Typisch Thai:

Taxis in Thailand

Kurioses am Rande des Kulturschocks, kurz und schmerzlos erklärt


Übrigens: TAXI
Es ist früher Nachmittag, die Sonne knallt vom Himmel und weit und breit kein Bus, Skytrain oder Bootsanleger. Macht nichts, Taxi fahren in Bangkok ist ja trotz Preiserhöhung im letzten Jahr ein kostengünstiges Vergnügen. Taxen sind zudem zahlreich und selbst in entlegenen Seitengassen tauchen die bonbonbunte Taxen auf. Doch trotz des rot leuchtenden „Frei“-Zeichens in der Windschutzscheibe winken die Fahrer ab und setzen ihren Weg fort. Wenn mal einer anhält und nach dem Zielort fragt, winkt er sogleich ab. Es ist diese verflixte Feierabendzeit – es ist kurz vor Schichtwechsel und der Fahrer will den Wagen nicht zu weit von seinem Fahrzeugstall entfernen. Nicht nur wegen der Leerfahrt zurück, sondern auch weil diese wegen des Berufsverkehrs den Feierabend zu sehr hinauszögern würde. So erklärt sich auch die immer wieder gern geäußerte Floskel: „Da ist zuviel Stau“. Ist nicht zu bestimmten Uhrzeiten praktisch überall Stau in Bangkok?! Schon, aber der Fahrer spricht schließlich von seiner Rückfahrt, die zudem unbezahlt bleibt.
Wer sich wundert, warum es so viele Taxen auf den Straßen gibt und wie die alle Passagiere finden sollen, der hat noch keinen Regentag erlebt. So plötzlich wie sich die dunklen Wolken entladen, so schnell sind auf einmal keine leeren Wagen mehr zu ergattern. Und auch hier gilt: Der Fahrer verdient am meisten an den ersten zwei Kilometern. Alles darüber verringert seine Gewinnspanne und wird erst ab ein paar hundert Baht wieder interessant. Bei solcher Nachfrage lehnt er eine Fahrt dann auch gerne ab, wenn er stattdessen zwei kürzere machen könnte.

Der wohl weltweite Eindruck, Taxifahrer seien die rücksichtslosesten Verkehrsteilnehmer hat sich in den letzten Monaten zumindest in Bangkok übrigens neuen Aufwind erhalten: Neu installierte Kameras zum Überführen von Rotsündern haben vor allem Taxen beim Überfahren einer roten Ampel erwischt.

Übrigens: ORIGINALVERPACKUNG

Die Originalverpackung hat vor allem auf dem Kleinanzeigenmarkt und bei Ebay eine deutlich Wert steigernde Eigenschaft für einen Gebrauchsgegenstand. Ist der Artikel einmal erstanden, wird sie sich möglichst schnell entledigt und höchstens für den schon beim Kauf erwogenen Wiederverkauf in Speicher oder Keller aufbewahrt – vorausgesetzt es handelt sich nicht um eine schnell in der Rohstofftonne entsorgte Klarsichtfolie. Gerade die aber bleibt in Thailand gerne dran, egal wie staubig und vergilbt sie schon nach einigen Monaten Tropenklima aussieht. Genau das ist aber der Grund ihres Verbleibens um Sofa, Fahrrad, Wanduhr oder Teddybär: Sie verlängert die Lebenszeit des Gegenstandes um das Vielfache, der so vor Feinstaub, ätzender Meeresluft und Feuchtigkeit bewahrt wird. Steht wichtiger Besuch an, wird das Sofa eben abgewischt und sieht dann – im wahrsten Sinn der Worte – wie neu aus.

Alexander Heitkamp

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