Thailand Reise:

Tollwut-Impfung besonders wichtig!

Der Rabiesvirus wird derzeit von Medizinern in Thailand besonders beobachtet, denn über ein Dutzend Todesfälle wurden bis Mitte des Jahres 2018 gemeldet - mit steigender Tendenz. Panik ist unnötig, aber Aufklärung und Vorsorge sind jetzt besonders wichtig...

Bangkok/Düsseldorf, 1. September 2018

"Vorsicht im Urlaub: Tollwutfälle in Thailand und Südafrika" - dies meldeten vergangenen Monat zahlreiche Tageszeitungen nach einer Pressemitteilung von Professor Dr. med. Thomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf. Er schrieb: "Alle neun Minuten stirbt weltweit ein Mensch an Tollwut. Aus Südafrika werden derzeit neun Todesfälle aufgrund einer Tollwutinfektion berichtet, aus Thailand elf.

Dort ist neben Bangkok besonders der Süden (in Surin, Songkhla and Trang) und Nordosten (Isaan) betroffen". 

Nun muss man jetzt definitiv nicht in Panik geraten, aber man sollte wissen, was Tollwut bedeutet, wie man sich vor dieser Krankheit schützt und was man unbedingt vermeiden sollte

Thailand: Streicheln verboten! 

  • Finger weg von streunenden Hunden, den sogenannten "Straßenhunden", Katzen und Affen. Ja nicht streicheln!! "Dabei ist nicht einmal ein Biss nötig. Bereits wenn der Speichel von infizierten Tieren in Berührung mit kleinen, offenen Hautstellen kommt, können die Tollwutviren in den menschlichen Organismus gelangen", erklärt Professor Jelinek.

  • Auch zutrauliche und gesund aussehende Tiere meiden. 

  • Insbesondere Kinder von der Berührung mit süßen oder kranken, hilfebedürftigen Tieren abhalten. Das gilt auch für Welpen, die selbst als Babies den Erreger in sich tragen können.

  • Vor auffälligen Wildttieren sofort Schutz suchen. Das gilt vor allem für Backpacker, die durch ländliche Gebiete oder durch den Urwald trekken. 

Wie erkennt man kranke Tiere? 

Hunde, Katzen und Kühe wirken kränklich, sind besonders dünn, haben fleckiges oder strohiges Fell und einen starken Speichelfluss. Auch vor Affen - zum Beispiel am Monkey Beach auf Koh Phi Phi - sollte man sich unbedingt in Acht nehmen. Nicht nur wegen einer möglichen Tollwutgefahr, sondern generell wegen übertragbaren Viren durch Kratzer oder Bisse.

>>> Bitte beachten Sie diesen wichtigen Thaizeit-Artikel zu dem Thema!

Typische Tollwut-Symptome

Starke Schmerzen an der Bissstelle, Angstzustände, Schluckstörungen, Lähmungen, starker Speichelfluss mit Schaumbildung vor dem Mund. 

Erste Hilfe-Massnahmen

Fakt ist: Das Tollwutvirus ist ein das Nervensystem angreifendes Virus, das in Tieren und Menschen die Tollwut auslöst. Die Folge ist eine akute lebensbedrohliche Enzephalitis (Gehirnentzündung). Der ADAC und Ärzte raten nachdrücklich:

Beim geringsten Verdacht auf Tollwut ist eine schnellstmögliche Therapie wichtig. Der erste Schritt der Tollwut-Behandlung besteht darin, die Stelle, an der das Tollwutvirus womöglich eingedrungen ist, zu behandeln:

Reinigen Sie jede Wunde, die ein möglicherweise mit Tollwut infiziertes Tier zugefügt hat, direkt ausgiebig mit Seifenlösung oder Wasser, um den Erreger auszuwaschen. Im Anschluss mit Alkohol oder Jod desinfizieren. Begeben Sie sich zur weiteren Tollwut-Therapie sofort in ein Krankenhaus mit intensivmedizinischer Station, wo eine aktive und passive Immunisierung  durchgeführt werden kann. Nur dann kann es gelingen, den Ausbruch der Tollwut zu verhindern. Unbehandelt führt diese Infektionskrankheit unweigerlich zum Tod.

22 Provinzen zur roten Zone erklärt

Bereits im März 2018 wurden in Thailand 22 Provinzen zur ""red zone" erklärt (Quelle: Tageszeitung "The Nation" vom 13. März 2018).

Es folgte eine groß angelegte Impfungs-Welle durch die Behörden; unzählige Tiere wurden geimpft. 

CRM rät dringend zur vollständigen Impfung

"Etwa 59 000 Menschen sterben nach Angaben der World Health Organisation (WHO) weltweit jedes Jahr an Tollwut. Darunter sind 40 Prozent Kinder. Ist die Krankheit ausgebrochen, endet sie stets tödlich", heißt es in der Presseerklärung des deutschen "Centrum für Reisemedizin" (CRM). Reisende können sich vor allem in Afrika und Asien infizieren.

"Wer in Regionen reist, in denen Tollwut übertragen wird, sollte sich vorab impfen lassen – auch, weil in vielen Reiseländern hochwertige Impfstoffe nicht regelhaft zu Verfügung stehen".

Ein Heilmittel gegen die Krankheit gibt es nicht. Sie bricht zwar nicht bei jedem aus, der sich infiziert hat, aber jeder, der daran erkrankt, wird daran sterben. "In der Regel beträgt die Inkubationszeit drei bis acht Wochen. In Einzelfällen kann es sogar mehrere Jahre dauern, bis die Krankheit ausbricht", sagt der Reisemediziner.

Mehrere Wochen vor Reise impfen lassen!

Daher rät das CRM Touristen zur Vorbeugung: "Schon vor der Reise sollten sie sich vollständig mit einem modernen Zellkulturimpfstoff impfen lassen“, so Professor Jelinek. Für diesen vollständigen Schutz wird die Tollwutimpfung in drei Dosen innerhalb von mehreren Wochen verabreicht. Der Impfschutz sollte bei Bedarf dann im Abstand von drei bis fünf Jahren aufgefrischt werden.

Daneben gibt es noch eine sogenannte Schnellimmunisierung, bei der es auch möglich ist, innerhalb von einer Woche zu impfen.

Auch wenn Thailand alle möglichen Maßnahmen ergriffen hat, zunächst verdächtige Tiere in Bangkok und vor allem auf dem Land zu impfen (siehe Bildergalerie links!), sollten Einheimische und Touristen vorsichtig sein und die oben beschriebenen Vorsorge beachten!

Nach Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Tier sollte dann sicherheitshalber aber unbedingt nochmals geimpft werden. "Allerdings sind in den meisten Schwellen- und Entwicklungsländern die dafür nötigen hochwertigen Zellkulturimpfstoffe und Immunglobuline nur sehr eingeschränkt erhältlich...

... - am ehesten in Kliniken mit westlichem Standard in den großen Metropolregionen", so Professor Jelinek.

Anmerkung von Thaizeit: Dafür kommen nur die Privatkrankenhäuser in Bangkok in Frage.  

FAZIT:  Reisende vor Reiseantritt sollten besser vollständig geimpft sein – insbesondere, wenn es sich um eine Reise in Gebiete mit unzureichender medizinischer Versorgung handelt, bei Langzeitaufenthalten oder bei einem möglichen Kontakt zu Tieren, etwa weil Nationalparks besucht werden.

Tollwut lasse sich zu 100 Prozent durch eine Impfung vermeiden, so die WHO. (NG)

Quelle: Centrum für Reisemedizin "CRM"

Lesen Sie auch diesen interessanten Thaizeit-Artikel zum Thema: 

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