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Thaizeit auf Reisen:

Eine Stunde Burma

Ranongs Grenzübergang ist wegen seiner Stempel beliebt, doch auch um lediglich einen Blick auf das Leben im Burma zu werfen lohnt sich die Überfahrt allemal. Wir haben sie ausprobiert.

Ranong ist unter Thailandreisenden nicht wegen seiner Strände und heißen Quellen bekannt, sondern wegen seines Grenzüberganges zu Burma (Myanmar). Jeden Tag kommen Busladungen von Langzeittouristen in die verschlafene Stadt am Rande des Königreiches, um für ein paar Minuten auszureisen und umgehend wieder nach Thailand zurückzukehren. Der Vorgang nennt sich Visa Run und dient nur einem Zweck: Die erlaubte Aufenthaltsdauer im Lande mit einem neuen Einreisestempel zu verlängern.

Vor allem aus Samui und Phuket kommen sie in organisierten Touren, manche über das Spielcasino auf dem Grenzfluss, doch von praktisch allen Touristenorten südlich von Bangkok ist der Grenzübergang in Ranong wegen seiner Erreichbarkeit die erste Wahl für einen Visa Run.

Die Regeln sind klar: Wer länger bleiben will als Einreisestempel oder Touristenvisum es erlauben, kann sich bei der Einreisebehörde eine Verlängerung kaufen, eine reine Formsache, die aber nicht ganz billig ist. Teurer jedenfalls, als eine Bus- und Schiffsreise nach Ranong, zehn Dollar für einen Passierschein nach Burma und zwei Euro für die Überfahrt mit einem Taxiboot – und deutlich weniger aufregend.

Wer auf eigene Faust reist, kann sich problemlos im Städtchen jenseits des Schlagbaums umsehen, die Läden durchstöbern, ein paar burmesische Snacks probieren, bevor es wieder zurück nach Thailand geht. Die meisten hier aber kehren schon vor der eigentlichen Grenze im Hafengebiet um – der Stempel ist ihnen Zweck der Reise genug.

Die Boote zur Grenze starten vom Steg hinter dem Fischmarkt in Ranong, sie fahren ab, sobald sich fünf oder sechs Passagiere gefunden haben, und kosten pro Kopf und Richtung 50 Baht. Doch bevor es losgeht, steht der Besuch im Immigration Office an, auf der Strecke zwischen Busbahnhof und Hafen, wo man aus Thailand ausgestempelt wird, ohne das Land bis jetzt verlassen zu haben.

Wer kann, bringt für die Überfahrt eine druckfrische (!) zehn Dollar Note ohne Knick mit, ansonsten kann sie am Hafen vom fliegenden Händler auch für 500 Baht erworben werden. Sie ist für die burmesischen Zollbeamten bestimmt, als „Eintrittsgeld“, und wird natürlich ohne Beleg eingezogen. Das Boot wird unterwegs an zwei oder drei wackeligen Hütten mit grimmigen Grenzern anhalten, und je nach Bedarf sammelt der Bootsführer Pässe und Geldscheine ein, um kurz darauf die Fahrt fortzusetzen. In Burma angekommen, wird dort effizient in einem Abwasch der Ein- und Ausreisestempel in den Pass gedrückt, auch wenn man sich noch im Ort umsehen möchte.

Der Markt liegt rechterseits des Schlagbaums, geradeaus geht es zum Uhrenturm und Kreisverkehr, an dem rechterhand eine etwas zurückgesetzte Bar Myanmar Beer und leckere Reisgerichte „Burma-Style“ anbietet. Währung ist der Thai-Baht, wer burmesisches Wechselgeld sehen möchte, muss explizit darum bitten. Zumindest sehenswert sind die Geschäfte und Apotheken im hinteren Teil des Ortes. Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein und abgesehen von Containerladungen chinesischen Plastikspielzeugs hat man den Eindruck, letzter Zeuge einer langsam vergehenden Epoche Südostasiens zu sein.

Am Pier 60 Meter unterhalb des Schlagbaums starten die Boote nach Thailand, einen Ausreisestempel sollte ja jeder bereits im Reisepass haben (nachsehen!). Jetzt geht es über dieselbe Stelzenhüttentour zurück nach Ranong. Dort angekommen bleibt noch der abschließende Besuch des Immigration Office, um sich wieder im Königreich anzumelden, fertig ist die neue Aufenthaltsgenehmigung.

Von: Alexander Heitkamp Fotos: Alexander Heitkamp

Info

NACHTRAG & AKTUELLE MELDUNG VON THAIZEIT

Bangkok,12.5.2014

Seit Mai 2014 ist der hier beschriebene "VISA RUN" nicht mehr möglich!

Details lesen Sie hier... 

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