Suthep Thaugsuban:

"Der Bangkok Shutdown ist beendet"

Gestern Abend, am Freitag, den 28. Februar 2014, hat der Protestanführer der PDRC die Kampagne "Bangkok Shutdown" in einer Ansprache offiziell für beendet erklärt.


Die geplante "Totalblockade" der Hauptstadt begann am 13. Januar und hatte Bangkok für knapp 6 Wochen ins Chaos gestürzt, als Tausende Anhänger der PDRC (Volksdemokratisches Reformkomitee) die wichtigsten Verkehrsknotenpunkte blockierten. Auch war es zu blutigen Auseinandersetzungen in den Protestzonen gekommen, mit mehreren Toten und zahlreichen Verletzten.  

Freie Fahrt ab 3. März


Ab kommenden Montag sollen die belagerten Kreuzungen geräumt und alle Straßen wieder für den Verkehr frei sein, versprach Suthep. Ab sofort bleibe in der Innenstadt nur noch ein Democamp bestehen, nämlich im Lumpini Park. "Wir werden Bangkok wieder an die Bewohner zurückgeben". Der "Clean-up" begann bereits am frühen Samstag, allerdings - so betonte Suthep - bedeute die Reduktion der Proteststandorte nicht, daß damit die Aktion gegen die Regierung beendet sei. Der "Bangkok Shutdown" sei zunächst die einzig richtige Strategie gewesen, um die Machtzentrale rund um Yingluck Shinawatra zu verunsichern, erklärte der Chef der PDRC. Aus seiner Sicht war die Kampagne ein großer Erfolg. Nun wolle man sich auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich die Unternehmen des Thaksin Clans gezielt zu schädigen, um somit die Regierung zum Rücktritt zu zwingen. 

Die kommissarische Premierministerin zeigte sich am Freitag jedoch bereit, auch diesen Kampf aufzunehmen: "Ein Rücktritt kommt weiterhin nicht in Frage. Lieber sterbe ich auf dem demokratischen Schlachtfeld", zitierte die thailändische Tageszeitung "The Nation" Yingluck Shinawatra. "Ich sehe mich als ein Soldat, der bis zur letzten Minute seine Pflicht erfüllt". Wie schon mehrfach zuvor angeboten, wäre sie zu friedlichen Gesprächen mit der PDRC bereit. Doch Suthep müsse zunächst seine Proteste beenden, forderte Yingluck. 

Weitere Anschläge unwahrscheinlich

Erleichtert nahmen Unternehmen, Hotels und Gastronomie-Betriebe die Entscheidung Sutheps zur Kenntnis, denn die politischen Unruhen waren zuletzt kaum mehr ertragbar. Vor allem Einzelhändler, die ihre Geschäfte in den Demomeilen betrieben, mußten schließen. Die Einbußen im Tourismussektor sind katastrophal, der wirtschaftliche Schaden ist bislang noch nicht bezifferbar. Am Wichtigsten für Touristen ist jedoch jetzt zu wissen:

Durch die Auflösung sämtlicher Protestcamps ist die Möglichkeit von weiteren Anschlägen deutlich gesunken, wenn nicht gar beseitigt. Bangkok ist keine Gefahrenzone mehr. Die Stadt der Engel kann aufatmen. 

Thaizeit/NG; Fotos: Nathalie Gütermann


Sämtliche wichtigen Verkehrsknotenpunkte in Bangkok werden bis zum 3.3.2014 geräumt sein. Bestehen bleibt weiterhin ein Democamp im Lumpini Park sowie kleinere Protestzonen rund um die Regierungsgebäude im Chaeng Wattana Viertel. 

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