Nationalparkbehörde warnt:

"Vorsicht vor Elefanten-Angriff!"

"Same, same - never different!". Es ist jedes Jahr das gleiche Schauspiel, und ein wichtiger Hinweis für alle Touristen - vor allem für Besucher des Khao Yai Nationalparks: Vorsicht vor Elefanten in der "Musth", denn diese sind unter Umständen sehr aggressiv!

Khao Yai, 2.11.2019

Liebe Leser, so sehr wir alle Elefanten lieben und sie gerne in freier Wildbahn beobachten: halten Sie sich unbedingt an die Regeln, die von dem "Department of National Parks" veröffentlicht werden. Denn die sogenannte "Musth" stellt in der Elefantenbullenhaltung ein schwerwiegendes Problem dar. 

Kurz zur Erklärung: Die "Musth" ist gewissermaßen die „Pubertät“ der Elefantenbullen, die ungefähr einmal im Jahr - fast immer im "Winter" (November bis Februar) - vorkommt und oftmals eine Phase der totalen Aggressivität zur Folge hat. Sie wird durch einen heftigen Testosteron-Schub ausgelöst und kann Wochen oder sogar mehrere Monate anhalten. Die Meinung vieler Besucher, ein Musth-Bulle sei in der Brunft, ist übrigens absolut falsch. "Die Elefantenbullen kennen keine Brunft wie Hirsche oder Antilopen", heißt es im Elefantenlexikon Upali.ch. "Das Musth-Phänomen tritt meines Wissens insbesondere bei asiatischen Elefantenbullen auf", so der Autor Georges Frei. "Während dieser Periode produziert ein Bulle 40 bis 60-mal mehr Testosteron als in der "Non-Musth"-Zeit".

Dies kann sogar soweit führen, dass die Elefantenbullen Nashörner angreifen und töten, und natürlich auch Menschen in dieser Zeit lebensgefährlich bedrohen.

Elefant auf dem Autodach

Vor 3 Tagen wurde es für zwei Insassen eines Autos im Khao Yai Nationalpark extrem brenzlig. Zum Glück wurde am 30.10. 2019 niemand bei diesem aktuellen Vorfall verletzt.

Der tonnenschwere wilde Elefant namens Duea, der wie viele seiner grauhäutigen Kollegen gerne auf den Straßen spazieren geht, hatte sich einem PKW genähert, rieb sich am Blech und hinderte das Fahrzeug an der Weiterfahrt. Grober Fehler: Der Fahrer des Toyota stellte den Motor ab.

Der Parkdirektor dazu: "Halten Sie ja nicht an, um Fotos zu machen, denn dadurch bringen Sie sich und Ihr Fahrzeug in Gefahr. Nähert sich ein Elefant einem Auto, müssen Parkbesucher sofort reagieren und langsam rückwärts fahren. Nun, dies ist in diesem Fall nicht geschehen. Und so setzte sich Chang Duea doch glatt auf das Autodach!!

Erst Minuten später gelang es dem Fahrer, sein Auto langsam unter den 4 mächtigen Beinen des Elefanten fortzubewegen. Fotos und ein Video zeigten anschließend Beschädigungen der Heckscheibe, der Karosserie und am Dach. Auch die Fensterscheiben waren zerbrochen. (Fotos: Baan Suan Phu Kradat / Facebook)

Regeln, die man beachten soll

Nachdem sich die meisten Menschen im Nationalpark grundsätzlich fehl verhalten, und jedes Jahr Unfälle oder Angriffe durch Elefanten passieren, sahen sich die Behörden nun gezwungen, einen 10-Punkte-Plan zu veröffentlichen.

1. Stellen Sie den Motor niemals ab. Elefanten haben ein gutes Gehör und nähern sich wenn alles ruhig ist
2. Halten Sie einen Abstand von mindestens 30 Metern zu dem Tier und fahren Sie vorsichtig zurück.
3. Steigen Sie auf keinen Fall aus dem Auto
4. Lassen Sie nachts die Autolichter immer an...
5. ..aber verwenden Sie kein Fernlicht oder die Blinker.
6. Machen Sie keine lauten Geräusche
7. Bitte nicht die Hupe betätigen, das macht die Tiere aggressiv
8. Halten Sie im Falle ausreichend Abstand zu einem anderen Auto
9. Bitte nicht fotografieren, wenn Elefanten auf Sie zukommen
10. Keinesfalls Blitzlicht verwenden.

Frühere Vorfälle im Khao Yai Nationalpark

Viele Touristen kennen diese Regeln nicht und nehmen daher die Begegnung mit einem Elefanten, der ihnen möglicherweise auf der Landstraße den Weg versperrt, zunächst einmal auf die leichte Schulter. So auch am 10. Dezember 2018 geschehen

Der 20 Jahre alte graue Riese "Yoyo" blockierte die Fahrbahn in der Nähe des Haew Narok Waterfall, sichtlich unruhig und möglicherweise bereit für eine Attacke.

Parkbeamte sahen sich kurzfristig veranlasst, ihre Fahrzeuge als Puffer zwischen den aggressiven Elefantenbullen und die Touristen-Fahrzeuge zu stellen; dennoch stiegen zahlreiche Autofahrer aus, machten Fotos und Selfies, hupten und verängstigten den Elefanten nur noch mehr... bis Yoyo mit seinen Stoßzähnen eine Autoscheibe zerschmetterte...

Angriffslustige Dickhäuter sind gar nicht lustig! 

Schon damals sah sich die Behörde gezwungen, Touristen wegen ihres völlig falschen Verhaltens zu ermahnen!

** Besonders gefährlich leben Motorrad- oder Mopedfahrer **

Was passieren kann, wenn ein Elefant in Rage gerät, das sehen Sie in diesem Bericht! 

 

BILDER, DIE THAIZEIT BEWEGEN: ELEFANTEN-ATTACKE MIT HAPPY END

Von: Nathalie Gütermann

Info

Khao Yai erstreckt sich über 2.168 Quadratkilometer in vier Provinzen: Nakhon Ratchasima, Saraburi, Prachin Buri und Nakhon Nayok. Der drittgrößte thailändische Nationalpark beherbergt etwa 300 wilde Elefanten und gilt als einer der besten Orte, um wilde Elefanten in Thailand zu sehen.

Quelle + Bildnachweis:
The Nation/Thai Visa
Baan Suan Phu Kradat / Facebook (aktuelle Fotos)
Fotos: Nueng Nakhon Nayok (Dezember 2018)

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