Neue Regelung in Privat-Krankenhäusern:

"Abzocke" vorbei!

Bereits im letzten Jahr ist ein neues Gesetz erlassen worden, dass private Kliniken zwingt, überhöhte Preise für Serviceleistungen und Medikamente zu stoppen. Jetzt ist es in Kraft getreten. IN Kürze werden alle Krankenhauskosten öffentlich gemacht, damit man schon vor einer Behandlung genau Bescheid weiss.

Bangkok, 10. März 2020

Fast jeder, der als Expat, Langzeitbesucher oder als Tourist in Thailand weilt, hat es schon einmal am eigenen Leib erfahren müssen: ein Klinikaufenthalt, der schmerzt. Doch was am Ende besonders weh tut, sind meist die exorbitanten Rechnungen für die Dienste der Ärzte und für das Tütchen Pillen und Cremes am Ende der ärztlichen "Audienz".

Dies ist eigentlich seit dem 30. Mai 2019 Vergangenheit, denn schon im letzten Jahr hat die Gesundheitsbehörde - trotz aller Proteste seitens der Pharmaindustrie und den privaten Krankenhäusern - jegliche Preisüberschreitungen gestoppt. Der gute Grund: seit mindestens 2 Jahren wurde Kritik laut, besonders aber seit im Frühjahr 2019 einem Patienten für eine Durchfallerkrankung 30.000 Baht (!!) in Rechnung gestellt wurden. Die Geschäftsleitung wurde nun aufgefordert, diese Kosten im Detail zu erklären, doch sicher ist:

Das war wohl ein Tropfen auf den heißen Stein!  

Nun endlich ist das Gesetz durch - immerhin hat es aber ein ganzes Jahr gedauert. Doch besser jetzt als nie. So schrieb zum Beispiel die renommierte Tageszeitung "The Nation" am 21. Februar 2020:

Ab sofort dürfen keine übertrieben hohen Rechnungen an Patienten ausgestellt werden. Außerdem müssen die Behandlung beschrieben sowie die Preise für Medikamente und die ärztliche Versorgung noch VOR jeglicher Behandlung klar und deutlich kommuniziert werden.

Das heißt: Patienten haben das Recht, auf Anfrage über die geschätzten Behandlungskosten informiert zu werden.

Auch wird man bis Ende des Monats zum ersten Mal die Preise für medizinische Dienstleistungen vergleichen können.

Wichai Phochanakit (Generaldirektor des Handelsministeriums), sagte, daß private Krankenhäuser seit letztem August eine Liste ihrer medizinischen Leistungen und Preise einreichen mussten und die Informationen bereits in Kürze, voraussichtlich Ende März 2020 (spätestens aber im April), auf der Website "dit.go.th" abrufbar sind. 

Die meisten privaten Krankenhäuser hätten Listen ihrer Dienstleistungen eingereicht, sagte Wichai, und die verwendete Terminologie werde beim Medical Technology Council überprüft, um sicherzustellen, dass die Verbraucher auch verstehen, was angeboten wird.

Das Gesetz bezieht sich vorerst auf 3.892 der gängigsten Medikamente, die üblicherweise Notfall-Patienten (ganz gleich, ob Unfall oder Krankheit) verschrieben oder während Operationen und anschließenden Therapien verabreicht werden.

Auch Betten, Zimmer, Lebensmittel-, Blut- und Urintests, chirurgische Eingriffe sowie Konsultationen mit Ärzten werden aufgeführt und können zukünftig verglichen werden. „"Wenn die Preise online veröffentlich werden, können die Menschen ihr präferiertes Krankenhaus auswählen", sagte Wichai. "Die Preise und Gebühren für Dienstleistungen sind nun mal von Krankenhaus zu Krankenhaus unterschiedlich".

Nicht zuletzt ist diese Maßnahme auch den Medien und sozialen Netzwerken zu verdanken, die auf die "Abzocke" in den privaten Kliniken aufmerksam gemacht haben, schrieb die Tageszeitung "The Nation". Eine im Jahre 2019 durchgeführte "Klinik-Razzia" bestätigte das Ergebnis von Patienten-Beschwerden. Einige private Krankenhäuser hatten Arzneimittel zu Preisen verkauft, die - laut "The Nation" - bei 29,33 bis 8.766,79 % weit über dem Einkaufspreis lagen.

Khun Wichai Phochanakit erklärte daraufhin gegenüber Medienvertretern: "Wenn für die einfachsten Symptome wie zum Beispiel Kopf- oder Bauchschmerzen außergewöhnlich hohe Kosten berechnet werden, so stimmt etwas ganz und gar nicht. Da sind Beschwerden Grund genug, rechtlich dagegen vorzugehen".

  • Beispiel 1: Das Blut-gerinnungshemmende Mittel "Warfarin" (auch bekannt unter dem thailändischen Handelsnamen "Orafin") kostet beim Importeur bzw. Händler 2 Baht/Einheit. Die Prüfung der Behörden ergab jedoch, dass das gleiche Medikament in mehreren Kliniken zwischen 13 - 15 Baht/Einheit, und in einem anderen nicht genannten Krankenhaus sogar für 36 Baht/Einheit verkauft wurde.
  • Beispiel 2: Das Medikament "Amphotericin B" hat ein sehr breites Wirkspektrum und gilt als einzige Behandlungsmöglichkeit für einige Pilzinfektionen. Im Einkauf kostet es 452 Baht, verkauft wurde es jedoch in einigen privaten Krankenhäusern für über das Doppelte (937 Baht) oder gar in Einzelfällen zwischen 1.500 - 2.200 Baht. Wow!

“Deshalb ist es ab sofort auch Pflicht, jedem Medikament, das verkauft wird, ein Beipackzettel beizulegen, dass alle notwendigen Informationen enthält, also: Preis pro Einheit, Handelsname, Darreichungsform, Menge und Einnahme-Optionen des Arzneimittels", so der Minister.

Unterdessen wurden auch die Strafen bei Missachtung bekannt: 7 Jahre Gefängnis und/oder eine Geldstrafe von 140.000 Baht für die verantwortlichen Geschäftsführer, sollte das Krankenhaus unnötige oder überteuerte Behandlungen durchführen. Und: Eine Gefängnisstrafe von bis zu einem Jahr und/oder eine Geldstrafe von 20.000 Baht für alle, die die Preise der Medizin und Medikamente nicht offiziell publizieren, also zum Beispiel online über die Webseite oder durch einen QR-Code.  

"Medizin-Tourismus ist für uns ein sehr wichtiger Faktor, deshalb müssen faire Preise für alle Patienten sichergestellt werden", so Khun Wichai, der vom Gesundheitsministerium komplett unterstützt wird. Seine Behörde werde zudem veranlassen, "dass die Zahl der Medikamente und medizinischen Serviceleistungen, die unter die neuen Bestimmungen fallen, erheblich erhöht beziehungsweise verbessert werden". (NG)

Nun, das Thaizeit-Team ist gespannt, ob die neuen Regelungen tatsächlich eingehalten werden - speziell in Zeiten des Corona Virus. Gerne hören wir von Ihren Erfahrungen, liebe Leser. Nutzen Sie hierfür die Kommentarfunktion auf unserer Facebook-Seite: www.facebook.com/thaizeit

Quellen und weitere Informationen:


thaiwebsites.com/bumrungrad-prices.asp
www.dit.go.th

Info

Quelle: nationthailand.com/news/30382500
21. Februar 2020

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