Thailand Travel Trend:

Ferien im "Homestay"-Dorf

Der Wunsch vieler Individualreisenden wird immer größer, unbekannte Regionen Thailands zu erforschen und originelle Ferien abseits von Pauschaltouristen und Urlaubshochburgen zu machen. Inmitten der Natur, in aller Stille und im Kreise von Thais! In Khon Kaen entdeckten wir ein solches Kleinod.

"Open to new shades" heißt ein neues TAT-Konzept, dass Mitte 2018 lanciert wurde und auf große Zustimmung bei all jenen stößt, die von Sand und Strand genug haben. Dieser Slogan bedeutet soviel wie: "Neue Perspektiven entdecken", sich Unbekanntem öffnen und - in diesem Falle - die völlig verschiedenen Aspekte von Thainess zu erforschen.

Na, ... wie wäre es also, einige Tage mit den "Locals" mitten auf dem Lande zu verbringen? 

Mit Großfamilien frühstücken, mit den Bauern aufs Feld und mit den Fischern Angeln gehen, mit Mutter und Großmutter das Mittagessen vorbereiten, am Nachmittag die Gegend mit dem Fahrrad erkunden oder sich in Handwerkskunst üben, und am Abend bei typisch thailändischen Tänzen mitzumachen... ach, das ist doch mal was ganz anderes, oder? 

Das Thaizeit-Team hat Khon Kaen im Isaan* schon öfters bereist und einige Highlights dort entdeckt. Da wäre zum Beispiel das Dinosaurier-Museum mit seinen prähistorischen Funden. Oder die berühmte Produktion von schimmernden Seidenstoffen im "Mudmee"-Stil. Oder das zauberhafte "Suppaniga Home", eingebettet in einen riesigen Park mit altem Baumbestand!

 

Das alles ist eine Reise wert, doch auch diese "Locations" erlebt man mehr oder weniger nur als "Gast" und bekommt nicht wirklich die Chance, einmal so richtig in das vielschichtige Leben der Einheimischen einzutauchen. Wie lebt es sich auf dem Dorf? Und inmitten einer thailändischen Familie? Wie schmeckt deren Hausmannskost?

Was machen Jung & Alt von früh bis spät? Welche Werte haben sie und welche Traditionen werden gepflegt? Geht es ihnen gut und wie verdienen sie ihr Geld? Gerade wenn es um Letzteres geht, verschwindet so manches Lächeln. Das Thema "Zukunftsperspekive und Verdienst" war bis vor Kurzem ein Reizthema. Tatsächlich besteht das große Problem in Zentralthailand - und vor allem im Osten - darin, dass die "Jungen" in die Großstädte ausweichen, um dort ihr Glück zu ver(suchen). Viele wollen nur noch weg und lassen die "Alten" zurück. 

Ein neues Konzept will dieser "Auswanderung" aus der ländlichen Gemeinschaft nun auf originelle Weise Einhalt gebieten und der jungen Generation die Arbeit auf dem Dorf wieder schmackhaft machen. Mit Erfolg.       

Einzigartiges "Sila Homestay Project":
Kein Gästehaus, sondern Gäste-Dörfer!

Wer "Land & Leute" wirklich hautnah und unverfälscht für sich entdecken möchte, der sollte sich im Sila Homestay einquartieren. Oh nein, das ist nicht etwa nur ein kleines Gästehaus, sondern eine ganze Gemeinde!! Besucher werden gleich mehrere Tage lang in den Privathäusern der Einheimischen aufgenommen und in die täglichen Aktivitäten mit eingebunden. Wie klasse ist das denn...!

Bislang haben sich 14 Familien zusammengeschlossen, die mit Freude alle interessierten Thailand-Fans empfangen und ihnen unvergessliche Ferien auf dem Lande bescheren.  Nun muss man aber dazu sagen: so ganz abgeschnitten von der Welt ist man in der "Sila Gemeinschaft" nicht; die Nähe zur Provinzhauptstadt ist ein Plus. Khon Kaen ist eine große, gut ausgestattete City mit eigenem Flughafen. Um auch Entscheidungsträgern im Tourismus, in der Hotellerie und Gastronomie diese bislang eher unbekannte Destination näher zu bringen, wurde sie im November 2018 als Veranstaltungsort des PATA Destination Marketing Forums 2018 (PDMF) ausgewählt. 

In diesem Rahmen, und unter dem Motto "Isaan Handicraft & Culture", wurde unter anderem ein Besuch der "Sila Homestay Dörfer" vom thailändischen Fremdenverkehrsamt organisiert. Dank dieser Tour wurde auch die Autorin dieses Berichts auf dieses neuartige Urlaubskonzept im AirBnB-Stil aufmerksam. Wie man von der TAT hört, wächst das Interesse der Städter und Urlauber, außer den üblichen Insel-Aufenthalten oder Shopping-Touren durchaus auch mal das einfache landwirtschaftliche Leben zu erkunden und einige Zeit mitten in der Natur zu verbringen.

Doch nicht nur das! "Vor allem gibt es einheimischen Jugendlichen einen Grund zum Bleiben, denn in diesem Unternehmen steckt Geld", erklärt uns Sangkom Panikom, Leiter der Sila Homestay Group. "Sie müssen ab sofort keinen Job mehr in Bangkok suchen. Wir haben für sie eine 'Karrieregruppe' gegründet, die sie aktiv werden und Geld verdienen lässt. 

Dem Charme des Isaans verfallen

Das idyllische Umland ist mit üppigen Reisfeldern, Fischteichen, immergrünen Wäldern und farbenfrohen Blumengärten bedeckt - hie und da durchzogen vom Phong River und einigen Seitenkanälen. Längst sind wir dem Charme dieser ganz speziellen Ecke im Königreich erlegen.

Das Ruhe nichts mit Langeweile zu tun hat, merkt man hier übrigens schnell, denn zu tun gibt's wirklich genug: Tagsüber werden Workshops zum Thema Reisanbau angeboten, danach geht's zum Pflanzen direkt mit ins Feld. Oder Sie stellen Blumengirlanden, ein traditionelles Isaan Dessert oder eine "Thong Mangmum"-Flagge her, die bei religiösen Zeremonien verwendet wird - zum Beispiel in den nahe gelegenen Tempeln Wat Pho Sri oder Wat Chai Sri. 

Khun Pitsamai Thammada und Chatree Thongprathum widmen sich der Blumenzucht. "Mit Ringelblumen haben wir  angefangen, aber heutzutage sind weiße Tuberosen unsere Spezialität". Denn diese vermehren sich schnell. Außer einer Fahrradfahrt ist auch eine Fluss-Kreuzfahrt entlang des malerischen Flusses ein schöner Ausflug (100 THB), oder man lässt sich zum Picknick mitten ins Grüne entführen! Vielleicht sind Sie auch am Anbau von organischem Gemüse und Kräutern interessiert?

Anpacken muss man!

"Ich bin bereit, unsere Besucher kostenlos über die hiesige Landwirtschaft, Viehzucht und Wasserspeicherung zu unterrichten. Aber im Gegenzug müssen sie schon etwas dafür tun und  da und dort anzupacken!", lacht Bauer Khun Preecha, der den goldenen "Royal Projekt"-Regeln des verstorbenen Königs Bhumibol folgt. Nebenan, im Bezirk Baan Don Kha, lernen wir Bio-Fäden zu weben, und wie Textilien mit Naturfarben gefärbt werden. Zum Beispiel mit Indigo. Spätestens seit unserem Besuch in Sakhon Nakhon wissen wir was es bedeutet, (s)ein "blaues Wunder" zu erleben... 

Und wo legt man sich zur Ruhe? Im Dorf Takae zum Beispiel gibt es kleine, einfache Hütten oder auch ein Ferienhaus mit 3 Schlafzimmern für eine größere Gruppe. Eine Übernachtung kostet 350 THB/Person inkl. Frühstück. Wer zum Abendessen bleiben will, zahlt 200 THB extra...

Gleich drei gastfreundliche Dörfer versprechen erholsame und faszinierende Aufenthalte, und zur Verständigung benutzt man Hand und Fuss... und lächelt! Keine Sorge, wer mit Zeichensprache nicht weiterkommt, dem eilt Khun Tuk (Foto rechts!) zur Hilfe. Sie ist mit einem Schweden verheiratet und spricht daher gut Englisch.

Der direkte Kontakt zwischen Ausländern und der Bevölkerung wird von der "Sila Homestay Community" ausdrücklich erwünscht. Insofern ist das "Slow Travel"-Projekt in Khon Kaen absolut vorbildlich, um nachhaltigen und verantwortungsvollen Tourismus zu fördern.

Weitere Impressionen finden Sie in unserem Bilderbogen: Ferien im "Homestay"-Dorf

Von: Text: Nathalie Gütermann; Recherche: Sigrid Stelling; Fotos: Khun Tuk/S.Stelling

Info

* Isaan nennt man den Nordosten Thailands. Die Provinzhauptstadt Khoon Kaen ist ein Hauptportal zur Greater Mekong Sub-Region (GMS) und ist bekannt für ihre reiche isanische Kultur und Geschichte, die berühmte Seidenproduktion von Matmi, ein herrliches Landschaftsbild und besonders leckere und für diese Gegend ganz typische Speisen. 

 

BEISPIEL EINES FERIEN-PAKETS:

2 Tage/1 Nacht im Sila Homestay mit Dorf-Aktivitäten 

· Übernachtung in einem der drei Dörfer der Sila-Gemeinschaft

· Vollpension: 3 Mahlzeiten mit authentischer Isaan-Küche

· Lernen Sie das Leben der Blumenbauern kennen. Das Dorf liegt am Nam Pong River in der Nähe von Khon Kaen

· Zollen Sie Respekt vor der heiligen Dharmma-Säule

· Basteln Sie ein "Thung Maeng Mum", das ist eine farbenfrohe Flagge in Form eines Spinnennetzes 

· Färbetechniken von Textilien mit natürlicher Indigofarbe

· Bai Sri Kwan: Teilnahme an einer Segnungszeremonie (& Almosengabe)

· Weitere Workshops, Farming und Landgänge optional vor Ort

 

Kosten: 980 THB / Person

 

Kontakt: Khun Tuk - spricht gut Englisch und Schwedisch

Telefon (auch fuer Line): +66 8 2478 9614

Facebook: @silahomestay 

Mit Khun Tuk kann man alle Optionen abklären, und sie organisiert auch die Abholung von Gästen in Khon Kaen.

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