Typisch Thai:

Stummelschwanz

KURIOSES AM RANDE DES KULTURSCHOCKS, KURZ UND SCHMERZLOS ERKLÄRT


Übrigens: Stummelschwanz


Die berühmte Siamkatze hat dank ihrer Eleganz auch Europa erobert und was weniger bekannt ist: Ein gerader, normal gewachsener Schwanz wie der jeder gewöhnlichen deutschen Hauskatze ist bei dieser Rasse keine Selbstverständlichkeit. Auf Thailands Straßen sieht man häufig Katzen nur mit einem Stumpf oder einem kurzen, verkrüppelten Schwanz und oft wird den Thais zu Unrecht unterstellt, ihre Streuner zu verstümmeln. Wie bei der schottischen Manx-Katze, die keinen oder nur einen kurzen Stummel besitzt, ist es aber eine rein genetische Abnorm – sicher auch ein Grund, warum man hier auf eine elegante, „vollständige”, siamesische Katze eben besonders stolz ist.

Übrigens: Blumengirlanden

Sie sind einer der ersten Eindrücke, wenn es im Taxi vom Flughafen zum Hotel geht: Die üppigen Blumengirlanden, die vom Rückspiegel baumeln. Zunächst scheint dies die natürliche Form des duftenden „Wunderbaums”, doch wer bereits die geruchslose Plastikvariante gesehen hat, vermutet bald andere Gründe hinter der Dekoration. Und richtig: Da jedes Auto auch nur ein Boot auf dem heute zugeschütteten Khlong (Kanal) im ehemaligen Venedig des Ostens ist, wird es wie sein schwimmendes Vorbild mit bunten Blüten verziert, die die Reisegöttin Mutter Yanang um Beistand bitten sollen. Statt am Bug wird der glückbringende Schmuck eben am Rückspiegel befestigt – beim Motorrad dient dazu übrigens die Lenksäule.

Übrigens: Pudel-Strauch

Sie erinnern an japanische Bonsai-Bäume oder chinesische Gärten und das ist ohne Zweifel auch der Ursprung dieser getrimmten Sträucher, die thailändische Parks seit der Sukhothai-Periode verzieren. Heute sind sie auch in Vorgärten oder auf Verkehrsinseln anzutreffen, meist auch weniger zierlich in Form von Elefanten, Garudas oder königlichen Barken. Anders als in Japan ist der „natürliche” Aspekt in Thailand dabei nebensächlich und oft ist es eine gewöhnliche, schnell wachsende Rankpflanze, die in ein Drahtgitter gezwängt zum Fantasieobjekt wird. Nicht so der Baum im Foto, der – ganz Hobby-untauglich – ein halbes Menschenleben braucht, bevor er eine bemerkenswerte Größe erreicht.

Alexander Heitkamp

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