Kinderzeit:

01: Ute Bäuchl

Freizeit für die Eltern

In dieser Kolumne erzählt Ute Bäuchl von den Erlebnissen mit ihren Kindern in Thailand. Heute geht es um den Genuss, endlich mal wieder ohne kindergerechte Menüs und umgeschüttete Orangensäfte im Restaurant zu verweilen.


Yippie – endlich ist es soweit: Nach langer Suche haben wir eine tolle Babysitterin gefunden. Dim heißt sie, hat selbst drei Jungs (was sie meiner Meinung nach einhundertprozentig für den Job qualifiziert) und wurde mir von meiner deutschen Freundin Diana empfohlen. Die lebt auch mit ihren beiden Kleinkindern in Bangkok – also ohne Oma in Reichweite – hat auch eine Kinderfrau und vollstes Verständnis für mein Bedürfnis endlich mal wieder ohne Anhang am Rockzipfel aus der Tür zu gehen.
Bei Dims erstem Besuch haben wir nicht lange gezögert, ihr die Milchflasche für Baby Milla und die Spielzeugkiste für unseren Vierjährigen in die Hand gedrückt und sind ins Restaurant um die Ecke verschwunden.
Schon den ganzen Tag hatte ich mich darauf gefreut einfach nur mit meinem Mann dazusitzen und einen Cocktail zu schlürfen - ganz ohne kindergerechte Menus und umgeschüttete Orangensäfte. Hatte ich schon erwähnt, dass wir beide – mangels einer geeigneten Kinderfrau -  seit Jahren nicht mehr als Paar aus waren. Eine Art Premiere also und die sollte auch entsprechend gefeiert werden. Ich ließ mir also gleich die Cocktailkarte bringen, die mir ohne zu Zögern überreicht wurde und entschied mich für einen Mai Thai. Da schüttelte die Kellnerin den Kopf, denn heute waren Wahlen und der Alkoholausschank verboten. Pech gehabt!  Doch auch mit einer riesigen Schokoladentorte konnte ich die Zeit ohne Unterbrechungen wie „Hunga, Hunga“, „Ich muss mal Pipi“ oder „Mir ist langweilig“ krönen.
Doch muss ich auch zugeben wie merkwürdig ruhig wir es fanden und wie uns bereits nach einer halben Stunde auch ein wenig langweilig wurde. So eilten wir geschwind zu unseren Kindern zurück, die glücklich mit Dim Lego spielten.
Mittlerweile sind wir alle routinierter. Die Kinder haben sich an Dims Besuche gewöhnt: An den glänzenden Fisch, den sie Ihnen immer zum Abendessen mitbringt und mitten auf dem Tisch drapiert oder an die lustigen, immer gleichen Laute („Ga äh“) die sie macht wenn sie mit Milla spielt. Sie füttert Anton mit „Sticky Rice“ – seinem Lieblingsessen und trägt die Kleine ewig auf dem Arm herum. Und wir Eltern planen nun genau wie wir gemeinsam die kinderfreie Zeit nutzen: Mal eine entspannende Thai-Massage, mal in die Shopping-mall zum stressfreien bummeln oder eben ins Restaurant. Fühlt sich gut an, so alleine - mittlerweile. Ach, und dass mit dem Cocktail haben wir natürlich auch nachgeholt!
Ihre Ute Laune
Ute Bäuchl

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