Thaizeit auf Reisen:

Auf den Pfaden Rayongs durch Thailand

Weiße Strände, türkisfarbenes Wasser, Cocktailschlürfen, sonnene bis zum Lobsterteint... Doch Thailands Provinz Rayong hat noch mehr zu bieten.


Endlich angekommen auf der grasbedeckten Bergspitze des Khao Laem Ya, der sich im Khao Laem Ya Mo Ko Samet Nationalpark abseits vom Festland Rayongs befindet, versetzte uns allein schon der Gedanke an eine Wanderung entlang eines Naturpfads in helle Aufregung.
Ein Naturpfad gespickt mit Aussichtspunkten, der einen wunderschönen Panoramablick auf die Westseite der Insel Koh Samet gewährt. Nur einen Katzensprung von Hat Mae Rampueng entfernt ist Khao Laem Ya, ein kuscheliges Plätzchen in einer wunderschönen natürlichen Umgebung, das nicht nur durch seine hochgewachsenen goldglänzenden Gräser von sich Reden macht, sondern auch einen phänomenalen Blick auf die Meeresweiten des Golfs von Thailand bietet. Parkhüter Pramote Chanasorn, unser Reiseführer an diesem Tag, erzählte uns: „Wenn die Wellen mal zu stürmisch sind und dadurch die Bedingungen auf Koh Samet nicht gerade campingfreundlich erscheinen, empfehle ich Touristen nach Khao Laem Ya zu fahren. Es ist ein großartiger Ort um sich mal vom Druck der Großstadt zu befreien.”

Von Tamarinde bis Makaken


Während wir an diesem schönen, sonnigen Morgen auf der asphaltierten Straße in Richtung des 1,4 km langen Pfades fuhren, erzählte uns unser Reiseführer weiter, dass der Wald entlang der Küste einige faszinierende Pflanzen- und Tierarten beherbergt. Um den Wissensdurst der Besuchern stillen zu können, die sich für Flora und Fauna interessieren, wurden entlang der Wegstrecke Erkennungstafeln zu den jeweiligen Spezies aufgestellt. In den ersten 25 Minuten der Wanderung genossen wir einfach nur den Anblick dieser einzigartigen Pflanzenwelt, die sich uns entlang einer vom Regen doch etwas rutschig gewordenen Straße erstreckte. 400 Meter abwärts des Pfads stießen wir auf Bäume und Sträucher aller Größen, Formen und Farben. Einige, wie beispielsweise der Tamarindebaum (Dialium Cochinchinensis), der eine Größe bis zu 25 Meter erreichen kann, stachen besonders ins Auge. Während die Tamarindenfrucht, eine Art Dattel mit einer braun-klebrig-süß-sauren Fruchtpulpa, gern in vielen Speisen und Getränken verwendet wird, wird sein dunkelrotes oder braunes Holz vorzugsweise zur dekorativen Wandverkleidung benutzt. Ein weiteres auffälliges Gewächs, die Kräuselmyrte (Lagerstroemia floribunda), ein laubabwerfender Baum bzw. Strauch mit rosa-violetten Blüten und einer weiss-grauen, schuppigen Borte, das 15-35 Meter hoch werden kann, wird für Möbel und für Ornamente verwendet. Zu guter Letzt sei noch die Atalantia monophylla, ein 2 bis 6 Meter hohes Rautengewächs mit gelblich grünen Samen genannt, das von März bis April in voller Blüte steht und ebenfalls einen großartigen ornamentalen Wert hat. Laut unseres Reiseführers ist der Wanderweg von Juni bis Juli am farbenprächtigsten, da sich zu dieser Zeit frisch geschlüpfte Schmetterlinge gemeinsam mit Makaken, einer krabbenfressenden Primatengattung, und anderen Tieren ins Rampenlicht drängen und damit Besuchern hinreichend Schnappschussmöglichkeiten bieten.
Gegen Mittag erreichten wir dann den Aussichtspunkt auf Khao Laem Ya. Dank der Klippen konnten wir zu unserer Rechten die weite Ausdehnung Koh Sameds aus der Vogelperspektive sehen und bei gutem Wetter, so wurde uns gesagt, seien auch Möwen, die um die Klippe herumkreisen, erkennbar. Auf den letzten 800 Metern unserer Wanderung spendeten uns die Bäume dann leider kaum noch Schatten, so dass wir, infolge der brennenden Sonne, völlig schweißdurchtränkt das Ende des Pfades erreichten. Der Erdboden dieses Inselteils ist hauptsächlich sandig und salzig, was vielleicht eine Erklärung für die trockene Vegetation, die Sträucher, die Zweige mit dicken Blättern und die hohen goldgefärbten Gräser gibt. Eine Ausnahme ist jedoch die Schrauben-Kiefer. Sie scheint sich an die Bedingungen sehr gut angepasst zu haben und erreicht am Meer trotz steinigen Bodens eine Höhe von 5 bis 6 Metern. Das restliche Ende des Pfades war körperlich am herausforderndsten. Um einen Aussichtspunkt auf der anderen Seite des Parks zu erreichen, mussten wir uns an Felshängen vorbei manövrieren.  Die scharfen unebenen Felsen erinnerten sehr an Bergsteigen und riefen zu äußerster Vorsicht auf. Ein falscher Tritt, ein loser Griff und schon hätte eine Verletzung oder gar der Fall nach unten ein Resultat sein können.

Auf den Hai gekommen

Unsere letzte Anlaufstation war das Rayong Aquarium 2,5 km vom Park entfernt. Es ist ein Teil des Zentrums für Forschung und Entwicklung von Tiefseefischerei an der östlichen Küste Thailands und war lediglich im Jahre 2003 der Öffentlichkeit zugänglich. Das Aquarium hat eine riesige Sammlung an exotischen Meereslebewesen Thailands. Die Ausstellungsobjekte sind unterteilt und geschickt angeordnet, so dass ein Gang durch das Aquarium zur wahren Freude für den Besucher wird. 40 Glasbehältnisse bergen die farbenprächtigsten Lebewesen unterschiedlichster Form und Größe, was eine beobachtende Anteilnahme an der Unterwasserwelt zulässt. Das großartigste, zumindest meiner Meinung nach, war ein 400 Tonnen Wasserbecken unter welchem sich ein gläserner Durchgang befand, durch den man Haie und Rochen hautnah miterleben konnte. Jeden Donnerstag, Samstag und Sonntagmorgen haben Zuschauer die Gelegenheit bei diversen Fütterungen der Fische zuzusehen. Aber das ist noch nicht alles, denn in einem 40 Tonnen Wasserbecken werden außerdem seltene Spezies unserer Meere ausgestellt. Seeigel, Seesterne und Seewalzen komplettieren zusätzlich die Darstellung der Meeresökologie. In einem Teil des Aquariums befindet sich ein Museum, dass in neun Glaskästen verschiedene Arten von Meeresmuscheln zur Schau stellt, die nach ihren biologischen Merkmalen kategorisiert sind. Neben Modellen gefährdeter Fischarten und Meeresschildkröten hält eine letzte Sektion des Aquariums die Entwicklung von Fischereischiffen und zugehöriger Ausrüstung der vergangenen Jahre fest.

Frischer Fisch sofort auf den Tisch

Als nächstes kamen wir nach Klaeng, eine Region bestehend aus Fischerdörfern. Eines dieser Fischerdörfer ist Praknam Prasae. Hier findet man das Baan Rim Naam, eine von der Tourismusbehörde Thailands als Vorzeigegasthaus erklärte Unterkunft. Es ist erst seit einem Jahr geöffnet und sein Besitzer, Suthee Ua-Fua, der ebenfalls Vorsitzender des Gemeindefischereiverbunds ist, merkte an: „Ich hab mein Familienhaus am Prasae Fluss in eine Gasthausanlage verwandelt, um unser Dorf und unsere Lebensweise bekannt zu machen. Es ist ein typisch altes Fischerhaus. Unser Dorf ist eines der ältesten in der Gegend und mittlerweile gibt es sechs Familien, die einen Gasthausbetrieb führen.” Suthee Ua-Fua‘s Gäste kommen vor allem aus Bangkok und nahe gelegenen Provinzen. Angebotene Freizeitaktivitäten sollen in seinen Augen jedoch nicht nur für Spaß sorgen, sondern seinen Gästen auch etwas demonstrieren, wie beispielsweise die frische Zubereitung von Meeresfrüchten und Fisch, die unmittelbar aus dem Fluss gefischt werden. Neben unverfälschten kulinarischen Gaumenfreuden schließt ein Aufenthalt in seinem Gasthaus auch eine Rundfahrt mit einem stillgelegten Flottenschiff ein. Ein Bootsausflug bei dem man nachts Glühwürmchen beobachten kann und am Tage nahe liegende Inseln wie z.B. Koh Mun Nai, was eine Auffangstation für Meeresschildkröten zu bieten hat, erkundet. Die Schwesterninsel Koh Mun Nok kann wunderbare Korallenriffe vorweisen und Gäste dieses Ausflugs erhalten nach dem Besuch des Naturreservoirs für Schildkröten, gefolgt von einem Mittagessen, die Gelegenheit, sich mit einer Schnorchelausrüstung zu wappnen und selbst auf  Entdeckungstour zu gehen. Das Baan Rim Naam bietet auf der obersten Etage vier und im Erdgeschoss drei Schlafzimmer mit Klimaanlage an. Gäste sind gut beraten eine Package-Tour zu buchen, die um die 1.500 Baht kostet. Darin sind eine Übernachtung, drei Mahlzeiten und ein Freizeitprogramm enthalten.

Bredget Sadoc, Übersetzung: Agnes Deblond


Reisezeit
Rayong hat zwar das ganze Jahr durch
tropisches Wetter, aber ein Besuch der
Provinz ist von November bis Mai am
empfehlenswertesten.
Anreise
Autofahrt mit dem Auto
Es gibt mehrere Wege, die von Bangkok aus nach Rayong führen. Der beste Weg wäre jedoch von der Sukhumvit Road auf den Highway No.3 nach Bang Lamung zu fahren und anschließend auf den Highway No. 36, der direkt nach Ryong führt,  zu wechseln. Insgesamt beträgt die Entfernung 176 Kilometer. Unter der Telefonnummer 038-655-420/1 oder Fax 038-655-422 kann man von Rayongs Tourism Authority of Thailand weitere Informationen zur Anreise mit dem Auto erhalten.
Anfahrt mit dem Bus
Ein täglicher Busverkehr herrscht zwischen Bangkok und Rayong von der östlichen Busstation Ekkamai (02-391-2237) und der nördlichen Busstation Mor Chit (02-936-2852 bis 66 ext 311).
In Rayong selbst können Besucher in örtliche Busse springen, die einen zu verschiedenen Touristenplätzen auf Rayongs Festland bringen. Je nach Entfernung zu den einzelnen Orten liegt der Buspreis zwischen 5 und 25 Baht.
Kontakt
Khao Laem Ya-Moo Ko Samet Nationalpark: Tel: 038-653-034, Fax: 081-877-5802
Rayong Aquarium:
Tel: 038-653-741, Fax: 038-651-763
Unterkunft
Paknam Prasae Homestay
Herr Nara Chanwataporn
Tel: +66 (0) 81-399-8756, www.prasae.com

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