Burmesische Grenze, schöne Blick, Friendship-Bridge, Tak, Berg, Thailand, Reise, Thaizeit

Thailand:

Grenzerfahrungen im Westen

Mae Sot – ein Hauch von Burma in Thailand.

In engen Kurven windet sich der Highway 105 von Tak den Berg hinauf und fällt danach fast ebenso steil ab in die fruchtbare Hochebene, die sich gegen Westen hin im Dunst der Abendsonne verliert. Die sanften Hügelzüge, die den Horizont begrenzen, liegen bereits auf burmesischem Boden und werfen ihre Schatten in Richtung thailändische Grenze – eine Grenze, die das tägliche Leben in dieser Region besonders stark beeinflusst. Mae Sot, die größte Stadt wirkt eigentlich schon mehr burmesisch denn thailändisch.

Weiße Tannaka-Paste ziert das Gesicht der jungen Kellnerin, die das dampfende Kürbiscurry an unseren Tisch bringt. Sie nickt, lächelt und antwortet in Englisch auf meine Frage wie lange sie schon hier arbeite: „Drei Monate“ sagt sie und erklärt, dass sie  Burmesin sei und aus wirtschaftlichen Gründen in Thailand sei. Sie spreche kein Thailändisch, erklärt sie, dafür habe sie Englisch gelernt und spreche nebst ihrer Muttersprache Karen auch burmesisch.

Hauptstadt der burmesischen Opposition

Sie ist eine von Vielen, die ihr Glück auf der thailändischen Seite des Moei-Flusses versuchen und täglich zu Fuß über die „Friendship-Bridge“ zwischen Thailand und Burma hin- und herpendeln. Auf rund 80 000 schätzen Hilfsorganisationen die Zahl der burmesischen Arbeiter, die zu einem großen Teil in den Textilfabriken der Region arbeiten, meistens ohne gültige Arbeitsgenehmigung und ohne Aufenthaltsbewilligung.

Mae Sot bietet aber nicht nur Platz für billige Arbeitskräfte aus dem benachbarten Burma. Die Distrikthauptstadt ist seit Jahren auch wichtiger Dreh- und Angelpunkt für Burmesen, die ihre Heimat aus politischen Gründen verlassen müssen. Die kleine Stadt am westlichsten Zipfel Thailands ist durch die jahrzehntelange Unterdrückerherrschaft in Burma zur heimlichen Hauptstadt der burmesischen Opposition geworden. Es ist daher auch leicht zu verstehen, dass die Stadt bei weitem mehr von der burmesischen Kultur geprägt ist, als von der thailändischen. Angefangen beim Angebot der Straßenhändler bis hin zu burmesischen Leuchtreklamen und Beschriftungen an Haushaltsgeschäften oder Apotheken. Auffällig ist auch die Kleidung der Leute: Der Longji, das traditionelle burmesische Wickelkleid mit Hüftknoten ist hier fast schon Standard und verrät die Herkunft der Leute auf der Straße, genauso wie die kunstvollen Tannaka-Verzierungen, die sich viele burmesische Frauen jeden Morgen ins Gesicht malen.

Mix der Kulturen

Der Tourismus steckt in der 120 000-Einwohner-Stadt Mae Sot jedoch noch in den Kinderschuhen, obwohl die Umgebung eigentlich landschaftlich und kulturell sehr viel zu bieten hätte. Der Mix der Kulturen, die seit Jahrhunderten in dieser Region auf engem Raum zusammenleben, zeigt sich nicht nur in der Vielfalt des Nahrungsangebotes auf den Märkten, sondern auch in den zahlreichen religiös geprägten Bauten. Nebst burmesischen buddhistischen Tempeln findet man thailändische und chinesische Anlagen, aber auch Moscheen und Kirchen. Denn wie kaum sonst wo in Thailand leben hier Christen, Buddhisten und Muslime auf so engem Raum in so großer Zahl zusammen. Ein Besuch wert ist sicher der Wat Chumphon Khiri, der einen Nachbau des goldenen Chedis der berühmten Shwedagon Pagode in Rangun beherbergt.

Mit einer kleinen Reise ins Umland verbunden, ist ein Besuch des Waldklosters Wat Phra That Doi Din Kiu. Die Tempelanlage selber besteht zwar nur aus einer Buddhastatue in einer kleinen Höhle und einem heiligen Stein, der aussieht, als würde er demnächst den Berg hinunterrollen. Das besondere an dieser Anlage ist dafür ihre Lage: Eingebettet in einen Bambuswald führt eine steile Steintreppe auf den höchsten Punkt eines Hügels, von wo aus man einen atemberaubenden Ausblick über die ganze Ebene genießt.

Edelsteine UND Holzschnitzereien

Als Grenzort ist Mae Sot seit jeher auch wichtiger Handelsplatz für Waren aus dem benachbarten Burma, was sich besonders für Liebhaber von Edelsteinen und Holzschnitzereien lohnen kann. Nebst unbearbeiteter Jade und Saphiren bieten diverse Goldschmiede auch schon zu Halsketten, Ohrringen oder andere Schmuckstücken verarbeitete Steine an. Eine gute Adresse hierfür ist der Edelsteinmarkt im Zentrum von Mae Sot selber, oder aber der kleine Markt direkt an der „Friendship-Bridge“, etwa fünf Kilometer außerhalb der Stadt. Von hier aus können übrigens auch Tagesvisa für einen Ausflug auf die burmesische Seite des Moei-Flusses, in die Grenzstadt Myavadi gelöst werden.

Von: Pascal Nufer Fotos: Craig Ritchie

Info

Informationen Mae Sot

 

Lage

Mae Sot liegt in der Provinz Tak, an der Grenze zu Burma, rund 450 Kilometer nordwestlich von Bangkok. Zwischen Bangkok und Mae Sot verkehren täglich klimatisierte Busse (ab Mo Chit). Eine andere Möglichkeit ist die Reise mit einem Ausflug nach Sukothai zu verbinden und dafür mit dem Zug nach Phitsanulok zu fahren, und von dort aus via Sukothai nach Mae Sot weiter. Im Auto dauert die Reise über Nakhon Sawan, Kampaeng Pet, Tak rund sechs Stunden, die Busse benötigen ca. acht Stunden.

 

Unterkünfte

Mae Sot wurde vom Massentourismus bis jetzt noch einigermassen verschont und ist vor allem geprägt durch zahlreiche Mitarbeiter von Hilfsorganisationen. Die Unterkünfte sind eher einfach, dafür auch günstig. Es gibt diverse kleine Gästehäuser, die alle etwa im gleichen Preissegment liegen.

 

Phanna House

Zentral gelegen, Zimmer mit Ventilator oder Klimaanlage

ab 300 Baht, gratis Wireless Internet.

Tel. +66 (0) 8 1972 4467

 

Ban Thai

Kleines Gästehaus in altem Thai-Holzhaus. Hübsche Zimmer, jedoch nur mit Etagendusche, ab 250 Bht, gratis Wireless Internet.

Tel. +66 (0) 5531 5902

 

Central Mae Sot Hill oder auch Centara Mae Sot Hill

Einzige große Hotelanlage mit Pool und Freizeitangebot, am Stadtrand gelegen.

 

Lucky Villa

Gästehaus am Stadtrand auf einem Bauernhof gelegen, unter

Deutscher Führung, einfache Zimmer oder Bungalows in

verschiedenen Preisklassen.

 

 

Restaurants

 

AiYa Restaurant & Art Gallery

Burmesische Spezialitäten, Treffpunkt vieler aktiver Exilburmesen, kleine Galerie mit Kunstwerken von burmesischen Künstlern

533 Intarakhiri Road, Tel. 089 706 23 29

 

Bai Fern

Restaurant mit burmesicher, thailändischer und westlicher

Küche, Bai Fern hat auch Zimmer, liegt gleich gegenüber des

AiYa Restaurants.

 

Khao Mao Khao Fang

Ein absolutes Muss ist das Khao Mao Khao Fang Restaurant. Der Besitzer hat einen wirklich beeindruckenden künstlichen Dschungel erschaffen, in dem sich in lauschiger Atmosphäre zwischen Lianen und Lotusteichen fürstlich speisen lässt. Liegt etwas außerhalb der Stadt.

City Guide Übersicht
Dos and Donts Thailand
Thailand A-Z
Thailand Gesundheit
Thailand Wetter
Hotel vergleichen

Weitere Artikel