THAIZEIT PORTRAIT:

Alexandras wundersame Wandlung

Wie die Begegnung mit Thailands Meisterwebern den sanften Lebenswandel einer toughen Finanzfrau auslöste! Die Geschichte einer coolen Metamorphose...

Seinen eigenen Lebenstraum zu verwirklichen ist oftmals nur ein Steinwurf entfernt von einer simplen Entscheidung: alten Gewohnheiten zu entsagen und sich zu öffnen für eine neue Welt voller Möglichkeiten. Für die weitgereiste und weltgewandte deutsche Karrierefrau Alexandra Du Sold wurde eine Reise in den Nordosten Thailands ein derart prägendes Erlebnis, dass sie ihrem gut dotierten Job als Spezialistin für Hedgefonds in England den Rücken kehrte und ihre lang vergessene Leidenschaft für Textilien wieder aufblühen ließ.

"Eat, Pray, Love" auf Bali?

Same, same - but different! Als die deutsche Kosmopolitin im September 2010 ihre Wahlheimat London verließ und die Segel in Richtung Südostasien setzte, sollte es nur eine kurze AUSZEIT werden. Bali war das Ziel aller Sehnsucht. Endlich der hektischen Grosstadt entfliehen; all den kalten geschäftlichen Meetings, den stressreichen Kurzreisen, den nächtelangen Parties. Eine wohlverdiente "Verschnauf-Pause" zwischen Jobs würde sicherlich gut tun, bevor es zum "Burn-out" kommt...wenigstens mal für 6 Monate zur Ruhe kommen und Energie tanken!

"Doch wer möchte schon zum Aussteiger abgestempelt sein...?", fragt mich die junge, charismatische Blondine, als ich sie zum THAIZEIT-INTERVIEW in Bangkok treffe. "...oder schlimmer noch: gar zum Eat, Pray, Love-Spätstarter deklariert werden? Bloss nicht!"

 

Alexandra Du Sold wuchs in Deutschland auf, doch zog es sie schon in jungen Jahren in die grosse weite Welt. Nach ihrem akademischen Studium wagte sie den Sprung in eine von Männern dominierte, kühl kalkulierte Finanzwelt, setzte sich dort konsequent durch und kletterte rasch die Karriereleiter hoch. Auf dem Gipfel des Erfolgs dann plötzlich der dringende Wunsch nach einem seelischen und körperlichen BREAK. "Europa befand sich bereits in den Wirren eines möglichen ökonomischen Weltuntergangs, und London war für mich außerordentlich langweilig geworden - zumindest soweit es die in Ungnade gefallenen Hedgefonds betraf".

Und so begann die Gralssuche nach neuen Abenteuern. "Meine offenstehende Sechs-Millionen-Dollar Frage war nur, wo sich mein neues Leben abspielen sollte?", sagt Alexandra lächelnd. Von BALI hatte sie gehört, jenem Paradies für den frevlerischen Seelensucher à la Elisabeth Gilbert (Autorin des Buches "Eat, Pray, Love). Fernab von der Touristenhochburg SEMINYAK inszenierte Alexandra im Hochland von UBUD die erste Etappe auf ihrem (Selbstfindungs)Weg in eine hoffentlich unbeschwertere Zukunft.

Entzauberte Insel der Götter

"Ich verordnete mir selbst eine strikte Erholung in Form von täglichen Yogapraktiken, verbunden mit Schreiben. Es entstanden Seiten über Seiten, bis ich eines Tages zu meinem Entsetzen feststellte, dass ich für mein autobiografisches Prosawerk kein befriedigendes Ende fand. Ich wusste, ich muss mich in ein neues Wagnis stürzen, um das letzte Kapitel meine Buches mit einem Highlight zu beenden". Ihre nächsten Exkursionen zu dörflichen Kooperativen, die mit Naturtextilfarben experimentierten, unternahm sie bewusster, und ein Besuch bei einer Batikgemeinde - bekannt für ihre handgearbeiteten Stoffe - rückte Alexandras Teenagerleidenschaft für hochwertige Stoffe immer mehr in den Vordergrund. "Aber meine Sehnsucht nach opulenten und gleichzeitig kuscheligen Webkreationen deuteten eindeutig in Richtung Thailand, wo die aufwendigen und uralten Webtechniken für hochwertigste Seide und Baumwolle noch wie im altertümlichen Siam angewendet werden.

Bei den ländlichen Kunsthandwerkern im Isaan fand ich endlich, wonach ich suchte..."

Eine neue Geschäftsidee war geboren! Heute, fast 18 Monate nach ihrer Ankunft in Thailand, arbeitet die charmante Deutsche, die hinter dem Textillabel APOCCAS steht, ausschliesslich mit "ihren" Dorfwebkünstlerinnen zusammen. „Ich bin unglaublich beeindruckt von den Webtalenten im tiefsten Hinterland von Isaan, versteckt in spektakulären Landschaften, wo man Natur pur, authentische Lebensweisen und noch echte Lebensqualität findet“, schwärmt Alexandra.  „Hier ist das Familienleben noch intakt, und eine friedliche Gemeinschaftsexistenz ist geradezu heilig. Genau hier habe ich zu mir gefunden - und zu meiner neuen Berufung!"

Textiler Hals-Schmuck mit Tragweite

„Warum ausgerechnet Schals?“, frage ich sie neugierig „Power Schals“, korrigiert mich die Powerfrau sanft. „APOCCAS (Ancient Power on Cashmere, Cotton & Silk) ist eine neuartige Lifestyle Marke, die für jeden Träger meiner Accessoires ein spürbares Wohlgefühl auslöst, denn die Spiritualität Thailands fliesst da mit ein. Und so hat jedes Design, jede Farbe und jeder Halbedelstein - mit denen meine Schals bestückt sind - eine ganz bestimmte Bedeutung". Eine positive Aura möchte Alexandra mit ihrer Erstlingskollektion "Vortex" vermitteln, indem sie gewissermassen alte Lebensweisheiten und Heilsteine in ihre weichen Textilkostbarkeiten mit einweben lässt. "Balance und Energie für Körper, Geist und Seele". Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung spielen dabei für Alexandra Du Sold eine Hauptrolle, einschliesslich fairem Handel, ökofreundlichen Produktionsmethoden und geplantem Emissionsausgleich. Ein wesentlicher Anteil der Gewinne ist für Reinvestitionen in ländliche Gemeinschaftsprojekte zur Förderung von traditioneller Handwerkskunst vorgesehen, betont die "neugeborene" Unternehmerin - ganz besonders was die Töchter ihrer Meisterweberinnen angeht.

"Ich möchte zur Existenzsicherung, Emanzipation und Unabhängigkeit der neuen Generation beitragen. Das ist eben meine Art, gute Voraussetzungen zur Stärkung von Frauen in Thailand zu schaffen“.   

Von: Nathalie Gütermann; Fotos: Alexandra Du Sold / Apoccas.com

Info

Alexandra Du Sold ist Ideengeberin und Gründerin von APOCCAS, einem sozialbewussten Luxusunternehmen, das edle, handgemachte Baumwoll-Produkte wie Schals, Plaids, Decken und Kissenbezüge auf dem thailändischen Land in Harmonie mit der Natur produziert. Jedes Produkt ist mit einer positiven "spirituellen Botschaft" versehen und wird im Issan nach alter Tradition auf Handwebstühlen gefertigt.

 

Nähere Informationen: Apoccas.com

 

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