Tierschutz Thailand:

Finger weg von Souvenirfotos mit Tieren!

Für manche mag es ein nettes Andenken an den Traumurlaub in Thailand sein, das Foto mit dem kleinen Äffchen oder anderen niedlichen, exotischen Wesen. Jetzt wehren sich Tierschutzorganisationen, und die Polizei greift insbesondere in Patong rigoros durch.

Manchmal braucht es einen Zufall, bis sich endlich etwas bewegt! Ende September 2013 ließ sich Popstar Rihanna auf der Insel Phuket mit einem geschützten Primaten ablichten – wie vor ihr Tausende andere Touristen auch.

Sie postete das Bild auf Twitter und löste damit eine gewaltige Kettenreaktion aus. Rihanna erhielt zwar über 200'000 „Likes“ für das Bild; internationale Tierschützer und die thailändischen Behörden waren jedoch überhaupt nicht begeistert, denn in Thailand ist das zur Schau stellen und der Missbrauch (z.B. Fotos) von geschützten Tierarten, noch dazu gegen Barzahlung, streng verboten.

Kurz darauf der nächste Affront, diesmal gleich durch zwei US-Superstars. Bei ihrem Thailand-Urlaub im Januar 2015 posteten die Pop-Diva Beyonce und ihr Mann Jay-Z dieses Foto (links) mit ihrem Kind und einem Tigerbaby auf Facebook, und gerieten ebenfalls ins Visier von Tierschützern.

Tierquälerei vor unseren Augen!

Eine Welle von Entrüstung entstand. Aussage dazu von der Organisation "World Animal Protection" (WAP): "Tiger sind keine Spielzeug. Ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen sollte nicht für ein Foto geopfert werden. Wenn man hinter die Kulissen schaut, dann unterstützen solche Urlaubsfotos eine Industrie, die auf Tierquälerei beruht.

Auch wenn bislang wohl einige Polizeibeamte in Patong die Augen zudrückten, nun ist alles anders. Die Besitzer des vom Aussterben bedrohten Plumploris-Äffchen – auch bekannt als "Loris" – wurden unlängst auf Phuket festgenommen, und Touristen drohen Strafen, wenn sie beim Ablichten erwischt werden. Thaizeit meint: Gut so!

Leichtfertige, unwissende VIPs & Touristen

Auch ein Leguan-Halter wurde in Patong überwältigt, allerdings musste dabei sogar Pfefferspray eingesetzt werden. Die Schlepper von Plumploris und Leguanen gelten als rabiat, ein "clean-up" ist daher nicht einfach. Hinzu kommen Urlauber, die für das Verewigen viel Geld für diese Foto-Aktionen bezahlen und das abartige Treiben der Tierhändler damit unbewusst unterstützen.

Der grosse Medienrummel um Rihannas Twitter-Foto uns Beyonces Facebook-Eintrag rief zum Glück auch einflussreiche Tierschützer auf den Plan – allen voran die "Wildlife Friends Foundations Thailand" und "Care for the Wild International".

Ganze Kampagnen wurden gestartet, um die Touristenmassen auf die Problematik mit den Wildtieren aufmerksam zu machen.

Nebst niedlichen Affen sind auch Schlangen, Vögel, Elefanten und Tiger betroffen. Wichtig zu wissen: all diese Tiere werden nicht artgerecht gehalten, zum Teil auch gequält, oder nach langer "Gefangenschaft" einfach ausgesetzt. Hinzu kommt der Dauerstress der Geschöpfe mit Dutzenden fremden Menschen, die sie täglich berühren.

"Aus" für Tigertempel-Attraktion

Meistens bekommen die Tiere auch Drogen, um ruhig und friedlich zu bleiben. Dies jedenfalls soll im berühmten "Tiger Temple" bei Kanchanaburi der Fall gewesen sein. Was einst als Refugium für Tiger-Babies begann, soll sich laut "Care for the Wild International" zur schamlosen Ausbeutung der geschützten Tiere gewandelt haben. Nun wurden die Mönche gezwungen, ihre 147 Tiger an das Department for Wildlife abzugeben. THAIZEIT berichte ausfühlich darüber...

Deshalb: Wer auf den Inseln, vor allem in den Touristenzentren und Bars auf Phuket und Koh Samui, Thailändern mit Äffchen, Leguanen und anderen geschützten Primaten auf dem Arm begegnet, sollte nicht in Versuchung kommen, ein Foto zu machen.

THAIZEIT BITTET ALLE UNSERE LESER: Finger weg von den gefangenen Wildtieren in Thailand, auch wenn sie noch so süß sind!

>>> Zur Fotogalerie

Von: Nathalie Gütermann

Info

Weitere Informationen zu Tierschutzorganisationen:



- Care for the Wild International: careforthewild.org

- Wildlife Friends Foundations Thailand: wfft.org

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