"Dicke Luft" im Dreamliner:

Thai Airways verbannt Vollschlanke!

Übergewicht fällt auch bei Flugpassagieren ins Gewicht! Im Dreamliner von Thai Airways jedenfalls werden dicke Leute aus der Business-Class ausgeschlossen, wenn sie den sogenannten "Hüft-Test" nicht bestehen...!

Bangkok, 11. Februar 2020

Es gibt Sachen, die gibt's gar nicht. Denkt man. 

Aktueller Fall, der vom englischen TV-Senderr BBC am 7. Februar 2020 unter folgender Überschrift publiziert wurde: "Mother and daughters told 'too big' for business class". Was übersetzt heisst:  "Mutter und Töchter sind "zu fett" für die Business Klasse.

Was ist passiert?

Den Luxus von Business-Klasse-Sitzen auf einem 11-stündigen Flug zurück nach Auckland zu genießen, sollte für die Schwestern Renell und Tere nach einem Besuch in Bangkok eigentlich eine Wohltat werden. Von wegen! Stattdessen wurden die beiden sowie ihre Mutter Huhana von Mitarbeitern der Fluggesellschaft Thai Airways "traumatisiert" - so jedenfalls deren Aussage. Mit Maßbändern ausgestattet wurde der Bauchumfang des Trios beim Einchecken vom Flugpersonal gemessen, mit dem anschließenden Hinweis, dass sie für die gebuchten Business Class-Sitze "zu fett" seien.

"Wir wurden vor allen Leuten gedemütigt, so dass ich in Tränen ausbrach", sagte Huhana. Doch es half nichts: die 3 Damen wurden in die Economy-Class "versetzt".  Ein Sprecher von Thai Airways erklärte, dass deren Businessclass-Gurte über eingebaute Airbags verfügen und nicht verlängert werden können (siehe ausführliche Erklärung weiter unten im Text!). Man hätte jedoch nach diesem Vorfall das Reservierungssystem mit entsprechenden Informationen gefüttert, sodass Privatpersonen oder Reisebüros schon im Vorfeld aufgeklärt werden.

Was sagt die Zivilluftfahrtbehörde?

Fakt ist: viele übergewichtige Menschen buchen die Business-Class, da sie nicht bequem auf die Sitze der Economy-Class passen. ABER: "Bei beleibten, übergroßen Passagieren liegt es im Ermessen jeder Fluggesellschaft, mit der Situation umzugehen", sagte ein Sprecher der Civil Aviation Authority (CAA).

Die Fluggesellschaften berechnen das Startgewicht für ein Flugzeug, berücksichtigen dabei auch das geschätzte Gewicht der Passagiere, ihres Gepäcks und des Treibstoffs. "In den meisten Fällen liegt der durchschnittliche Passagier deutlich unter der offiziellen Gewichtsgrenze", so die Behörde für Zivillufftfahrt.

Die meisten Fluggesellschaften empfehlen, dass Menschen mit einem überdurchschnittlich großen Bauchumfang einen zweiten Sitzplatz kaufen. So zum Beispiel American Airlines. Diese gibt an, dass ein anderer Sitz dann zwingend erforderlich ist, wenn der Körper eines Kunden mehr als 1 Zoll (2,5 cm) über die äußerste Kante der Armlehne hinausragt.
(Quelle + Foto: bbc.com/news/business-51276016)

Schon seit 2 Jahren bekannt!

Unser Thaizeit-Team hatte unsere Leser bereits im März 2018 mit diesem ausführlichen Bericht darauf hingewiesen, dass es bei Thai Airways neue Sitz-Regelungen gibt! Wer demnach in der angenehm ausgestatteten "Boeing 787-9" von Thai Airways in der Luxusklasse fliegen möchte, sollte Normalgewicht haben oder frühzeitig abspecken.

Grund: ab sofort müssen mollige Menschen zunächst ihren Taillenumfang messen, bevor sie in der "Business Class" von Thai Airways Platz nehmen dürfen. Einzige Alternative für Vollschlanke in dieser Größenordnung: „Economy" fliegen...

Den Gürtel enger schnallen!

Tatsächlich war dies weder ein Aprilscherz noch "fake news".

Wie Thai Airways offiziell am 22. März 2018 verkündete, ist die Premium Klasse des neuen Dreamliners mit sogenannten "Airbag-Sitzgurten" ausgestattet, um die Sicherheit der Passagiere zu erhöhen. Übergewichtige haben dort somit keinen Platz mehr, denn hier muss man gleich von Anfang an "den Gürtel enger schnallen"...

Konkret: Die neuen Gurte lassen sich wegen des Airbags nur bedingt verlängern. Somit passen sie nur all jenen Reisenden, die einen Taillenumfang von weniger als 142 Zentimeter haben. Wer dicker ist, darf nicht mit - zumindest nicht in der Business-Klasse. So schreibt es die US-Luftfahrtbehörde FAA vor. 

Nun, warum sich darüber aufregen? 

"142 Zentimeter - mon dieu - das schafft nicht mal Gerard Depardieu..." schreibt Holger Senzel, Korrespondent im ARD-Studio Singapur, höchst süffisant in seiner Glosse.

"Dicke jedenfalls haben's wirklich schwer. In die Business dürfen sie nicht mehr, in die Holzklasse passen sie nicht und die Passagiere links und rechts von ihnen wollen sie sowieso nicht.

Auch das hat übrigens Marius Müllern-Westernhagen schon 1978 in seinem Song "Dicke, Dicke, Dicke..." erkannt. Ein Riesenhit damals!"

Kassenschlager "Übergewicht"

Warum die Sicherheit der Passagiere nur in der Businessclass gewährleistet sein soll, danach fragt allerdings keiner. Nur ARD-Holger schreibt in seinem ätzenden Kommentar: "Da könnten sich jetzt nun wieder Klassenkampfgefühle regen, dass die Reichen jetzt auch noch sicherer fliegen. Andererseits: Airbag beim Sturz aus 10.000 Meter Höhe? Da lachen ja die Hühner." 

Natürlich ist bereits von Diskriminierung die Rede! Thai Airways jedoch sieht das ganz entspannt. 

Denn es gibt längst auch schon andere Fluggesellschaften, die Passagiere vor dem Flug wiegen oder gar gänzlich ausschließen - zum Beispiel Finnair. Angeblich sollen nach Messung des Passagier-Gewichts die Treibstoffkosten besser berechnet werden, schreibt das Portal "mcflight.de".

Und weiter: "Ein Vorreiter, dicke Passagiere für Ihr Übergewicht abzukassieren, war die "Samoa Air". Diese berechnete den Flugticketpreis nach dem Gewicht des Fluggastes. Je nach Flugstrecke kostete das Kilogramm Körpergewicht bis zu über einem Dollar. 

Viele Medien, darunter Late-Night-Shows, nehmen Dicke richtig auf die Schippe und fragen: "Sollen diese nicht viel mehr bezahlen? Und wenn, dann eben bitte gleich 2 Plätze". Auch Ryanair machte bereits Schlagzeilen mit dem Versuch, Übergewichtge zur Kasse zu bitten.

Durch die Einführung einer "Fat TAX". (NG)

Lesen Sie auch diesen Thaizeit-Bericht: 

>>> Wichtig beim Fliegen: Makaberer Spass wird bestraft

Info

Auch ein "no go" für Kleinkinder 

Die gleiche Regel gilt für Flugpassagiere, die ihr Kleinkind auf dem Schoss mitnehmen wollen. Dies ist im Dreamliner auch nicht mehr erlaubt. Alternative: Economy-Class, oder die teure Royal-Silk-Class. Voraussetzung:der Kauf eines eigenen Sitzplatzes für das Baby.

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