Asean Gipfel auf Phuket: Kampf gegen Meeres-Müll

Dies ist ein sehr ernstes Thema - und es geht jeden etwas an! Denn mittlerweile ist Plastik und Abfall im Ozean ein riesiges Problem. Vor allem Thailand ist betroffen. Doch endlich tut sich was...!

In fast jedem Laden in Thailand, vor allem aber in 7 Eleven Shops und Malls, wird immer noch jedes Produkt in Plastiktüten eingepackt. In den Garküchen bekommt man sein Essen in Styroporbehältern mit auf den Weg. Mülltonnen finden sich nur selten am Straßenrand. Und ist man in der Nähe von Bangkoks Kanälen unterwegs, graust es einen bei diesem Anblick: überall Müll. 
Besonders ekelig wird es, wenn man an Stränden spazieren geht, wo neben Strandgut auch allerlei Abfall wie Bautrümmer, Scherben, Schuhe, Bierdosen und wiederum Plastik, Plastik, Plastik in allen Variationen angeschwemmt wird.  So von uns gesehen und fotografiert auf einer kleinen Insel im Similan Archipel (siehe Bildergalerie!).       
Wenn sich alles auch noch in Mangroven-Wurzeln verfängt, ist das ein echtes Drama - so wie auf der Halbinsel Railey, in der Nähe des luxuriösen Rayavadee Resorts. Auch die Korallenriffe leiden! 

Traurige Realität in Thailand: Laut Umweltministerium produzieren allein die 24 Küstenprovinzen rund 10 Millionen Tonnen Müll pro Jahr. Für rund 10% davon wird der Ozean als "Abfalleimer" benutzt. Der restliche "Trash" wird aus den Nachbarländern angespült. Selbst Hilfsorganisationen, die regelmäßig einen "Clean-up" betreiben, sind mittlerweile ratlos.  

Nun hat es sich ein Team von Marine-Spezialisten zur Aufgabe gemacht, dieses wichtige Thema beim 1. "Asean Sea Waste Summit" auf Phuket am 22. und 23. November zum Thema Nummer 1 zu machen. Diskutiert werden Maßnahmen zur Aufklärung der Bevölkerung, und vor allem die effiziente Reduzierung von Müll im Meer. 

"Die Herausforderung besteht darin, schnell einen Weg zu finden, wie wir die "Wegwerf"-Mentalität der Einheimischen auf dem Festland begrenzen können, um somit konsequenterweise auch den Müll im Meer zu reduzieren", sagte Wijarn Simachaya, ständiger Sekretär des Ministeriums für Naturressourcen und Umwelt.

Thailand auf Platz 6 

Wie die Bangkok Post - unter Berufung auf das Umweltprogramm der Vereinten Nationen - berichtete, wird Thailand auf Platz 6 von den 10 "schlimmsten Ländern" gelistet, die für den Dreck in den Ozeanen verantwortlich sind. "Anführer" ist mit Abstand China mit 2,2 Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr; es folgt Indonesien mit 1,29 Millionen Tonnen, danach die Philippinen, Vietnam, Thailand mit rund 1 Million Tonne und auf Platz 8 Malaysia. 

Wer ist der Übeltäter?

Aktuelles Beispiel an den Stränden von Hua Hin:

Vor wenigen Tagen sammelte das Militär  innerhalb von vier Tagen 100 Tonnen Müll ein! Eine empirische Umfrage zur Ermittlung der Hauptquellen für die Abfälle in den 24 Provinzen soll bis Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sein. Wie man hört sind nicht nur die Einheimischen, sondern vor allem chinesische Touristen verantwortlich. Und wie war das noch gleich vor 2 Jahren in der Karon Bay auf Phuket? Im November 2015 mussten wir Schnorchler vor eine Müllhalde unter Wasser warnen!

Koh Phangan: Grauen im Morgengrauen

Doch auch das beschwipste "Full Moon"-Partyvolk aus Europa sorgt jedes Mal beim Vollmondfest für die größte Sauerei.

Sprechen wir es doch ruhig mal ganz konkret an... was da passiert ist eine Unverschämtheit und eine Respektlosigkeit den Gastland gegenüber.

Für die Bar-Betreiber sind die Full Moon Parties zwar eine Goldgrube, für die Putzkolonnen am nächsten Tag ist es jedoch die Apokalypse schlechthin:

Vor ihren Augen entfaltet sich ein von Millionen Bierflaschen, Scherben, Zigarettenkippen und Unrat übersäter Strand (siehe Foto links); verkohlte Rückstände von Feuershows verfärben den weißen Sand, zerbrochene Plastikstühle und mit Graffity verschmierte Wände verwüsten die Strandbars. Lesen Sie hierzu auch den Bericht: der Morgen nach der Mondsucht!

An die eigene Nase fassen...

Grundsätzlich gilt: JEDER URLAUBER - egal aus welchem Land - sollte auf Umweltschutz achten und für Sauberkeit sorgen!

"Wenn wir drastische Maßnahmen zur Abfallreduzierung durchsetzen können, wird dies dazu beitragen, das Problem der marinen Abfälle zu verringern," so Khun Simachaya. Unterdessen wurden bereits einige Aktionen und Entscheidungen in Thailand durchgesetzt. Die ersten "Müllgebühren" werden in Nationalparks fällig. Diese müssen am Eingang bezahlt werden und werden, wenn die Besucher ihren Abfall anschließend beim Verlassen des Parks in entsprechenden Mülleimern entsorgen, zurück erstattet. Sicherlich ein 1. Schritt zur Besserung. 

Weiterhin finden regelmäßige Säuberungsarbeiten unter Wasser statt (Foto rechts). 

An dem Gipfel auf Phuket werden Vertreter der Umweltministerien der ASEAN-Länder und Experten für Meereskunde teilnehmen sowie internationale Naturschutzgruppen und ein offizieller Vertreter aus China. 

Hoffen wir, dass die Experten einen effizienten Plan vorlegen und anschließend ein erfolgreiches Ergebnis - ggf. mit Geldbußen oder Strafverfolgung - erzielen. 

Nathalie Gütermann (Text & Fotos)

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