Gesundheitsministerium:

Bald Versicherungszwang für Touristen?

Nach vielen Notfällen und Unfällen von Ausländern, die ohne Absicherung in thailändischen Krankenhäusern behandelt werden, erwägt Gesundheitsminister Pradit Sinthawanarong eine obligatorische Krankenversicherung für Einreisende, die in die Visagebühren integriert werden soll.


Man hört es immer wieder! Ein "Farang" (Ausländer) schwebt in Lebensgefahr und wird fernab der Heimat ins Hospital eingeliefert:
Herzinfarkt, Virusinfektion, oder gar Gehirnschaden nach einem Motorradunfall. Die Liste der Krankheiten oder Unfälle ist lang und endet immer dann mit einem Drama, wenn der Betroffene nicht versichert ist. Krankenhäuser in touristischen Gebieten erleiden dadurch große finanzielle Einbußen.

Katastrophe: Notfälle ohne Deckung

Jüngstes Beispiel: der Deutsche Thomas Jochum (47) erlitt Mitte Mai auf Koh Samui einen schweren Herzinfarkt und musste im Bangkok Samui Hospital reanimiert werden. Bis heute liegt er dort im Koma und wird künstlich beatmet und ernährt. Bereits nach drei Tagen waren die Behandlungs- und Stationärkosten auf  über 10.000 Euro geklettert, und die Familie geriet schon nach kurzer Zeit in extreme finanzielle Bedrängnis. Wie so viele andere Deutsche, die nach Thailand reisen oder seit Jahren im Land leben, hatte es Thomas versäumt, eine adäquate Krankenversicherung abzuschließen. Selbst Freunde, die kurzfrisitg ein Spendenkonto für ihn einrichteten, wissen: das war ein fataler Fehler!  


Finanzloch für Krankenhäuser

Nicht nur für die Betroffenen ist eine Notlage mit Einweisung in die Klinik ein Unheil, sondern auch für die Krankenhäuser in Thailand. Denn diese bleiben meist auf den anfallenden Kosten sitzen, wenn Touristen, Expats, staatenlose Menschen oder illegale Migranten nicht versichert sind. Hinzu kommen nach der ersten Notfallversorgung auch die Verlegung in Spezialkliniken oder gar Rücktransporte von Verstobenenen. In diesem Fall sollte man mit der deutschen Spezialistin Liz Luxen auf Koh Samui Kontakt aufnehmen, die nicht nur ein professionelles Übersetzungsbüro betreibt, sondern auch Bestattungsinstitute in ganz Thailand. 

Brisantes Thema im Ministerium

Unterdessen hat Gesundheitsminister Pradit Sinthawanarong der Regierung einen Entwurf vorgelegt, der darauf drängt, die Einreise von Touristen in Thailand grundsätzlich von einer Reise- und Krankenversicherung abhängig zu machen. Wer keinen Versicherungsschutz nachweisen kann, solle jedoch die Möglichkeit bekommen, eine "travel insurance" bei Ankunft zu kaufen, die in die Visagebühr des Einreisenden mit eingerechnet wird. Eine Alternative wäre auch die Überlegung, eine Reiseversicherung mit den Kosten der Flugtickets zu kombinieren. Internationale Reisebüros hätten demnach die Aufgabe, falls das neue Recht in Kraft treten würde, ihre Kunden über den neuen Versicherungszwang in Thailand zu informieren, erklärte Dr. Pradit weiter. Laut Medienberichten waren alle Teilnehmer mit den Überlegungen des Gesundheitsministers einverstanden. An der Sitzung nahmen auch Vertreter des Sozialministeriums und des Außenministeriums, des Arbeits- und Innenministeriums, des Verkehrs- und Finanzministeriums sowie des Ministerium für Tourismus und Sport teil. (NG)

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