Diskussion um neue Einreisesteuer:

Wird eine neue "Touristen-Steuer" erhoben?

Thailand plant, von Touristen zukünftig 300 Baht Gebühr zu verlangen. Insbesondere während der Corona-Pandemie sollen unbezahlte Krankenhausrechnungen von Ausländern gedeckt und der Aufenthalt im Königreich verbessert werden. Thaizeit fragt: Was halten unsere Leser von dieser Maßnahme?

Bangkok, 14. Mai 2020

2014 und 2016 war sie schon einmal im Gespräch: eine "Touristen-Steuer", die bei Ankunft in Thailand erhoben werden soll. Wegen der weltweiten Gesundheitskrise und dem taumelnden Thailand-Tourismus ist das Thema nun wieder brandaktuell auf dem Tisch der Behörden.

Corona-Steuer bald Wirklichkeit?

Das Tourismus-Ministerium plant eine Steuer von maximal 300 Baht für jeden Ausländr, sozusagen als "Covid-19-Pandemie"-Versicherung. Wie Minister Phiphat Ratchakitprakarn gegenüber Medienvertretern erläuterte, soll die Abgabe direkt bei Ankunft kassiert werden.

Wer auf dem Luftweg anreist, dem wird wohl in Zukunft diese Gebühr auf den Ticketpreis aufgeschlagen. Wer auf dem Land- oder Seeweg in Thailand ankommt, muss die Summe am Grenzübergang oder am Hafen in bar bezahlen. So jedenfalls sieht es der Entwurf vor. 
Die Steuer soll in einen Tourismusfonds fließen, der vom Ministerium verwaltetet wird. "Wir wollen unseren Besuchern zukünftig mehr  Schutz bieten", so der Fokus. Allerdings möchte man auch verhindern, dass Krankenhäuser von Touristen ohne Versicherung "missbraucht" werden und unbezahlte Rechnungen hinterlassen. (Siehe Ausführungen weiter unten im Text). 

Auch sollen touristische Attraktionen mit allen notwendigen Sicherheitsvorkehrungen und nach den neuesten Hygiene-Standards ausgestattet werden. Man möchte unter allen Umständen eine zweite oder dritte Corona-Welle vermeiden, die möglicherweise durch Einreisende aus Risikoländern verursacht werden könnte.

Eine Machbarkeitsstudie über eine angemessene Steuerbelastung für ausländische Besucher wurde bei der Naresuan-Universität bereits in Auftrag gegeben. Anschließend wird diese dem Kabinett zur Abstimmung vorgelegt. Ob und wann diese neue "Corona" Steuer in Kraft tritt, soll noch vor Jahresende im Detail bekanntgegeben werden.

Pro & Contra

  • POSITIVE STIMMEN

    Befürworter der Steuer sehen die Hauptproblematik in den unbezahlten Krankenhausrechnungen. Viele Ausländer würden partout keine Reiseversicherung abschließen und dem thailändischen Staat auf der Tasche liegen. Was sind da schon 8 Euro? fragen sie. "Das sind gerade mal 2 -3 Bier weniger - na und..."? 300 Baht könne sich jeder Tourist leisten, denn diese Gebühr soll ja vor allem die thailändischen Steuerzahler entlasten, die bisher für Notfallbehandlungen von Besuchern und sogar für die Rückführung von Urlaubs-Toten aufgekommen sind.

    Hintergrund: Laut Ministerium lagen diese Kosten jährlich bisher bei rund 300 Millionen Baht, und damit soll jetzt endgültig Schluss sein. Inspiriert wurden die Behören laut lokalen Medienberichten von Japan. Das Land erhebt schon seit geraumer Zeit eine "Sayonara-Steuer" in Höhe von 1.000 Yen (rund 300 Baht) für jeden Ausländer.

  • KRITISCHE STIMMEN


    Wie schon in den vergangenen Jahren sind es vor allem Touristen, die sich über die geplante Abgabe von rund 8 Euro aufregen. Sie empfinden die geplante Aktion als "Angriff auf die Geldbörse". Bislang sei nicht ganz klar, zu welchem Zweck das "Touristengeld" am Ende wirklich eingesetzt würde.

    "In einer Zeit, wo ganz Thailand unter dem Rückgang der Besucherzahlen leidet, ist es wohl der falsche Moment, eine Touristensteuer zu erheben. Dies wird viele Thailand-Fans abschrecken".

    "Corona als Entschuldigung. Diese Abgabe erweckt den Eindruck der Abzockerei"

    "Leider macht sich Thailand damit unbeliebt. Dies ist einfach eine weitere Idee, den Touristen das Geld aus den Taschen zu ziehen"

    "Es geht nicht um die läppischen 300 Baht, sondern um viele anderen Kosten, die sich summieren und die Thailand immer unattraktiver machen. Z.B. das Duale Preissystem "Thai-Ausländer", die hohen Kosten für eine Visa-Verlängerung, und der schlechter Wechselkurs noch dazu".  

Hinweis der Redaktion:

Auf unserer Facebook-Seite können Sie sich, liebe Leser, gerne an der Diskussion beteiligen. Wir würden gerne wissen, ob Sie bereit seid, die 300 Baht zukünftig zu bezahlen, um damit das thailändische Gastland zu unterstützen. Oder ob das Urlauber eher abschreckt? Wir sind auf Ihr Feedback gespannt!

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Rückblick- Was bisher geschah...

Im Jahre 2014 war von 500 Baht die Rede, im Jahre 2016 von 360 Baht. Das Geld von Besuchern solle für Projekte des Tourismus-, Gesundheits- und Aussenministeriums verwendet werden, verkündete seinerzeit Khun Chote Trachu, Staatssekretär im Tourismusministerium.  Nach lauter Kritik von allen Seiten wurde diese Idee allerdings zunächst verworfen.

Im Jahre 2019 wurde dann laut über 100 Baht pro Tourist nachgedacht - das sind umgerechnet ca 2,80 Euro oder 3,00 Franken. Vor allem Gesundheitskosten sollen durch diese Pauschale gedeckt werden. 

Brisantes Thema: Versicherungsschutz

Bevor man jetzt vorschnell urteilt, sollte man die Hintergründe kennen, um sich eine Meinung zu bilden. Die Überlegung des Ministeriums, nicht zuletzt auch durch die besorgniserregenden Information des Gesundheitsministers, kam deshalb auf, nachdem zahlreiche Urlauber wegen nicht vorhandener Krankenversicherung ihre Arztrechnungen nicht bezahlen können.

Fakt ist: die thailändischen Behörden sind nicht mehr bereit, Millionen von Baht für leichtfertige Unfälle oder unvorhergesehene Krankheiten von Ausländern zu übernehmen. Deshalb wird demnächst als ein 1. Schritt voraussichtlich eine Pflichtversicherung für Personen mit einem Non-Immigrant-Visum-O-A eingeführt. Dies ist ein Jahresvisum für Rentner mit einer Aufenthaltsgenehmigung von 365 Tagen. Hinweis: dies gilt nicht für alle anderen Visa-Optionen, und dies hat auch nichts mit der hier beschriebenen "Touristensteuer" zu tun.

Notfälle werden zum Finanzloch für Krankenhäuser

Ob Virusinfektion, ein Motorradunfall, Schlaganfall oder Herzinfarkt - die Liste der Krankheiten oder Unfälle ist lang und endet immer dann mit einem Drama, wenn der Betroffene nicht versichert ist. Vor allem in touristischen Gebieten und auf Inseln erleiden die öffentlichen Hospitäler dadurch große finanzielle Einbußen

Behandlungs- und Stationärkosten belaufen sich schnell auf zig Tausende Thai Baht, die die Angehörigen kaum oder gar nicht bezahlen können. Völlig hilflos sind alle Parteien, wenn nach der ersten Notfallversorgung auch Spezialkliniken oder  Rücktransporte anstehen. (NG)

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