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Thailand Tipps:

AUSWANDERN NACH THAILAND

Ein Ratgeber für Auswanderungswillige.


Das Auswandern ist in den letzten Jahren zum Medienthema geworden und neben einer Reihe von Fernsehsendungen wechselnder Qualität hat auch die Zahl der Internetseiten zum Thema Auswandern rasant zugenommen. In den Foren solcher Seiten bekommt man vor allem von jüngeren Auswanderungswilligen schnell den Eindruck, in Deutschland gäbe es keine Zukunft und keine Perspektive, was für manchen durchaus der Fall sein mag. Doch bevor man sich mit den Details zum Auswandern allgemein und mit den Informationen des Wunschlandes speziell auseinandersetzt, sollte man sich im Klaren darüber sein, dass eine „Flucht“ aus einer misslichen Lage in den seltensten Fällen eine gesunde Grundlage für ein erfolgreiches Übersiedeln sein kann. Persönliche Probleme und Schwierigkeiten mögen im ersten Moment nach einem „Tapetenwechsel“ vergessen sein, doch negative Muster und nachhaltige Unzulänglichkeiten kommen früher oder später wieder zum Vorschein und können in ungewohnter Umgebung schließlich zu weit größeren Problemen führen als dies „Zuhause“ der Fall gewesen wäre.

 

GUTE VORBEREITUNG IST ALLES

Wer sich aber gut vorbereitet und sich von utopischen Idealvorstellungen verabschiedet, kann in kurzer Zeit durchaus erfolgreich im Ausland Fuß fassen. Hilfen dazu gibt es von verschiedenen Seiten. Noch dazu kann man heutzutage besonders günstig nach Thailand fliegen, und wer sich ein wenig auskennt nutzt optimierte Suchmaschinen im Internet, die schnell und präzise helfen, das günstigste Angebot aller Billigflug Airlines heraus zu finden. Nicht verwunderlich also, dass die Zahl der Auswanderer aus Deutschland in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Doch ist das Vorhaben auch heute kein „Bloss weg hier, und ab an den Palmenstrand“, sondern für Leute ohne entsprechenden finanziellen Hintergrund stets mit viel Aufwand und einem gewissen Restrisiko behaftet.

THAILAND TOP – BEI RENTNERN

Spanien ist nach wie vor Favorit, wenn es um die Finca als Altersruhesitz geht. Jedoch steht Thailand bei den über 50-Jährigen nach wie vor in der Top-Liste der Auswanderungsländer an oberster Stelle. Die niedrigen Preise, die gute Infrastruktur und das Rheuma-freundliche Klima sprechen für sich. Doch Vorsicht: das Klischee von der "silver generation" in Shorts am Strand und von früh bis spät mit Cocktails in der Hand, ist absurd. Wer in Bangkok arbeitet weiß, dass es nicht jedem liegt, in langer Hose, Hemd und Krawatte bei über 30 Grad und Sonnenschein stundenlang im stickigen Verkehr zur Arbeit zu fahren, und die Strände sind meist zu weit entfernt, um dort jedes Wochenende zu verbringen. Zugegeben, ein etwas überzeichnetes Bild, doch beschreibt es die größten Probleme, die es unter Auswanderern gibt: Falsche Vorstellung vom Leben und Arbeiten im Traumland führen zu Frustration und Ernüchterung und nicht selten zur vorzeitigen Rückkehr ins Heimatland, die leider oft mit finanziellen und beruflichen Nachteilen verbunden ist. Das Raphaels-Werk berät im Sinne des Auswanderungsschutzgesetzes mit Telefonhotline und Broschüren, übrigens auch für Rückkehrer.

AUSWANDERN AUF ZEIT

Doch wer sagt denn, dass es für immer sein muss? Heute werden die Möglichkeiten immer besser, für eine begrenzte Zeit eine Schnupper-Auswanderung zu unternehmen – sei es ein halbjähriges Praktikum mit anschließendem Strandurlaub bei einem der vielen deutschsprachigen Unternehmen in Thailand, oder ein befristetes Arbeitsangebot als Lehrer oder Dozent. Selbst eine etwas längere Singlereise kann schon zeigen ob das Leben in einem anderen Land überhaupt Sinn macht. Auch ältere Ehepaare, die ihrer Familie zuhause nicht ganz den Rücken kehren wollen, empfinden einen mehrmonatigen Aufenthalt - speziell während der kalten Winterzeit in Europa - als willkommene Alternative.    

THAIZEIT hat ein paar Tipps gesammelt, die Auswanderungswilligen ihre Entscheidung erleichtern soll für einen neuen Lebensabschnitt im Land des Lächelns.

Von: Alexander Heitkamp Fotos: Alexander Heitkamp

Info

Tipps für auswanderer

 

Nicht alle Zelte abbrechen

Email, Videomail, Skype und Expressbriefe machen es heute anders als vor zwanzig Jahren möglich, seinen engsten Freundeskreis in Deutschland aufrecht zu erhalten. Zudem wird eine Einladung nach Bangkok von Freunden öfter angenommen, als man vermuten mag. Wer es sich leisten kann, verkauft nicht alles, sondern stellt die wichtigsten Dinge bei Freunden, Eltern, oder einem Spediteur unter. In größeren Städten ist es ein Kinderspiel, per Mitwohnzentrale auch längerfristig einen Untermieter zu finden. Für den Rest des Hausstandes ist etwa Ebay eine unschlagbare Absatzquelle.

 

Arbeit in Thailand

Der klassische Beruf von Ausländern, die nicht mit einem internationalen Konzern, sondern auf eigene Faust  in Thailand leben, ist der des Lehrers. Während an Universitäten und internationalen Schulen durchaus Qualifikation gefragt ist (Lehramtsprüfung, Berufserfahrung, akademischer Titel), gibt es unzählige private Unternehmen, die auch Nicht-Muttersprachler für ihren rudimentären Englischunterricht einstellen. Keine langfristige Lösung, aber hilfreich. Ansonsten bei deutschen Unternehmen in Thailand direkt anfragen, welche Arbeitsmöglichkeiten es gibt, am besten schon aus Deutschland. Online-Jobbörsen wie Monster.de halten länderspezifische Bewerbungstipps parat. Die Deutsch-Thailändische Handelskammer ist wichtige Anlaufstelle für Neuankömmlinge und Arbeitssuchende.

 

Aufenthaltserlaubnis

Thailand ist für "Rentner" (offiziell ab dem 50. Lebensjahr) vergleichsweise billig. Für wenige hundert Euro lässt es sich gut leben, wenn man auf Dauer auf westliche Luxusgüter verzichten kann. Doch in Sachen Existenzgründung und Arbeitserlaubnis wird es schnell teuer: Eine Ich-AG gibt es genauso wenig wie Arbeitslosenversicherung oder gesetzliche Krankenkassen. Wer befristet bleibt oder abwarten will, kann günstige Reiseversicherungen abschließen, etwa beim ADAC. Obwohl kulant im Vergleich zu westlichen Regierungen, sind die Einwanderungsbehörden in Thailand sehr strikt, wenn es um Arbeitnehmer mit Touristenvisum geht – das gilt übrigens auch für selbständige Unternehmer. Am besten schon vorher ein Jahresvisum besorgen, da es in Thailand nicht ausgegeben wird, aber Grundlage für eine Arbeitserlaubnis ist.

"Rentner"-Visum

Grundlage für ein Ein-Jahres-Visum ist das für 90 Tage gültige Non-Immigrant O-A Visum, das jeder über 50 bei einer Thai-Botschaft oder einem Konsulat außerhalb Thailands beantragen kann. Dieses Visum kann nach Ablauf der 90 Tage um jeweils ein Jahr verlängert werden.

Die finanziellen Voraussetzungen sind:

• monatlicher Bankeingang von 65.000 Baht (Mit thailändischem Ehepartner 40.000 Baht, Non-Immigrant O-B) oder

• ein Bankguthaben von 800.000 Baht (400.000 für Verheiratete)

• eine Kombination aus beidem, die Gesamtsumme muss 800.000 bzw. 400.000 Baht betragen.

Achtung: Sämtliche Beträge müssen drei Monate vor Vorweisung der Bankauszüge auf dem Konto sein und von außerhalb Thailands eingezahlt werden. Auch wichtig: Thailand ändert seine Aufenthaltsbestimmungen recht häufig, darum ist es ratsam, sich direkt bei der Thai-Immigrationsbehörde (www.immigration.go.th), einer Botschaft oder einem der Konsulate über die neueste Situation zu erkundigen. Einige professionelle Agenturen bieten Visum-Services an; für eine Gebühr übernehmen sie die Einreichung aller erforderlichen Dokumente.

Die Deutsche Botschaft in Bangkok gibt zwar einen thailandspezifischen Flyer „Informationen für Auswanderer und Auslandstätige“ heraus, darüber hinaus kann sie aber nicht bei einer Auswanderung assistieren. Prinzipiell gilt es, sämtliche  Informationen bei den entsprechenden Stellen direkt einzuholen.
 

Sprache und Kultur

Es kann nicht zu stark betont werden, wie wichtig es ist, sich vorher mit der Kultur in seinem Wunschland zu beschäftigen. Ein regelmäßiger Besuch beim Thailänder um die Ecke gehört sicher nicht dazu, wohl aber Sprachkurse bei der VHS oder im Thailändischen Zentrum oder Tempel seiner Heimatstadt sind gute Ergänzungen zum Studium der gängigen Reise- und Fachliteratur. Im regionalen Vergleich schneidet Thailand in Sachen Englischsprachigkeit sehr schlecht ab – selbst in Touristengebieten sprechen einfache Leute oft nur wenige Brocken englisch, anderswo ist ohne Thai-Kenntnisse nichts zu erreichen.

 

Wohnen

Mit dem nötigen Kleingeld kann man wunderschöne Häuser oder Apartments erwerben, auf Zeit oder unbefristet. Landerwerb ist allerdings ohne Firma ausgeschlossen. Vorsicht ist angesagt, die meisten Betrügereien werden von anderen Auswanderern verbrochen, nicht etwa von Einheimischen. In Ballungsgebieten gibt es schon ab 400 Euro so genannte „Serviced Apartments“ mit Wachpersonal und Zimmerservice, dem Standard sind nach oben keine Grenzen gesetzt. Außerhalb von Bangkok kann man in bewachten Siedlungen ab 200 Euro ein Reihenhaus, für 300 Euro bereits ein Einfamilienhaus mieten, vorausgesetzt man kann sich einigermaßen verständigen. Wegen der Sprachbarriere können schon Kleinigkeiten wie Wasser- und Stromversorgung problematisch werden, doch nicht unlösbar.

 

Herzensangelegenheiten

Nicht selten entsteht der Auswanderungswunsch nach Thailand aus einer Romanze oder Partnerschaft. Obwohl es durchaus gegenteilige Beispiele gibt, ist es leider meist der problematischere Weg, weil sich viele Kandidaten falsche Vorstellungen machen, siehe Kultur. Die Gesetze zu Landbesitz, Arbeitserlaubnis und die gesellschaftlichen Erwartungen werden meist völlig vernachlässigt, was sich langfristig böse rächen kann. Mehr denn je gilt hier, sich in keine übereilten Abhängigkeiten (Landkauf, Auto) zu begeben. Liebe macht so blind wie sie verblassen kann; im Zweifel spricht das Gesetz für die oder den Thai. Gerade im ländlichen Thailand wird, welch Überraschung, von einem Familienoberhaupt erwartet, dass er die Sippe ernähren kann – die oft größer ist als wir es gewohnt sind.

 

Zollfrei übersiedeln

Wer seinen Hausstand nach Thailand verschiffen lassen möchte, kann sein Hab und Gut etwa per Container (Spedition) zollfrei einführen. Vorausgesetzt, die Sendung landet nicht später als drei Monate nach der eigenen Anreise. Bedenke: Die meisten Alltagsgegenstände kauft man so oder ähnlich in Asien oft günstiger.

Für das  Verschiffen gilt: Nichts mitbringen, was man im Notfall nicht auch im Land lassen kann. Wichtige Belege, wertvolle Erinnerungsstücke oder Briefmarkensammlungen nicht nur wegen des Klimas lieber bei guten (!) Freunden, oder besser bei Verwandten lagern.

Nicht vergessen: Kopien anfertigen von Reisepass, Visum, Geburtsurkunde und allen anderen Dokumenten. Am besten in elektronischer Form hinterlegen, freemail.de, lonelyplanet.com, mac.com und viele andere bieten diesen Service, oft kostenpflichtig.

Am einfachsten ist es aber, sich Kopien der Unterlagen mit markanter Betreffszeile versehen an die eigene Emailadresse zu schicken. Dort liegen sie jederzeit abrufbar von (fast) überall.

 

Wichtige Internetadressen

 

Auswandererberatung:

raphaels-werk.de

 

Beratung und Jobvermittlung:

bva.bund.de

 

Deutsch-Thailändische Handelskammer:

gtcc.org

 

Kultur und Sprache:

www.goethe.de

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