Typisch Thai: Glücksfaden Sai Sin

Kurioses am Rande des Kulturschocks, kurz und schmerzlos erklärt.

Typisch Thai: Glücksfaden Sai Sin
Typisch Thai: Glücksfaden Sai Sin © Thaizeit.de DALL-E 3

Hätten Sie's gewusst?
An manchen Buddha-Statuen oder bei bestimmten Zeremonien im Tempel sieht man ein Netz aus Schnüren, die an mindestens einer Stelle den Buddha berühren, sonst aber sternförmig oder in parallelen Strängen einige Meter über dem Boden gespannt sind. Dieser in der Regel weiße Baumwollfaden heißt „Sai Sin“ und steht für die Lehren Buddhas. Sein Geflecht soll den Raum, den er überspannt, beschützen und schlechte Geister abhalten.
Er wird oft auch auf Hochzeiten oder Beerdigungen eingesetzt, wo er Braut und Bräutigam oder eben den Sarg mit einem Buddha und den anwesenden Mönchen verbindet.

Wird ein Haus geweiht, legt der Eigentümer den Faden erst im Uhrzeigersinn um das Gebäude, bevor die eingeladenen Mönche den Faden ebenfalls aufnehmen und alle Menschen und Dinge innerhalb des Netzes segnen.

Auch Sie können ein Stück des "geweihten Fadens" mit nach Hause nehmen. Lassen Sie sich diesen bei Ihrem nächsten Besuch in einem Tempel von einem Mönch ums Handgelenk binden.

So trägt man das Glück immer bei sich ...

Herkunft und Bedeutung:

  • Die Tradition des Sai Sin reicht Jahrhunderte zurück und ist tief im thailändischen Buddhismus verwurzelt.
  • Der Name "Sai Sin" bedeutet "heiliger Faden" oder "Faden der Reinheit".
  • Die weiße Farbe des Fadens symbolisiert Reinheit, Unschuld und positive Energie.
  • Das Tragen des Sai Sin soll den Träger vor negativen Einflüssen wie Unglück, bösen Geistern und Krankheiten schützen.

Material und Herstellung:

  • Traditionell wird Sai Sin aus 108 Baumwollfäden hergestellt, die für die 108煩惱 (kleshas) im Buddhismus stehen, die es zu überwinden gilt.
  • Die Fäden können von Mönchen oder Laien geflochten werden, wobei oft Mantras oder Gebete rezitiert werden, um den Faden zu segnen.
  • In einigen Tempeln werden auch Sai Sin aus anderen Materialien wie Seide oder Glas angeboten.

Zeremonie und Tragen:

  • Das Binden des Sai Sin am Handgelenk wird in der Regel von einem Mönch oder einer anderen angesehenen Person durchgeführt.
  • Dabei werden Mantras oder Gebete gesprochen, um den Träger zu segnen und ihm Glück und Schutz zu wünschen.
  • Das Sai Sin kann am Handgelenk oder Knöchel getragen werden und sollte so lange wie möglich getragen werden.
  • Wenn der Faden reißt oder zerfällt, gilt dies als Zeichen dafür, dass er seine Aufgabe erfüllt hat und den Träger vor negativem Einfluss bewahrt hat.

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