Wir schützen damit nicht nur das Ansehen und die Werte von weltbekannten Unternehmen, die ihre echten Waren in unseren Malls verkaufen, sondern wir schärfen auch das Bewusstsein von Touristen", sagte Nuntawan Sakuntanaga, Generaldirektor an der Abteilung für geistiges Eigentum. 

Im Endeffekt gehen die Urlauber mit einem imitierten Original nach Hause, meist mit schlechter Verarbeitung und mangelhafter Verpackung.

Noch dazu mit der Gefahr, dass die Tasche oder die Uhr am Ankunftsflughafen eingezogen wird, "sofern der Markeninhaber beim Zoll Antrag auf Hilfeleistung gestellt hat – und das haben die meisten großen Marken. Dies auch dann, wenn die Tasche/Uhr nur ein privates Souvenir ist, denn seit 2008 ist auch der private Import von Fälschungen in die Schweiz verboten", so der Verein "Stop Piracy".  

In Deutschland gehen No-Name-Waren oder Fakes noch unbeanstandet durch jede Zollkontrolle, sofern Ihre Reiseeinkäufe den Wert von 430 Euro pro Person nicht überschreiten und sie diese nicht zu geschäftlichen Zwecken (Weiterverkauf) nutzen. Doch bekommen Sie möglicherweise Probleme bei der Ausfuhr aus Thailand. Denn wir betonen nochmals: der Erwerb von gefälschten Markenprodukten in Thailand ist illegal, und Sie sollten sich angesichts möglicher Schwierigkeiten fragen: 

Ist dies die Raubkopie im (Hand)-Gepäck wirklich wert..? (NG)

>>> Impressionen von "Fakes" in Thailand

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