Unseen Thailand(5): Zuckersüßes unter Palmen

Haben Sie schon mal eine thailändische Zuckerfabrik besucht? Die Besichtigung einer "Tao Tan" ist interessant und lehrreich - nicht nur für Leckermäuler und Naschkatzen. 

Vom "Tha Kha Floating Market" in der Provinz Samut Songkhram hat Thaizeit ausführlich berichtet, denn er gehört zu den authentischsten und schönsten Schwimmenden Märkten in Thailand. Hier geht's zum Bericht. Der Clou: mit einem Fischerboot kann man auch in den Palmenwald fahren und eine Zuckerfabrik besichtigen. 

Besuch in der Dschungelfabrik

Für Interessierte stehen mehrere Boote bereit und los geht die 20-minütige Flussfahrt, mitten in den thailändischen Urwald. Irgendwo im Nirgendwo taucht plötzlich eine Holzhütte auf, umgeben von unzähligen Palmen. „Tao Tan“, sagt unser Bootsmann lächelnd, das ist die thailändische Bezeichnung für „Zuckerfabrik“. Auf dieser Plantage wird Palmzucker hergestellt, unter anderem auch aus Kokosnüssen. Jedoch nicht etwa aus dem Mark oder der süsslich schmeckenden Milch der Frucht, sondern aus dem Palmnektar (auch Blutungssaft genannt), den man aus den Blütenständen der Palme gewinnen kann. Wird der Zucker aus dem Saft einer Kokospalme hergestellt, spricht man auch von Kokoszucker

Hätten Sie's gewusst...?

Grundsätzlich wird Palmzucker in Südostasien, aber auch in Indien, Afrika und in Südamerika aus verschiedenen Palmenarten gewonnen, darunter die Zuckerpalme, Attapalme, Silber-Dattelpalme und Kokospalme. Man muss wahrlich Geduld aufbringen, will man an den begehrten süßen Palmnektar gelangen, der bis zu 15 % Zucker enthält. Durch regelmäßige leichte Schläge auf die Blütenknospen werden die Pflanzenzellen verletzt, sodass der Fluss des Pflanzensafts angeregt wird. Nach drei bis vier Wochen werden die Spitzen der nunmehr elastischen Knospen angeschnitten, der  herausfließende Saft wird über Nacht in Behältern aufgefangen und feste Pflanzenteile und Fremdstoffe abgesiebt. In der Palmzuckerfabrik kann man zusehen, wie der Palmsaft zu einem Sirup eingekocht und in einer offenen Pfanne unter Rühren und Schlagen etwa weitere 20 Minuten erhitzt bis, bis die Kristallisation einsetzt. Schließlich wird die heiße Masse mit viel Fingerspitzengefühl proportioniert und zum Auskühlen in harte Kokosnuss-Schalen oder Bambusröhren gefüllt. 
Jeder Besucher kann ein Tütchen mit abgefülltem Palmfruchtzucker mitnehmen, denn er ist gesünder und weniger süß als gewöhnlicher Rohrzucker und hat einen angenehmen, leicht karamelligen Geschmack. Palmnektar kann übrigens auch zu Palmwein oder Palmessig vergoren, oder zu Palmhonig verarbeitet werden. 

Nathalie Gütermann; Fotos: Nathalie Gütermann


Palmzucker aus Thailand kann man auch in Deutschland in jedem Asia Markt kaufen, oder über Online-Portale beziehen.

Takha Floating Market - Palmzuckerfabrik
Lage: Zwischen Amphawa & Damnoen Saduak 
In der Nähe des Khun Mae Chua Nia Shrine
Adresse: Moo 2, Tha Kha, Amphawa, Samutsongkhram 75110 Thailand

Öffnungszeiten
Der Markt findet jeweils am 2., 7. und 12. Tag des zunehmenden und des abnehmenden Mondes statt und ist auch am Wochenende geöffnet; jeweils von 6:00 bis 12:00 Uhr. Bootstouren zu der Zuckerfabrik sind nur dann möglich. 

Anfahrt von Bangkok mit dem Auto
: ca. 1h - 1h30. Der Markt befindet sich rund 80 km südwestlich von der Hauptstadt.

Spezial-Reiseveranstalter von Tagestouren
zur Palmzuckerfabrik und Tha Kha Floating Market & Umgebung: z. B. "Connecting Asia", Kontakt: Sonia/Bangkok; Tel: +66-(0)-2334255. Web:connecting-asia.com

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