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Thailand Kultur:

LETZTE RUHESTÄTTE THAILAND

Was passiert mit Deutschen, die nach ihrem Tod nicht in die Heimat überführt werden wollen oder können? Die Botschaft bietet seit drei Jahrzehnten eine Alternative zum anonymen Armengrab an.

Abgehauen, ausgestiegen, abgesetzt – noch immer kommen viele Deutsche nach Thailand, um mit aller Konsequenz ein neues Leben zu beginnen. Sie lassen Familie, Beruf und Finanzamt hinter sich und verbringen ihren bescheidenen Lebensabend unter der Tropensonne. Erst wenn sie eines Tages versterben, erfahren die Hinterbliebenen durch die Polizei vom Ableben ihres Bruders oder Vaters. Wenn die Angehörigen, soweit vorhanden, nicht bereit oder in der Lage sind, die teure Überführung nach Deutschland zu zahlen, wird die Botschaft in Bangkok eine Bestattung in Thailand veranlassen.

Die übliche Konsequenz ist ein sogenanntes „Armengrab“, doch auch das ist in Wirklichkeit nur vorübergehend: Das Krankenhaus wird gebeten, den Leichnam an eine der in Thailand üblichen Wohlfahrtsvereinigungen zu übergeben. Dort wird der Tote für eine halbes oder ganzes Jahr in einem Massengrab bestattet. Sollte auch nach dieser Zeit niemand die sterblichen Überreste beanspruchen, wird der Tote exhumiert und mit anderen, die dasselbe Schicksal teilen, eingeäschert. Die Lage des Ortes entscheidet schließlich über die letzte Ruhestätte des Aussteigers: Seine Asche wird dem Meer oder dem nächsten Fluss übergeben.

 

Kein schönes ende im ARMENGRAB

Um ein solches Schicksal so vielen Deutschen wie möglich zu ersparen, hat die Botschaft in Deutschland zwei Mitarbeiter, die sich einzig um verstorbene Deutsche im Königreich kümmern. Notfalls wenden die sich auch an Versicherungen, Banken, Bekannte, Freunde und ehemalige Arbeitgeber des Verstorbenen, um ein Armenbegräbnis abzuwenden. Der Aufwand ist immens: Polizei, Angehörige, Ämter müssen kontaktiert, Nachlassfragen, Übersetzungen und Bescheinigungen bearbeitet werden.  Armenbegräbnisse sind deshalb selten geworden für Deutsche in Thailand – im letzten Jahr waren das fünf. Immerhin gilt es im Jahr über 200 Sterbefälle zu bearbeiten – das ist ein Toter pro Arbeitstag. Wenn es also trotz allem nicht zur Überführung nach Deutschland kommt, arrangiert die Botschaft nach Möglichkeit die vergleichsweise günstige Alternative der Bestattung in einem buddhistischen Tempel. Seit über 30 Jahren ist dies der Wat SunthornThammathan an der Lang Luang Road in Banglamphu. Die Einäscherung wird dort von vier Mönchen übernommen, die in Gebeten um die Vergebung der Sünden des Verstorbenen bitten.

Einäscherung in buddhistischem tempel

Anschließen setzen sie die Urne mit der Asche des Toten bei. In Thailand geschieht dies an einem kleinen Platz in einer der Tempelmauern, die den Wat umgeben. Der Wat Sunthorn hat eine eigene Mauer mit ausländischen Verstorbenen, meist Deutschen, doch auch an anderen Stellen rund um das Gelände finden sich zwischen den einheimischen Tafeln immer wieder Gravuren mit exotischen Namen wie Otto, Hans oder Benno aus den letzten drei Jahrzehnten.

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