Easy Rider Feeling (4):

Kultige Königstadt Sukhothai

Es ist der 6. Tag von Thaizeits Motorradtour, die unser Team 2500 Kilometer von Nord (Chiang Mai) nach Süd (Koh Lanta) führt. Heute machen wir uns auf den Weg in die Vergangenheit.


Es regnet. Na prima…!  Das ganze Biker-Team ist selbstverständlich mit einem „wet weather gear“ ausgerüstet, nur ich - als blauäugiger Anfänger - habe natürlich kein Regen-Outfit fürs Motorrad dabei. Warum auch…im Land des Lächelns und der Sonne??
Obwohl das verlockende Angebot steht, bin ich zu stolz um mich in den begleitenden Jeep zu setzen. Also rauf auf den feuchten Motorrad-Sessel und los geht’s von Mae Hong Son  über Mae Sot und das Berdorf Mae San Laep nach Sukhothai. Innerhalb von Minuten bin ich klatschnass. Und der Regen wird immer heftiger. Wie ein Graupelschauer prasselt es gegen unsere Schutz-Scheiben. Warum nur gibt es keine Scheibenwischer für Helme??
 
Pudelnass erreichen wir schliesslich die alte Königsstadt Siam, heute als Sukhothai bekannt (wörtlich: Morgenröte der Glückseligkeit). Berühmt ist sie für die im Khmer-Stil errichteten, jahrtausend alten Steinmonumente.

Anfänge siamesischer Geschichte

Im Jahre 1238 wurde Sukhothai aus einer alten Khmer-Siedlung gegründet und wenig später für nur 140 Jahre Hauptstadt des Landes. Während dieser Epoche herrschten insgesamt acht verschiedene Könige, bis Sukhothai im Jahre 1378 Teil des siamesischen Königreiches von Ayutthaya wurde. Heute ist sie nur noch Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Nach aufwendigen Restaurierungsarbeiten des thailändischen „Fine Arts Department“ in Zusammenarbeit mit der UNESCO, ist die größte Tempelanlage im Zentrum Thailands für Touristen wieder frei zugänglich. Es ist ein weitläufiges Gelände, übersät mit Ruinen der alten Königspaläste, Stadtmauern und Gräbern, Klöstern und Kanälen sowie überlebensgroßen, fast magisch erscheinenden steinernen Buddhastatuen, die mich sehr an „Angkor Wat“ in Kambodscha erinnern. Anders als in europäischen Gotteshäusern gab es im alten Siam über 200 Orte religiöser Verehrung. Zur Blütezeit der Stadt mass der Haupttempel, der „Wat Mahathat“, 240 m in der Länge und 280 m in der Breite. 

Highlight in Sukhothai: „Wat Si Chum“

Dieser Tempel ist ein marmornes Monument in dem eine riesige Buddha-Statue thront. Allein die Sitzfläche der heiligen Figur „Phra Achana“ hat eine Breite von 11,30 Meter, die Höhe beträgt etwa 15m. Für ein Photo posiere ich neben der gigantischen, mit Goldfolie überzogenen Buddha-Hand, die um ein Zehnfaches grösser ist als ich…! Heute besteht Sukhothai aus zwei getrennten und etwa 20 Kilometer auseinander liegenden Statdtteilen: Neu-Sukhothai, und Alt-Sukhothai mit seinen zahlreichen Tempelruinen Innerhalb der alten Stadtmauern gibt es allein 35 verschiedene Monumente zu besichtigen, doch wer den ganzen Tag hier zubringen möchte, der findet auch zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten ausserhalb der Altstadt, die sich in alle Himmelsrichtungen verteilen. Der historische Ruinen-Park ist seit 1991 auch Teil des UNESCO Weltkulturerbes.

Nathalie Gütermann; Fotos: Nathalie Gütermann


TIPP:
Vor dem Rundgang einen Besuch im Ramkhamhaeng Museum einplanen! Ausser über 2000 Fundstücken aus dem uralten Siam gibt's dort auch ein Modell der ehemaligen Königsstadt mit all ihren Sehenswürdigkeiten. Das Nationalmuseum liegt im Osten der Palastruinen. Öffnungzeiten: täglich von 9:00 bis 16:00 Uhr. 
 
HOTEL:
Thaizeit kehrte ein im mehrfach für seine Architektur ausgezeichneten „Heritage Resort“. Es liegt in unmittelbarer Nähe zum Geschichtspark. Web: sukhothaiheritage.com ANREISE:
Sukhothai liegt etwa 430 Kilometer nördlich von Bangkok. Busse fahren in Bangkok am Northern-Bus-Terminal (Nähe Chatuchak-Markt); Züge fahren nach Phitsanulok und von dort geht's mit dem Pendelbus nochmals 50 km nach Sukhothai (Fahrt: ca. 1 Stunde). Bangkok Airways fliegt mehrmals in der Woche von Bangkok nach Sukhothai.  

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