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Zum Ruhestand nach Thailand:

Leben in einer anderen Welt

Den Ruhestand in einem fremden Land mit fremder Kultur zu verbringen birgt einige Tücken. Sprache, Kultur und Klima sind Teil 2 unserer Überlegungen zum Ruhestand in Thailand.

Wir empfehlen vor der ernsthaften Überlegung sich in Thailand zur Ruhe zu setzen sich durch Lesen einschlägiger Literatur mit dem Land und seinen Gebräuchen vertraut zu machen. Auch wenn jemand schon ein alter Hase in Sachen Thailand Urlaub ist - die Erfahrungen, die man als Tourist in einer fremden Kultur macht, unterscheiden sich grundlegend von denen, die man als Expat im Alltagsleben sammelt wenn man auf Tuchfühlung mit der lokalen Mentalität geht. Kleine Ärgernisse, die einen während des Urlaubs nicht aus der Ruhe zu bringen vermögen, können zu Verdruss und Frustration im Alltag führen.

Daher empfiehlt es sich eine Schnupperzeit hier zu verbringen – und zwar nicht am Strand und an der Bar, sondern möglichst in einer Art und Weise wie man es in seinem Ruhestand dann tatsächlich vorhat. 3-5 Monate dürften für die Meisten ausreichend sein. Auf diese Weise lassen sich Probleme vorhersehen, Lebenskosten genauer einschätzen und man kriegt eine Idee wie das Alltagsleben aussieht. Es lässt sich so auch herausfinden ob es einem dann an irgendetwas fehlen wird – spezielle Produkte etwa die man von zuhause gewöhnt ist, und in Thailand nur schwer oder im Vergleich teuer bekommt.

Sehr wichtig dabei ist, dass man sich wenigstens rudimentär auf Englisch ausdrücken kann, denn wenn auch viele Deutsche in Thailand leben (Dunkelziffer: über 20 000!), außerhalb der Bars von Pattaya wird man mit Deutsch nicht sehr weit kommen. Mit Englisch übrigens auch nicht viel weiter, denn der Durchschnitts-Thai beherrscht die Weltsprache leider mehr schlecht als recht. Während man sich in den touristischen Gebieten mit Englisch verständlich machen kann, sieht es in den Provinzen und auch in den Vierteln Bangkoks, wo sich wenige Westler hin verirren, anders aus. Dass der Gemüsehändler oder Elektronik Fachhändler Englisch spricht, darf man nicht erwarten. Wer es sich also nicht zutraut Thai zu lernen, der sollte zumindest sein Englisch auffrischen, um sich wenigstens rudimentär unterhalten zu können.

Essenziell:  Fremdsprachenkenntnisse

Aus Un- und Missverständnissen im Alltag entstehen unnötiger Frust und Ärger. Wer begabt ist, genug Zeit hat und die nötige Motivation mitbringt, um die tonale Thai Sprache in Wort und Schrift zu meistern, wird allerdings Wunder erleben. Thailänder reagieren sehr wohlwollend auf Westler, die versuchen ihre Sprache zu lernen, und sind sich nie zu Schade die Aussprache zu verbessern oder beim Erlernen eines Wortes behilflich zu sein. Abgesehen von den Sympathien, die einem das einbringt hat man auch den Vorteil, nicht auf die Englischen Beschilderungen angewiesen zu sein. Das bringt natürlich klare Vorteile, zum Beispiel bei Behördengängen etc.

 

Kultur: Wer wagt gewinnt

Wer sich mit der Sprache entsprechend auseinandergesetzt hat wird sich auch mit dem Verständnis der Kultur leichter tun. Ein unschlagbarer Vorteil, sind mitteleuropäische und Thai Kultur doch grundverschieden. Als Westler in Thailand fühlt man sich schnell übervorteilt und überstimmt, dabei ist es oft kulturelles Unverständnis, das eine Situation so erscheinen lässt. Das Bild, das Thais von Europäern haben ist leider oft durch Hollywood korrumpiert, unter den weniger Gebildeten ist die Vorstellung, dass jeder Weiße Zugang zu einer unerschöpflichen Geldquelle hat immer noch weit verbreitet. Damit gilt es umzugehen, andernfalls kann es teuer werden: Wer schon einmal mit einer größeren Gruppe Thais essen war, weiß, dass oft erwartet wird dass der Älteste bzw. der Wohlhabendste die Rechnung übernimmt. Wenn ein Europäer zugegen ist, kommt diese Ehre automatisch ihm zu. Um sich aus solchen und ähnlichen Situation ohne Gesichtsverlust (für alle Beteiligten) hinauszumanövrieren gehört einiges an Fingerspitzen- und  Taktgefühl, das man sich aber durchaus durch Aufgeschlossenheit und Erfahrung aneignen kann. Wer mit einem Thailändischen Partner lebt wird schnell bemerken, dass Familienbande mehr Stellenwert als in Deutschland hat, und wenn Anschaffungen fällig werden ist oft der Ausländer erste Anlaufstelle. Wirkliche Integration in die Thai Gesellschaft ist für Weiße nahezu unmöglich, aus diesem Grund versuchen es viele erst gar nicht. Eigeninitiative ist hier gefragt, denn sosehr die Thais (zumindest oberflächlich) auch an fremden Kulturen interessiert sind und Fremde leicht in ihre Gruppen aufnehmen, sie haben auch nichts dagegen, wenn Westler in ihrer eigenen Blase leben und nichts von Sprache und Kultur wissen möchten. Nicht selten die Fälle von Expats, die stolz berichten zehn und mehr Jahre im Königreich verbracht zu haben, ohne mehr als ein Bier auf Thai bestellen zu können. Kein gutes Beispiel für Integration. Man darf nie vergessen, dass man als Gast in diesem Land geduldet wird, und die stolzen Thais hören Verbesserungsvorschläge von Farrangs nur ungern, daher sollte man sich diesbezüglich eher zurückhalten bzw. kulturell sensibel sein.

Klima

Die Klimaveränderung macht auch vor Thailand nicht halt, und ungewöhnliche Wetterphänomene wie die 14.7 Grad am 11. Januar diesen Jahres in Bangkok, heftige Stürme oder immer länger anhaltende Dürren zeugen davon. Schon von Haus aus schwer vorhersehbar, wird das Wetter in Thailand noch unberechenbarer. Tropisch, Rheuma-freundlich, nie zu kalt. Diese Schlagworte hört man oft, wenn es um das Wetter in Thailand geht. Schweiß, Sonnenbrand, Schwüle und Überflutungen fehlen in dieser Aufzählung. Das Klima in Thailand kann einem ganz schön einheizen, hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit  jenseits der 90% Marke im Sommer und je nach Örtlichkeit sinnflutartige Regenfälle während des Monsuns sind nicht für jedermann leicht ertragbar. Während man im Süden Thailands nur zwei Jahreszeiten kennt,  nämlich Regen- und Nichtregenzeit ,(beide heiß!) lassen sich in der Zentralebene sowie im Norden und Nordosten drei verschiedene Jahreszeiten beobachten. In der Regenzeit von ca. Juni bis Mitte Oktober gehen meistens täglich heftige, dafür kurze Schauer nieder, die die Luftfeuchtigkeit auf ein ertragbares Niveau senken, gleichzeitig aber auch für Überschwemmungen sorgen, vor allem in der Metropole Bangkok. Deren Einwohner sind es längst gewohnt durch hüfthohes Wasser zu waten.
Das angenehmste Klima in Thailand herrscht im Winter, der mit etwas Glück wie ein milder mitteleuropäischer Sommer ausfällt. Angenehme Temperaturen und niedrige Luftfeuchte machen dann auch die Zeit von November bis Mitte Februar zur Hauptsaison für Urlauber. Wenn der thailändische Sommer einsetzt, flüchten sich nicht nur die „Langnasen“ in den Schatten. Auch die Einheimischen versuchen einen Platz im Schatten zu ergattern, um der brennenden Sonne zu entgehen. Die Kundschaft in den allseits beliebten 7-eleven Shops kann dann mal auch zur Hälfte aus unschlüssigen Kunden bestehen, die sich solange umsehen bis der ärgste Schweiß am Rücken getrocknet ist, bevor sie sich wieder in die saunahafte Außenwelt begeben. Die höchsten Temperaturen werden im Nordosten erreicht, auch die kältesten.

Angenehmer winter

Die gute Nachricht: Die Tiefsttemperaturen knapp oberhalb der Null Grad Grenze sind für uns Mitteleuropäer leichter wegzustecken als für die Einheimischen. In den Küstengebieten kann das Wetter dann regional sehr unterschiedlich sein, je nachdem ob man sich am Golf oder an der Andamanen Küste aufhält. Wer vorhat, sich in Phuket niederzulassen sollte wissen, dass dort mit über 3000 mm pro Jahr am meisten Regen fällt und starke Stürme über die Insel ziehen können. Die Temperaturen rechtfertigen das Zuhauselassen von Jacken und Anoraks. Leichte Baumwolle oder seidene Bekleidung ist am angenehmsten. Thais sind in Sachen nackter Haut nicht so freizügig wie Westler und schätzen es nicht sehr, Wort wenn man zu viel Haut zeigt. Darum ist bei Tempelbesuchen und Behördengängen langärmlige Kleidung mit Hosen oder langen Röcken angesagt. Einen Sonnenbrand kann man sich in den Tropen auch bei bewölktem Himmel sehr schnell holen, Kopfbedeckung und Sonnenschutz sind daher essentiell, ausreichende Wasserzufuhr ist ein Muss.

Von: Joachim Winkel

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