Strandzonen, Kitesurfen, Jet-Skis - Phuket-Chaos geht weiter!

Die "Strand-Regeln" sind längst offiziell, aber die Verwirrung ist größer denn je. Mit ein Grund: die Behörden kennen weder die "umweltfreundlichen" Strand-Sportarten, noch die Strand-Gewohnheiten der Ausländer. Das wurde erst jetzt offenkundig. Hier ist unser aktueller "Beach-Update"...

Phuket Beaches - hier Patong! Die Verwirrung ist groß, das Chaos wegen der "Strand-Regeln" geht weiter. Kommerz ist nicht erlaubt, aber Jet-Skis dürfen vermietet werden... Foto: N. Gütermann (auch im Text)
Phuket, 4. Juni 2015

Man könnte im Land des Lächelns darüber lächeln, wenn es nicht so traurig wäre. Der Hick-Hack um die neuen "Beach-Rules", die seit knapp 3 Monaten in Kraft getreten sind, geht weiter, und ein Ende des Chaos ist nicht in Sicht.

Sicher ist: Touristen bleiben weg, denn seit Strandliegen und Sonnenschirme in dafür vorgesehene, sogenannte 10 %-Zonen verbannt wurden, herrscht im Vergleich zum früheren bunten Treiben an Phukets berühmtesten Stränden fast schon Totenstille. Die thailändischen Behörden dagegen wundern sich. Wo bleiben denn die Urlauber? Immerhin hätten sie ja mit den "Beach Zonen" einen diplomatischen Weg eingeschlagen, so zumindest deren Meinung.
"Alles, was wir wollen sind einfache, unkomplizierte Lösungen, die alle Beteiligten zufrieden stellen", sagte ein Beamter gegenüber der Lokalzeitung "Phuket Wan". Doch offenbar ist alles komplizierter als je zuvor!

Unwissenheit der Entscheidungsträger

Während jeglicher Kommerz an den Stränden verboten wurde, dürfen erstaunlicherweise die lauten, stinkenden Jet-Skis weiterhin im Einsatz sein. Selbst die Vermieter der "umweltfreundlichen" Kiteboards (eine Art Surfbrett mit Segel) wurden vom Strand verbannt, so das bittere Fazit des Betreibers eines Kiteboard-Ladens am Nai Thon Beach. "Wir sind weder laut, noch verpesten wir die Umwelt". 
Nun stellte sich jedoch heraus: Die Beamten - inklusive 3 Vizegouverneure mit Entscheidungsgewalt -, hatten schlichtweg keine Ahnung, was "Kitesurfen" oder "Parasailing" überhaupt ist (Foto links)!
Dies kam während einer mehrstündigen Diskussionen über die "Phuket Beach Problematik" zutage, an der auch Gouverneur Nisit Jansomwong sowie etwa 100 hohe Beamte und diverse "Strand-Interessensgruppen" teilnahmen. 
Fakt ist: die Anwesenden wurden offenbar erstmals per Videoaufzeichnung über die Bedeutung von Kitesurfen und Parasailing informiert. Das betretene Schweigen in der Runde ist nachvollziehbar.

Andere Länder, andere Ansichten

Traurig: die Berichterstattung von Phuket Wan macht eine ganz andere, grundsätzliche Problematik mehr als deutlich: 
Was für "Farangs" sonnenklar ist, ist für die Thailänder offenbar völlig unverständlich. Diese Menschen, die es gewöhnt sind, auf Matten zu schlafen und unter Palmen zu picknicken, können nicht nachvollziehen, warum Phukets Besucher unbedingt Sonnenschirme und Liegen brauchen, und sich - nachdem diese nun als "Entgegenkommen" überall  in den vorgegebenen Beach-Zonen angeboten werden - sich auch noch darüber aufregen, zumal sie dort dicht an dicht mit anderen Touristen "aufeinander hocken müssen".  Da verstehe einer die Welt!

Doch man lässt mich sich reden...

Positiv zu bemerken ist die Tatsache, dass die Behörden sich durchaus bemühen, alle Seiten zufriedenzustellen und Verständnis zu zeigen. Deshalb wurde bereits eine erste Umfrage von Touristen genehmigt. Rund 500 Urlauber und Strand-Fans wurden in den letzten Tagen bei Ankunft/Abflug am Phuket Airport zu ihren Wünschen befragt. 
Das Ergebnis: Sicherheit stand an 1. Stelle; Liegen und Sonnenschirme wurden als wichtig erachtet; Jetskis, Parasailing und Kitesurfing als eher unwichtig. 
Ob diese Wünsche von offizieller Stelle aus berücksichtigt werden, wird sich bis November zeigen, denn dann beginnt auf Phuket wieder die Hochsaison. Wir dürfen gespannt sein und halten unsere Leser über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden!

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