Deutschland:

Ein Sommertraum

Für fünf Studenten des Mahidol University International College (M.U.I.C.) in Bangkok ging in diesem Sommer ein kleiner Traum in Erfüllung: Einen Monat lang verbrachten die Tourismusstudenten – gefördert durch Teilstipendien des Colleges – in Düsseldorf, lebten in deutschen Familien und besserten in einem Sprachkurs an der Heinrich-Heine-Universität (H.H.U.) ihre Deutschkenntnisse auf.
Schon seit drei Jahren lernt die Gruppe Deutsch als Fremdsprache im Nebenfach – Zeit endlich mal in das Land zu fahren, in dem sie ihre Deutschkenntnisse auch anwenden können. Für alle eine Fahrt ins Abenteuer.
Für die fünf Asiaten war es der erste Trip weit weg von zu Hause, ohne elterliche Begleitung: “Eine ganz tolle Erfahrung zum ersten Mal ganz auf sich selbst gestellt zu sein”, sagt Brijesh Khemlani (20).
Heimweh hätten sie nicht gehabt, betonen alle einstimmig – nur an das Leben in Deutschland hätten sie sich erst mal gewöhnen müssen: Wo kann man günstig Essen einkaufen? Mit welchem der zahlreichen Busse kommt man eigentlich zur Uni? Wie sind die Studienkollegen und warum haben es alle immer so eilig? Verwirrung, Verständigungsprobleme und Verdauungsreaktionen waren zu Beginn die größte Herausforderung. Doch der vormittägliche Unterricht in den internationalen Klassen fiel ihnen leicht. „Dort haben wir auch viel über deutsche Sitten gesprochen und konnten Fragen stellen, wenn wir mal mit etwas nicht klar kamen“, erzählt Itipol Leksrisakul (23).
Wie etwa mit dem nicht leicht zu durchschauenden Dschungel der Ticketangebote der Deutschen Bahn: Guten Abend Ticket, Frühbuchtarif oder doch lieber ein Gruppenticket? „Da mussten wir erstmal durch blicken“, sagt Brijesh Khemlani. Doch dann seien sie ganz fasziniert von der perfekten Organisation der öffentlichen Verkehrsmittel gewesen „wie pünktlich und sauber alles war, das hat uns am meisten beeindruckt“, berichtet die 21-jährige Pariyaporn Lertvanichsutha. So reisten sie – selbst organisiert – nach Berlin, Bonn, Köln und Amsterdam.
Kontaktschwierigkeiten hätten sie keine gehabt – im Gegenteil: „Die Deutschen waren total nett und wir haben viele interessante Leute kennen gelernt“, erzählt Chananya Huangteerakul (22). Auch die Gastfamilien seien sehr locker gewesen: „Die haben uns einfach den Schlüssel in die Hand gedrückt und wir konnten kommen und gehen wann wir wollten“ – das habe sie sehr überrascht, wo es doch zuhause in den Thai-Familien viel kontrollierter zugehe.
Wieder zurück in Thailand schwärmen sie noch immer von ihrer Zeit in den deutschen Gefilden: der Freiheit, den öffentlichen Verkehrsmitteln und ihren Hauptnahrungsmitteln – Bratwurst und Döner– die ihnen nun ein wenig fehlen.
Bei der Frage ob sie noch mal fahren würden, müssen sie nicht lange überlegen: „Ja klar, Deutschland war für uns ein traumhaftes Erlebnis”. Nur  beim nächsten Mal wollten sie länger bleiben, sagen alle fünf einstimmig –  und auf perfektem Deutsch.
Ute Bäuchl


www.muic.mahidol.ac.th

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