Unruhen in Bangkok(11):

Ist bald wieder die Polizei im Einsatz? Regierungsgegner planen eine Total-Blockade in Bangkok am 4.1.14.

Kompletter Stillstand am 4.1.14?

Regierungsgegner und Protestanführer Suthep Thaugsuban hat seinen Anhängern über Silvester "frei gegeben", kündigte jedoch einen Generalstreik und die "Schließung der Hauptstadt" für das erste Wochenende im neuen Jahr an. Sorge macht sich breit. Eine Eskalation kann nicht mehr ausgeschlossen werden.


Nach Neujahr soll Bangkok komplett lahm gelegt werden. Damit will Suthep Thaugsuban, der Generalsekretär des "People’s Democratic Reform Committee" (PDRC) Yingluck Shinawatra endgültig zur Aufgabe ihres Amtes zwingen. Eine weitere Kanditatur für die geplanten Neuwahlen am 2. Februar solle unter allen Umständen verhindert werden. Wenn die Menschen nach dem Neujahrsfest wieder in die Stadt zurückgekehrt sind, gehe die "Volksrevolution" erst richtig los, betonte Suthep bei einer Kundgebung am Wochenende vor dem Democracy Monument. "Wir werden die Hauptstadt beschlagnahmen, um das korrupte Thaksin-Regime für immer auszulöschen!"

Beobachter befürchten, dass dieser "Kampf" mehrere Wochen andauern könnte.

Neue Straßenschlachten? Aufbau von Barrikaden


Rund um das Regierungsviertel bauen Demonstranten derzeit einen "Festungswall" aus meterhohen Sandsäcken und Autoreifen auf, und auch die Camps der Protestler werden schwer gesichert. In den vergangenen Tagen kam es zu einer Explosion durch Feuerwerkskörper; mehrere Menschen wurden verletzt. Zudem wurde ein Wachmann aus einem vorbeifahrenden Auto auf dem Protestgelände von Unbekannten erschossen, somit hat sich die Zahl der Toten seit Beginn der Proteste auf 8 erhöht. Der Oberbefehlshaber der Armee, Prayuth Chan-ocha, sagte bei einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag, er könne mittlerweile einen Militärputsch nicht mehr ausschließen. "Es hängt nun alles von der weiteren Entwicklung ab".

Kandidaten für Neuwahlen blockiert


Ministerpräsidentin Yingluck hat durch die Unterstützung der ländlichen Bevölkerung gute Aussichten auf eine Wiederwahl, deshalb hatten am Sonntag Hunderte von Demonstranten in mehreren südlichen Provinzen die Anmeldungen der Kandidaten für die geplanten Neuwahlen am 2. Februar blockiert. Während in Bangkok und im Norden keine Zwischenfälle gemeldet wurden, musste die Wahlkommission im Süden die Registrierung unterbrechen. Suteph Thaugsuban will sich weiterhin nicht mit der Auflösung des Parlaments und Neuwahlen zufrieden geben, und verteidigt den Endspurt der PdRC. Die Leute können die "Ablösung des bösen Regimes" nur durch eine Volksrevolution erreichen.
Der große "Shutdown" der Metropole ist nun am 4.1.2014 geplant. Alle Regierungsstellen, Privathäuser der Minister und der Shinawatra-Familie sowie die wichtigsten Verkehrsknotenpunkte sollen eingekesselt und die Hauptstadt somit lahm gelegt werden. "Es wird keinen Platz in der Hauptstadt geben, wo Ms Shinawatra noch hingehen kann", sagte Suthep. (NG)
Nathalei Gütermann; Fotos: Nathalie Gütermann

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