Erlebnisbericht:

Thailand auf dem Pferderücken

Reiten auf dem Bauernhof - gibt es so etwas überhaupt in Thailand? Oh ja! Ein Erlebnisbericht aus Nordthailand von den THAIZEIT-Lesern Katrin und Torsten Fritsche.

Silvester stand vor der Tür und wir wollten etwas völllig Neues, Originelles und Unvergessliches erleben. Mal etwas ganz anderes, aber am liebsten in Thailand.Im Internet fanden wir die "Thai Horse Farm" in Phrao (auch auf Deutsch!)

Sofort war unser Entdeckergeist geweckt und glücklicherweise konnte uns Boris, der Gründer und Initiator von Thaihorsefarm.com, ein gutes Angebot machen. Und so war es beschlossene Sache: über Silvester würden wir mit den Kindern tagelang auf dem Rücken der Pferde durch den Sri-Lanna-Nationalpark im Norden Thailands reiten, dort zelten und am Lagerfeuer essen.

Bei mir als Nichtreiterin meldeten sich dann aber doch Bedenken: Allein im Urwald, umgeben von wilden Tieren, die Hygiene, die Pferde, all die Gefahr, die dort in der Wildnis auf uns warteten könnte. Wie konnten wir nur?

Nun gab es aber kein Zurück mehr für mich und da musste ich jetzt durch.

In Phrao warteten wir zunächst auf die Rückkehr der Pferde von der vorherigen Tour. Vor uns war eine deutsche Familie mit großen Kindern und viel Reiterfahrung auf Tour gegangen. Als sie kurz vor Einbruch der Dunkelheit kamen, ergriff uns sofort ihre Begeisterung, denn sie kamen aus dem Schwärmen überhaupt nicht mehr heraus.

TAG 1:
Nach einem wunderbaren Frühstück mit frisch gebackenen Brötchen, dampfendem Kaffee und selbst gemachter Marmelade ging's los. Unsere Himalaya-Bergpferde standen gesattelt für uns bereit.

Sie gelten als besonders trittsicher, intelligent und gutmütig. Die Thai Horse Farm leistet durch eigene Zucht einen großen Beitrag zum Erhalt dieser selten gewordenen Rasse.

Atemberaubende Landschaften

Ingrid, unsere Reiseführerin, gab vor allem mir, als Nichtreiterin, wertvolle Tipps, wie ich mich oben halten könnte. Und dann tauchten wir in den Wald und eine sensationelle Bergwelt ein, mit Terrassenfeldern, Waldtempel und Höhlen. Ausgerechnet unsere Kinder machten uns auf die Schönheit der Landschaft aufmerksam – es war, als hätten wir die Rollen getauscht. Hier, fernab ihrer Gameboywelt erlebten sie Naturidylle mit großem Staunen.

Zelten am Lagerfeuer, Baden am Wasserfall

Unser Begleiter und Dschungelexperte Alu war vorgeritten und hatte in der Nähe eines Wasserfalls ein Zeltlager errichtet.

Das Lagerfeuer loderte bereits, und im Zelt hingen Handtücher bereit.

Duschen war angesagt, und zwar unterm Wasserfall! Eiskalt schossen die Wassermassen herunter...

...der Warmwasserregler der Dusche war in der Zivilisation zurück geblieben...


Szenen wie im Winnetoufilm

Alu wurde als Sohn eines chinesischen Vaters und einer Lisumutter groß. Seine Kenntnisse über den Dschungel und alles, was zum Leben und Überleben dazu gehört, sind unschätzbar groß und gaben uns ein Gefühl tiefster Sicherheit und Geborgenheit. Das Feuer knisterte, Alu schnitzte aus einem Stück Bambus den Reis- und Wasserkocher sowie einen Suppentopf und Bambusteller. Genial! Schließlich krochen wir nach unserem Abendmahl wohlig erschöpft in unsere Schlaflager und verbrachten unsere erste Nacht in der Wildnis.

Wir fühlten uns tatsächlich wie in einem Winnetoufilm: eine Gruppe einsamer Indianer auf ihrer Reise in neue Jagdgründe… 

Besuch bei den Bergvölkern

TAG 2: Der härteste Tag unserer Tour stand bevor. Unser Ziel war es, auf 1.100 Meter hinaufzuklettern und ein Lahudorf zu erreichen. Immer tiefer drangen wir in die unberührte Natur ein. Oft mussten wir uns ganz eng an den Rücken der Pferde schmiegen, um durch das Dickicht der Bambuswälder zu dringen.

Im Lahudorf wurden wir herzlich begrüßt. Die Menschen stammen ursprünglich aus China und waren einst geschätzte Tigerjäger. Als nomadisierende Stämme fanden sie ihren Weg bis nach Nordthailand. Wir erinnerten uns an Boris, der uns von verschiedenen Projekten erzählte, welche nachhaltig zum Wohle der Bergvölker von ihm und seinen Mitarbeitern entwickelt und umgesetzt werden. 

Traditionelle Dschungelfarm

TAG 3: Unser Ziel für heute war die „Dschungelfarm“, eine in traditioneller Pfahlbauweise errichtete Bambushütte - unser Lager für die kommenden zwei Nächte. Eine einzige Lahufamilie lebt hier und begrüßte uns mit heißem Tee. Scheinbar isoliert von jeglicher Zivilisation bestellt sie ihre umliegenden Felder und meistert völlig autark ihren Lebensalltag.

Neujahr im Urwald

Das war ein "happy new year" für unsere Familie! Thailand und seine Menschen auf diese Weise kennenzulernen und - als Pfadfinder - eine so noch nie wahrgenommene Natur genießen zu können, ist ein unschätzbar großer Reichtum für unsere Herzen. Unser Ausflug wird uns unvergessen bleiben und steht im Moment an oberster Stelle der Kategorie:

„Schönster Urlaub, den wir je hatten“.

Bildergalerie: Erlebnisse auf Pferderücken

Von: Katrin & Torsten Fritsche; Fotos: Thai Horse Farm

Info

Die Touren sind sowohl für erfahrene Reiter als auch für Reitneulinge geeignet. "Die Mehrzahl unserer bisherigen Gäste hat vorher noch nie auf einem Pferd gesessen", erklärt Besitzer Boris. Doch auch Reitprofis sind begeistert. "Wir können die Touren leicht entsprechend Ihrer Reiterfahrung anpassen".

Thai Horse Farm Co., Ltd.

Baan Tom Kok, Phrao, Chiang Mai

Tel. +66 (0) 86-919-3846

thaihorsefarm.com

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