Thai Berufsschule, Nordosten Thailands, Thai Hoffnung

Thailands Hoffnung:

Ein neues Leben für Bauern in Nordthailand

Es ist schon mehr als ein Vierteljahrhundert her, dass eine Berufsschule im Nordosten Thailands Hoffnung und neue Möglichkeiten für Bauern brachte.

In der abgelegenen Gegend von Charoen Sin, einem Distrikt von Sakon Nakorn, führt eine staubige Straße zu einem weiten Grundstück, überragt von einem großen Gebäude das angefüllt ist mit Keramikvasen und Töpfen und einer Vielfalt von attraktiven Handarbeiten, die alle von Dorfbewohnern in diesem Teil des Isaan gefertigt wurden. Informierte Touristen, die sich sicher sind, einen guten Fund gemacht zu haben, kommen gern an diesen Ort in das Ban-Khut-Na-Kham-Zentrum zurück.

Das Zentrum, benannt nach dem Dorf, in dem es sich befindet, wurde im Jahre 1983 gegründet unter der SUPPORT-Stiftung (Stiftung für die Förderung von Zusatzbeschäftigungen und darauf bezogener Techniken) Ihrer Majestät Königin Sirikits. Das Zentrum hilft Bauern bei der Beschaffung von zusätzlichem Einkommen durch nützliche Handwerkskenntnisse in Weberei, Holzschnitzerei und Anfertigung von Ziegeln, Keramik und künstlichen Blumen.

Handwerk trifft Marketing

Die Hautverantwortung von Hauptmann Pradit Pimpakarn, der schon seit sieben Jahren im Zentrum arbeitet, ist die Vermarktung der angefertigten Produkte. „Mir ist aufgefallen, dass die Dörfler, wenn sie eine neue Fertigkeit lernen und damit verdienen können, weniger trinken oder ihr Geld weniger verspielen als bisher“ bemerkt Pradit, ein Armeeoffizier, der diesem Projekt zugeteilt wurde.

 „Ihre Majestät die Königin hat einen besonderen Fleck im Herzen für die Armen. Daher profitieren die Armen aus Projekten wie diesem mit zusätzlichen Berufszweigen und darauf bezogenen Fertigkeiten in mehr als einer Weise. Wir helfen ihnen, ihre Produkte an verschiedenen Stellen, unter anderem auch im Chitrlada Palastzentrum, auf den Markt zu bringen. Die Menschen in Ban Khut Na Kham und aus anderen Dörfern von nah und weit können dank dieses Projekts ihr Leben verbessern“. Derzeit sind im Zentrum 282 ganztägige Arbeiter und neun Lehrkräfte beschäftigt. Außer von Charoen Sin kommen die Handwerker auch aus Nachbargegenden wie Sawang Daen Din und Wanon Niwat.

Das Training ist gratis, aber die Bewerber müssen nachweisen, dass sie in finanzieller Not sind, um hier eine Stelle zu bekommen. Es gibt keinerlei Restriktionen betreffend der Anzahl von Beschäftigten. Die Gehälter beginnen mit 2.400 Baht pro Monat und werden jährlich erhöht wenn jemand die Fähigkeit zur Verbesserung seiner Fingerfertigkeiten und seiner Produktivität nachweisen kann.Wer neu beschäftigt wird kann seine besonderen Eignungen durch praktische Anwendung entdecken, erzählt Pradit – mancher entdeckt seine Fähigkeiten im Bemalen von Keramiken oder am Töpferrad.

Vom Arbeiter zum Schöngeist

Während einer Besichtigung der Werkstätten lernen wir Manoon, einen 56-jährigen Handwerker kennen, der erzählt: „Ich habe mein ganzes Leben auf dem Land gearbeitet und habe mit Erstaunen entdeckt, dass ich ein Talent habe, mit dem Pinsel zu arbeiten und neue Muster zu erfinden. Das hat mein Selbstbewusstsein enorm gestärkt! Ich arbeite hier schon seit 10 Jahren und die Möglichkeit, das Einkommen meiner Familie zu verbessern mit einer Tätigkeit, die mir auch noch Freude macht, gibt mit ein wirklich gutes Gefühl.“

Yuth ist einer der wenigen behinderten Angestellten und wir bemerkten, dass er ein besonderes Talent zeigt, Tierfiguren aus Ton zu gestalten. Er erzählt uns, dass ein Grund für den Erfolg des Zentrums in der Solidarität der Dorfbewohner von Ban Khut Na Kham begründet ist. Die Einwohner sind robust und haben Jahre hinweg viele Dürren überlebt, erklärt er, in den 70er Jahren hatten sie vereint gegen die Kommunisten gekämpft und sie aus der Gegend vertrieben.

Chai Prasertsup erwähnt, dass er während seiner sechs Jahre als Lehrkraft viele talentierte Schüler erlebt hat – einer davon war sogar im reifen Alter von 68 Jahren. Er selbst ist spezialisiert auf die uralte Technik der Bemalung von Keramik, die durch die Töpfer von Ban Chiang berühmt wurde.

Frische Ideen und alte Geräte

„Wir bieten eine Anzahl von verschiedenen Kursen an, damit sie herausfinden können, wo ihre Stärke liegt. Kameraderie unter den Teilnehmern ist stark und sie sind immer bereit, einander zu helfen. Leider sind die Geräte so veraltet und verbraucht, ich wünschte mir, die Regierung würde uns helfen beim Ankauf von Ersatzgeräten. Viele Menschen kommen hierher, nicht nur um die Keramik und handwerklichen Waren zu sehen, sondern auch um einen Einblick in das echte ländliche Leben im Isan zu gewinnen“.

Von: Bredget Sadoc Fotos: Bredget Sadoc

Info

Ban Khun Na Kham Zentrum

Tel.: +66 (0) 4270 9162

oder +66 (0) 8196 45325

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