Steigende Attraktivität:

Berühmt durch Toiletten

Schöne Gärten, saubere Toiletten: Ein Tempel erstrahlt in neuer Pracht. THAIZEIT besucht Wat Takarong


Einst ein unbekannter, buddhistischer Tempel am Ufer des durch Ayutthaya fließenden Chao Phraya, zieht Wat Takarong heute regelmäßig große Touristenströme an. Zurückzuführen ist seine zunehmende Beliebtheit wohl auf den „Beautiful Garden, Clean Toilet“-Award der Tourismusbehörde, der dem Tempel nun bereits seit vier Jahren in Folge verliehen wurde.
Die Idee zur Verschönerung der Toiletten kam von Phra Khru Sutthipanyasopon, einem charismatischen Mönch der vor etwa einem Jahrzehnt in der Dorfgemeinde Ban Muang zum Abt des Tempels berufen wurde. „Bereits vor der Renovierung haben wir damit begonnen, die Toiletten auf Vordermann zu bringen. Normalerweise sind sie die erste Anlaufstelle unserer Besucher, die sich dort vor dem Gebet frisch machen. Ich denke, unsere Toiletten tragen einen wichtigen Teil dazu bei, den Tempelbesuch zu einem unvergesslichen Erlebnis zu gestalten.“ Die Toiletten wurden unglaublich luxuriös renoviert, sogar Teppichboden und Klimaanlage zählen zur Ausstattung. Ein echter Blickfang und Ersatz für die ursprünglich triste Atmosphäre, die vor Amtsantritt des Abts dort herrschte.

STEIGENDE ATTRAKTIVITÄT


Phra Khru Sutthipanyasopon bedauert es, dass es Ayutthaya‘s kleinere Tempel so schwer haben. Der Großteil der Tempelgänger bevorzugt nunmal die größeren und bekannteren Tempel. Die kleineren können demnach nur dann überleben wenn sie es schaffen, sich von der Konkurrenz abzuheben und ihre Attraktivität für Tempelbesucher zu steigern. „Bevor ich zum Abt bestellt wurde war ich Leiter der Personalabteilung eines führenden Kaufhauses. Dort lernte ich, wie wichtig der Gang zur Toilette für die meisten Menschen ist. Heute sind unsere Toiletten das Gesprächsthema der Stadt! Bereits mehrere Organisationen haben uns aufgesucht um von uns zu lernen, sondern auch, um in unsere Fußstapfen zu treten.

HEUTE UND DAMALS


In wunderschöner Natur gelegen, ist Wat Takarong auch heute noch geprägt von seiner Geschichte: Bis 1767, während Thailand‘s langwierigem Krieg mit Burma, diente der Tempel auch als militärischer Außenposten.Junge Thais, so der Abt, freuen sich während eines Tempelbesuchs jedoch auf mehr als eine gute Predigt: „Wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen: Junge Thais gehen nicht nur in den Tempel um zu beten, sondern auch um sich zu entspannen und um unterhaltet zu werden. Wat Takarong erkennt das nun sehr gut: Durch die umfangreiche Berichterstattung über unsere Toiletten konnten wir unsere gesamte Tempellandschaft ausbauen, dadurch nun eine entspanntere und gemütliche Atmosphäre bieten. Wir planen auch, nächstes Jahr ein Meditationszentrum zu eröffnen.“Der Weg vom Eingang zum Gebetssaal ist mit Tonskulpturen in verschiedenen Größen und Arten geschmückt. Besonders die kleinen Novizinnen mit ihren Sonnenbrillen und Masken ziehen die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich.

EINE BESONDERE RESTAURATION

Wie der Tempelführer erklärt, stammen die Brillen von Besuchern, die sie am Tempelgelände vergessen hatten. Die Besitzer können jederzeit kommen und sie abholen, während die Masken auch dazu dienen, Besucher vor dem H1N1 Virus zu warnen. Orchideen und örtliche Souvenirs stehen auf dem Tempelgelände zum Verkauf. Es fühlt sich an wie der Spaziergang durch einen Urlaubsort, vorbei an den besagten Toiletten, die sich über den wunderschön geformten Garten verteilen. Der Damenbereich wirkt makellos, mit einem Durchgang aus Zement und Holz. Am Beginn der Halle, die zu den Ankleidekabinen führt, kann der Tempel in seiner gesamten Pracht bewundert werden. Manch einer wird seinen Augen kaum trauen: Dunkelblaue Teppiche, Klimaanlagen, Ventilatoren, wunderschöne Vorhänge, sogar automatische Lufterfrischer zählen zur Ausstattung der Waschräume.

DER SCHWIMMENDE MARKT TAKARONG

Eine weitere Besonderheit stellt der Ubusot des Tempels dar: Die Behausung eines lächelnden Buddhas, der noch auf die späte Ayutthaya Periode zurückgeht. Weitere Highlights beinhalten eine große, jahrzehntealte Sala aus Teakholz, sowie Haushaltsgeräte und Relikte aus verschiedenen historischen Perioden, die sowohl im Tempelmuseum als auch in den Mönchsquartieren ausgestellt sind. Zum Mittagessen geht es zum Schwimmenden Markt Takarong, der nicht weit vom Tempel entfernt liegt. Die meisten Gerichte sind eine Mischung aus traditionell muslimischer und chinesischer Hausmannskost, da der Tempel zu einer muslimischen Gemeinschaft gehört. Die regelmäßig pendelnden Holzboote bieten reichlich Auswahl: Von Fleischbällchensuppe, über mariniertes Brathuhn, bis hin zu einem großen Angebot an Desserts. Sehr beliebt ist beispielsweise der traditionelle, süße Klebreis mit Mango, aber auch Tee mit Milch oder frisch gepresster Kaffee zählen zu den Spezialitäten. Örtliche Souvenirs und Handwerkskunst können hier ebenfalls erworben werden.

Bredget Sadoc


Der Markt ist ausschließlich am Wochenende und an gesetzlichen Feiertagen geöffnet. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das Büro des Tempels unter +66 (0) 35211 074 und +66 (0) 35323 088 www.wattakarong.com

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