Geschmackstest:

Kulinarische Reise in den Isaan

Ob Pla Ra, Som Tam oder Jim Jum – THAIZEIT hat einen Geschmackstest im Nordosten Thailands gewagt.

17. November 2017

Letzte Woche wurde der Nordosten von Thailand vom US-Fernsehsender CNN  auf Platz 6 aller "Top Welt Reiseziele 2017" gelistet. Kein Wunder!

Wie in der Einführung unseres "Isaan Spezial" bereits berichtet, hat diese Gegend nicht nur historisch und landschaftlich viel zu bieten, sondern vor allem auch kulinarisch.

Zentrum der Pla-Ra-Produktion

Das Thaizeit-Team liebt Thai Food! Ausgestattet mit einem gewissen Basisverständnis für die Küche im Isaan begaben wir uns zunächst in ein abgelegenes Dorf namens Noan Sawan im Ubolratana-Distrikt. Hier werden wir Zeuge, wie Pla Ra (vergorener Fischsud) hergestellt wird. Die 63-jährige Mae Liam hat in den letzten zwei Dekaden ihre Fertigkeit in der Pla-Ra-Zubereitung verfeinert.

Der "Gaumen-Gau"...

Wegen seines strengen Geruchs ist Pla Ra bei vielen Ausländern und einigen Zentralthailändern verpönt. Wir geben zu, auch bei THAIZEIT. Bei uns landete Pla Ra unter den Top 5 "Schlimmsten Gerichten in Thailand"...!

Mae Liams Variante jedoch hat einen milderen Geschmack, ihr Geheimnis ist die Verwendung von jodiertem Salz und eine verbesserte Fermentierung. Nach dem Erfolg von Mae Liam folgte ihr das ganze Dorf nach. Heute ist Noan Sawan führend in der Produktion von Pla Ra und wird in der ganzen Provinz dafür geschätzt. Die Fische für das Noan-Sawan-Pla-Ra stammen aus dem Ubolratana-Staudamm, der die landwirtschaftliche Gemeinschaft der Region mit Wasser, Strom und Fisch versorgt.

Fischig: Herstellung von Pla Ra 

Frisch gefangene, etwa einen Monat alte Fische werden gründlich gereinigt, mit jodiertem Salz vermischt und zerknetet. Danach reift die Masse in Tongefäßen zwischen sechs und zwölf Monaten. Diese fermentierte Mischung ist in trockener und wässriger Version erhältlich und wird anschließend weiterverarbeitet – idealerweise gekocht. Allerdings sind die meisten Einwohner des Isaan mit der ungekochten Version glücklicher. Mae Liam sagt dazu: „Das rohe Produkt ist bei weitem nicht so gesundheitsgefährdend wie behauptet wird. Für uns ist die rohe Version noch köstlicher als die gekochte. Sie entspricht mehr unserem Geschmack“.

Der Geschmackstest beginnt...

Es wird Zeit, unseren kulinarischen Test zu beginnen. Zurück in der Stadt, besuchen wir eine Reihe von Restaurants, die sowohl authentische als auch so genanntes „Fusion-Food“ des Nordostens anbieten.

Einige Gerichte sind sehr stark von der laotischen Küche beeinflusst. In Laos und auch im Norden Thailands ist Klebreis (Khao Niaw) genauso beliebt wie im Nordosten und wird mit einem Hauptgericht gereicht, zum Beispiel Som Tam (Salat aus grüner Papaya), Gai Yang (gegrilltes Huhn), Nam Tok (würziger Salat mit gegrilltem Fleisch) oder Larb (scharfer Salat mit Schweinehackfleisch). Jim Jum, ein Fondue-ähnliches Gericht mit Fleisch und Gemüse, erfreut sich auch dank seiner scharfen Kräuterwürzung großer Beliebtheit.

Gebratene Insekten als Vorspeise

Da Fleisch in den Dörfern oft eine Rarität ist, verwendet man dort als Eiweiß hauptsächlich Frischwasserfische und Krevetten, die mit Kräutern und Gewürzen gekocht oder auch fermentiert werden. Speisen mit Eidechsen, Fröschen und gebratenen Insekten wie zum Beispiel Heuschrecken, Grillen, Seidenraupen und Käfern sind weitere Vorspeisen, die man häufig im Isaan findet. Typisch Thai, aber nicht jedermanns Sache.

Die thailändische Kolumnistin für Kulinarisches, Kanokpan Hetrakul, hat folgendes über die Küche des Nordostens zu sagen: „Sie vereint verschiedenen Würzungen, die in den meisten anderen Küchen nicht vorkommen.

Sie benutzt eine einzigartige Kräutermischung, die in der richtigen Menge sowohl gesund als auch schmackhaft ist. Sogar kreuchendes und fleuchendes Getier wird im Nordosten für seinen Eiweissgehalt geschätzt“. 

Die Küche überrascht wirklich mit delikaten, wenn auch höchst ungewöhnlichen Kombinationen. Wer also "kulinarisch abenteuerlustig" ist, und die Küche Thailands in ihrer Gesamtheit wirklich kennen lernen möchte, für den ist der Isaan definitiv eine Reise wert

>>> Weitere Bilder unserer kulinarischen Reise

Von: Bredget Sadoc/NG, Übersetzung: Veronika Thananan

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